Originaltitel: Pleasantville
USA 1998
Tobey Maguire
Jeff Daniels
Joan Allen
Regie: Gary Ross
Verleih: Concorde
Die Teenager David und Jennifer werden wie von Zauberhand in die schwarzweiße 50er-Jahre-Sitcom "Pleasantville" transportiert, wo sie ohne Aufhebens in die saubere, spießige Gemeinschaft eingegliedert werden. Je mehr sie jedoch ihre fortschrittlichen Gedanken unters Volk bringen, desto mehr beginnt sich die Schwarzweiß-Welt einzufärben. Das stößt nicht überall auf Begeisterung.

Willkommen in "Pleasantville", einer fiktiven Fernsehserie aus den fünfziger Jahren, in der alle erdenklichen gutbürgerlichen Werte in konservativen Ehren gehalten werden - bis ein Teenagerduo aus der Gegenwart auf wundersame Weise in die unschuldige Schwarzweiß-Welt katapultiert wird und sie durcheinanderwirbelt. Ein beachtliches Regiedebüt von Gary Ross, der schon in seinen Drehbüchern "Big" und "Dave" einen Hang zu magischem Realismus und in rundes Entertainment verpackte Liberal-Botschaften erkennen ließ: Hier präsentiert er eine Mischung aus "Die Truman Show" und "Zurück in die Zukunft", in der sich der Film in dem Maß von einer charmanten Komödie zu einer bewegenden Sozialfabel wandelt, wie die titelgebende graue Everytown USA mit wundervollem Effekteinsatz Stück um Stück eingefärbt wird.
Wie Truman Burbanks Seahaven ist auch dieses Pleasantville ein hermetisch abgeriegelter Kosmos, in dessen freundlichem Luftblasenvakuum alles stets seinen geregelten Gang geht. Wenn es Ross' Moralmärchen in punkto Virtuosität und Komplexität auch kaum mit Weirs schleichend paranoidem Meisterwerk aufnehmen will, versteht es die moderne Parabel doch blendend, als zeitgemäße Variation von "Ist das Leben nicht wundervoll?" treffsicher zu punkten, während der Regisseur die anfangs komödiantischen Episoden geschickt und ohne merklichen Übergang in ernstere Fahrwasser lenkt.
Ein geschickter Schachzug: Zunächst macht Ross den Zuschauer mit der Welt von "Pleasantville" vertraut, indem er sich mit dem wissenden Blick der Neunziger über eine jener sterilen Familienserien der Postkriegsära lustig macht und mit dem Zuschauer anfragt, wie man so etwas schon noch ernst nehmen kann? Für den schüchternen Teenager David (Toby Maguire) ist jede einzelne Sendung allerdings die Bibel. Während sich seine Mutter im Nebenzimmer mit ihrem in Trennung lebenden Mann streitet, ist "Pleasantville" für David ein Hort der Harmonie, eine vermeintlich ideale Welt, in die er und seine Schwester Jennifer schließlich mit Hilfe einer mysteriösen Fernbedienung transportiert werden, um dort als die wohlerzogenen Bud und Betty Sue am Seriengeschehen teilzunehmen. Weil es sich um eine Fernsehsendung handelt, kennen die Bürger weder Regen und Feuer, noch gibt es in ihrer sauberen Welt Doppelbetten und Toiletten, die Temperatur in den zwei existierenden Straßen beträgt stets 24 Grad. Als die beiden Teenager nach und nach ihre Lebenserfahrungen einbringen, beginnen Pleasantville und seine Einwohner sich zu ändern. Mit jeder neuen Entdeckung von Möglichkeiten jenseits des Altbekannten hält langsam auch Farbe Einzug in diese Welt. Wie in einer freundlichen Version von "Die Invasion der Körperfresser" reagieren die ehernen Schwarzweißen zunächst mit Verunsicherung, dann mit Haß und Intoleranz auf die Veränderungen, von denen sie sich bedroht fühlen. Spielerisch und geschickt schneidet Ross in seinem Appell an die unumstößliche Macht des Individualismus schwerwiegendere Themen an, etwa die Ursprünge von Faschismus und Rassismus, ohne jemals in moralisches Predigen zu verfallen. Man mag "Pleasantville" vorwerfen, in seiner Inszenierung ähnlich betulich und brav zu sein wie die kritisierte Ära und das einhergehende Verhalten, dem wundervollen Reiz seiner originellen Geschichte, seiner Ideenvielfalt und der herrlichen Spezialeffekte kann man sich aber nur schwer entziehen. ts.
| Darsteller: | Tobey Maguire | als David/Bud | |
|---|---|---|---|
| Jeff Daniels | als Mr. Johnson | ||
| Joan Allen | als Betty | ||
| William H. Macy | als George | ||
| J. T. Walsh | als Big Bob | ||
| Reese Witherspoon | als Jennifer/Mary Sue | ||
| Don Knotts | als Fernsehmechaniker | ||
| Paul Walker | als Skip | ||
| Marley Shelton | als Margaret | ||
| Jane Kaczmarek | als David und Jennifers Mutter | ||
| Regie: | Gary Ross | ||
| Drehbuch: | Gary Ross | ||
| Produzent: | Jon Kilik | ||
| Robert J. Degus | |||
| Steven Soderbergh | |||
| Gary Ross | |||
| Koproduzent: | Allen Alsobrook | ||
| Allison Thomas | |||
| Edward Lynn | |||
| Andy Borowitz | |||
| Susan Borowitz | |||
| Ausf. Produzent: | Michael De Luca | ||
| Mary Parent | |||
| Kamera: | John W. Lindley | ||
| Schnitt: | William C. Goldenberg | ||
| Musik: | Randy Newman | ||
| Produktionsdesign: | Jeannine Oppewall | ||
| Dianne Wager | |||
| Kostüme: | Judianna Makovsky | ||
| Ton: | Robert Anderson jr. | ||
Das Glück dieser Erde findet man auf dem Rücken der Pferde. Das hat sich anscheinend auch Tobey Maguire gedacht.
Der Ex-Pleasantville-Bewohner hat mit seinem Megaerfolg "Spider-Man" eindrucksvoll bewiesen, dass er ganz gut mit Tieren kann. Nach Spinnen sollen es jetzt Pferde sein. In "Seabiscuit" steigt der Star aus "Der Eissturm" in den Sattel des legendären Rennpferdes.
Aber nicht nur die Besetzung der Hauptrolle ist bereits in trockenen Tüchern. Gary Ross, der Macher von "Big", wird Regie führen und Jockey Gary Stevens gibt in einer Nebenrolle sein Filmdebüt. Auch der Termin für den Kinostart steht bereits fest: Winter 2003.
Wer die eigentliche Hauptrolle des Rennpferdes Seabiscuit übernehmen soll, wurde allerdings noch nicht bekannt gegeben.
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