Florian Stetter
Andreas Tobias
Karl Markovics
Regie: Joseph Vilsmaier
Verleih: Senator
1957 erklettern Reinhold und Günther Messner noch Friedhofsmauern in Südtirol, 1970 wollen sie am Nanga Parbat die höchste Steilwand der Welt meistern. Von Beginn an gibt es Spannungen zwischen den zwei Individualisten und Expeditionsleiter Karl Maria Herligkoffer. Doch auch er stimmt nach wochenlangen Verzögerungen unter Erfolgs- und Zeitdruck schließlich Reinholds Vorschlag zu, bei schlechtem Wetter allein zum Gipfel gehen zu wollen. Dass Günther ihm folgen und eine Tragödie einleiten wird, ahnt keiner von beiden.

Die Verbundenheit und Tragödie der Brüder Reinhold und Günther Messner im Massiv des Himalaja stehen im Mittelpunkt von Joseph Vilsmaiers optisch gewaltigem Bergdrama.
Wie 1970 das Leben Günther Messners endete und welche Rolle dabei seinem Bruder zufiel, beschäftigte die Medien noch Jahrzehnte. Reinhold Messner, Expeditionsleiter Karl Maria Herligkoffer und einige Teammitglieder duellierten sich mit Vorwürfen in Prozessen oder in Büchern. Dramatischer Sprengstoff und ein perfektes Basislager für großes Kino. Bilder aus den Dolomiten sorgen für einen starken Einstieg, zeigen die Brüder 1968 in der Wand und Reinhold als Kletterer mit mehr Talent und Risikobereitschaft. In drei weiteren Zeitstationen entfaltet sich die Messner-Chronik. 1957, in der Jugend in Südtirol, wird skizziert, wie nah sich beide standen, wie sehr der Jüngere aber im Schatten des Älteren stand. September 1970 unterbricht Reinhold einen Vortrag Herligkoffers über den tragisch erkauften Erfolg am Nanga Parbat, setzt ihn mit seinen eigenen Erinnerungen fort. Die zentrale Rückblende zum Titelschauplatz führt nun, exklusiv aus Messners Perspektive, einige Monate zurück. Sichtbar werden die Spannungen zwischen den Individualisten aus Südtirol und dem vom großen deutschen Auftrag schwärmenden Herligkoffer (Karl Markovics) - ein Selbstvermarktungsprofi, wie Messner es später auch wurde, aber hier manchmal an der Grenze zur Witzfigur angelegt. Deutlich wird auch die Ambition von allen Bergsteigern, die neue Route und damit die dreifache Höhe der Eiger Nordwand als Erster zu meistern. Nach wochenlangen Verzögerungen durch das Wetter geht es unter Zeitdruck los. Als Günther auf Wunsch Herligkoffers nicht den Gipfel stürmen, nur den Abstieg Reinholds und des zweiten Teams sichern soll, nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Übereilt folgt er dem allein voraus gestiegenen Bruder, bis sie gemeinsam den Gipfel erreichen, durch Günthers Kraftverlust und mangelnde Ausrüstung aber gezwungen werden, den unbekannten Abstieg über die andere Seite des Bergs zu wagen, auf dem eine Lawine schließlich Günther begräbt.
In der Dramaturgie wagt der Film keine Experimente, im überzeugenden Gitarren-lastigen Score von Gustavo Santaolalla aber schon. Auf den Spuren von "K2" oder "Sturz ins Leere" erreicht "Nanga Parbat" Intensität, lässt aber auch Chancen verstreichen, emotional noch mehr zu packen. So wirkt der Fund von Günthers Leiche 2005 durch eine Zeile im Nachspann nicht angemessen gewertet, bestätigt er doch im Ansatz Reinholds Aussagen über den Ablauf der Ereignisse und führt die Brüder zudem ein letztes Mal zusammen - eine Möglichkeit, die Fred Zinnemanns "Am Rande des Abgrunds" noch mit einer unvergesslichen Sequenz nutzte. Ungeachtet einiger leicht artifiziell aussehender Inserts, Nahaufnahmen am Studioberg, die es ähnlich auch in "Nordwand" gab, hat Vilsmaier hier mit einem limitierten Budget von sieben Mio. Euro durchaus Gewaltiges auf die Leinwand gestemmt. Die Naturkulisse, ob in Pakistan oder in Südtirol, dem Berg-Double für die Kletterszenen, ist spektakulär eingefangen, mit vielen majestätischen Helikopterbildern, für die Cinemascope und das Kino erfunden wurde. kob.
| Darsteller: | Florian Stetter | als Reinhold Messner | |
|---|---|---|---|
| Andreas Tobias | als Günther Messner | ||
| Karl Markovics | als Karl Maria Herrligkoffer | ||
| Steffen Schroeder | als Felix Kuen | ||
| Jule Ronstedt | als Alice von Hobe | ||
| Volker Bruch | als Gerd Baur | ||
| Lena Stolze | als Mutter Messner | ||
| Sebastian Bezzel | als Peter Scholz | ||
| Markus Krojer | als Reinhold Messner Kind | ||
| Regie: | Joseph Vilsmaier | ||
| Drehbuch: | Reinhard Klooss | ||
| Sven Severin | |||
| Produzent: | Joseph Vilsmaier | ||
| Kamera: | Joseph Vilsmaier | ||
| Peter von Haller | |||
| Helmfried Kober | |||
| Schnitt: | Uli Schön | ||
| Sandy Saffeels | |||
| Musik: | Gustavo Santaolalla | ||
| Produktionsdesign: | Anton Gerg | ||
| Kostüme: | Renate Schönian | ||
| Maske: | Heiner Niehues | ||
| Ton: | Eckhard Kuchenbecker | ||
| Casting: | Franziska Aigner | ||
Florian Stetters Rolle als David in Philip Grönings Drama "L'Amour, l'argent, l'amour" brachte ihm 2001 den Max-Ophüls-Preis als "Bester...
Mit seinem durch die schiefe Nase und die engen Lippen markanten Profil gehört der Österreicher Karl Markovics zu den renommierten und...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.