Tom Hanks
Denzel Washington
Jason Robards
Regie: Jonathan Demme
Verleih: Columbia Tristar
Der erfolgreiche Anwalt Andrew Beckett hat Aids. Kurz nachdem erste Spuren der Krankheit sichtbar werden, wird er aus fadenscheinigen Gründen aus der Kanzlei entlassen. Andrew will seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagen, doch der einzige Anwalt, der ihn vertreten will, ist der nach eigenem Bekunden homophobe Joe Miller.

Den längst überfälligen, ersten große Hollywood-Film über Aids inszenierte Jonathan Demme mit der Starpower von Tom Hanks und Denzel Washington als hochintelligentes, sensibles David- gegen-Goliath-Drama. Erstaunlich, daß der Film, der sich explizit mit dem Sterben auseinandersetzt, in erster Linie die Lust am Leben feiert.
| Darsteller: | Tom Hanks | ||
|---|---|---|---|
| Denzel Washington | |||
| Jason Robards | |||
| Mary Steenburgen | |||
| Antonio Banderas | |||
| Ron Vawter | |||
| Robert Ridgely | |||
| Charles Napier | |||
| Joanne Woodward | |||
| Obba Babatundé | |||
| Daniel Chapman | |||
| Roger Corman | |||
| Bradley Whitford | |||
| Regie: | Jonathan Demme | ||
| Drehbuch: | Ron Nyswaner | ||
| Produzent: | Edward Saxon | ||
| Jonathan Demme | |||
| Ausf. Produzent: | Gary Goetzman | ||
| Kenneth Utt | |||
| Ron Bozman | |||
| Kamera: | Tak Fujimoto | ||
| Musik: | Howard Shore | ||
Heißes Eisen!
Matthew McConaughey wagt sich an das AIDS-Drama "The Dallas Buyer's Club" (Foto: Kurt Krieger)
Matthew McConaughey wagt sich an ein Projekt, das seit einigen Jahren von Hollywood-Studio zu Hollywood-Studio geschoben wird, sogar Brad Pitt verbrannte sich schon die Finger daran. Kein Wunder, denn im Drama "The Dallas Buyer's Club" geht's um AIDS und illegalen Medikamentenschmuggel - nicht gerade der Stoff, aus dem wachsweiches Family Entertainment gemacht wird.
Dabei steckt hinter dem Film eine spektakuläre wahre Geschichte: die des schwulenfeindlichen Elektrikers Ron Woodroof aus Dallas, der sich 1980 mit HIV infizierte und 1986 an AIDS erkrankte. Woodroof, den Matthew McConaughey im Film verkörpern wird, zog daraufhin einen illegalen Handel mit alternativen Medikamenten auf, die er mit großem Risiko selbst in die USA einschmuggelte. Seine Abnehmer nannten sich selbst "The Dallas Buyer's Club", daher auch der Filmtitel.
Damals waren kaum Medikamente erhältlich, die die Lebensqualität eines AIDS-Patienten verbesserten. Woodroof stieß jedoch über einen afrikanischen Arzt auf ein alternatives Präparat namens Interferon, das eigentlich zur Hepatitis-Behandlung gespritzt wird, vielen Erkrankten bei oraler Einnahme aber gegen AIDS-Symptome wie Gewichtsverlust, Fieber, Müdigkeit und Durchfall half. Der Haken: Das Präparat war in dieser Form nicht von der US-Gesundheitsbehörde zugelassen, die Prüfung sollte noch mehrere Jahre dauern - zu lang für die durchschnittliche Lebenserwartung eines akut an AIDS Erkrankten.
Daher find Woodroof an, Interferon in großen Mengen aus dem Ausland einzuschmuggeln: hunderte Ampullen, die er von Trockeneis umhüllt in einem Aktenkoffer transportierte. Als er einmal am Flughafen von Tokyo auf sein qualmendes Gepäckstück angesprochen wurde, log er dreist, Trockeneis sei sein Sex-Fetisch. Dort war man so geschockt, dass man den offenbar verrückten Amerikaner die Sicherheitskontrolle passieren ließ. Außerdem hatte Woodroof stets 25.000 Dollar in kleinen Scheinen dabei: "Man weiß schließlich nie, wenn man bestechen muss", erklärte er.
Die US-Gesundheitsbehörde wusste zwar von dem groß angelegten Schwarzhandel, zeigte jedoch Verständnis für die Verärgerung über die lange Zulassungsprozedur für Interferon und ließ Woodroof inoffiziell gewähren.
Die Wirkung beschrieb Woodroof so: "Wenn man Interferon einnimmt, fühlt man sich 10 Jahre jünger, Du hast wieder Kraft und Appetit und es sieht Dir nicht jeder sofort an, dass Du AIDS hast." Trotzdem war sich Woodroof seines Schicksals und dessen seiner Abnehmer immer bewusst: "Es gibt keine Heilung, jeder stirbt, das gehört dazu." Woodroof lebte bis 1992.
Den Film soll nun Jean-Marc Vallee inszenieren, er hat sich zuletzt mit dem Historiendrama "Young Victoria" hervorgetan. Für Hoffentlich macht diesmal keiner einen Rückzieher! Schließlich hat Tom Hanks mit "Philadelphia" bewiesen, dass sich Anspruch und großer Erfolg nicht ausschließen.
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