Mit völlig unverkrampften Dialogen und Charakterzeichnungen gelingt Regisseur Hans-Christian Schmid eine sensationell unterhaltsame Geschichte über das Jungbleiben. http://images.kino.de/flbilder/max96/bf96/bf12/b9612022/b150x150.jpg Nach Fünf im Urwald

Filmdetails

Nach Fünf im Urwald

Mit völlig unverkrampften Dialogen und Charakterzeichnungen gelingt Regisseur Hans-Christian Schmid eine sensationell unterhaltsame Geschichte über das Jungbleiben.


Nach Fünf im Urwald
Start: 18.04.1996

Komödie

Deutschland 1995
Laufzeit: 99 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Franka Potente
Axel Milberg
Dagmar Manzel

Regie: Hans-Christian Schmid
Verleih: Senator

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Nach einer eskalierten Geburtstagsfete erhält Anna von ihren recht spießigen Eltern Stubenarrest. Um dennoch bei einem geplanten Vorsingen im entfernten München dabeisein zu können, büchst die 17jährige kurzentschlossen aus. Während Anna in München eine Reihe von Abenteuern erlebt, entdecken ihre Eltern bei ihrer besorgten Suchen nach der Tochter, daß sie auch einmal jung gewesen sind.


Kritik

Nach Fünf im Urwald

Mit "Nach Fünf im Urwald" ist Hans-Christian Schmid ein erstaunliches Kunststück gelungen: ein vollkommen unverkrampfter deutscher Film, der mit dem Finger am Puls der Zeit eine Geschichte erzählt, in der sich Kinozuschauer über die Altersschranken hinweg wiederfinden werden. Mehr noch: Der urkomische Generationenkonflikt wirbt erfolgreich und sehr entspannt für Verständnis für die vorhergehende bzw. nachfolgende Generation.

Nicht eine Komödie, sondern eine Geschichte über das Erwachsenwerden, nannten die Produzenten Jakob Claussen und Thomas Wöbke ihren Film im Vorfeld. Damit wird der Wahrheit nur zur Hälfte Genüge getan, denn "Nach Fünf im Urwald" ist vor allem eine wunderbar witzige Story über das Jungbleiben. Im Mittelpunkt steht zu Beginn die junge Anna (Franka Potente), die im Haus ihrer recht spießigen Eltern Geburtstag feiert. Es ist ihr siebzehnter, und die Geschehnisse nehmen in einer ländlichen Kleinstadt ihren Lauf. Am folgenden Morgen finden die Eltern (Axel Milberg und Dagmar Manzel) ein Schlachtfeld vor. Es gibt ein Donnerwetter, und Anna ergreift die Flucht: Simon, ein Junge aus der Nachbarschaft, nimmt sie mit nach München.

An dieser Stelle beginnt der Film zwei Geschichten zu erzählen, denn Autor und Regisseur Hans-Christian Schmid begnügt sich nicht mit einer herkömmlichen coming-of-age-story, ihn interessieren nicht nur die Erfahrungen seiner wunderbaren Protagonistin Anna in der Großstadt, sondern vor allem auch, wie ihre Eltern diese Phase des Erwachsenwerdens ihrer Tochter erleben und welche Veränderungen sie bei ihnen auslöst. Besorgt folgen Wolfgang und Karin ihrer Tochter nach München, suchen sie auf Techno-Parties und treffen auf Leidensgenossen: Oliver und Johanna suchen ihrerseits ihren Sohn Simon. Während Anna eine Kleinodyssee in der Großstadt antritt, erinnern sich die vier Erwachsenen ihrer eigenen Jugend. Als Anna am nächsten Tag geläutert heimkehrt, bietet sich ihr ein ähnliches Bild der Verwüstung, wie ihre Eltern es am Tag zuvor vorgefunden hatten.

Die Zweiteilung des Plots beschert dem Film einen virtuos genutzten Spannungsbogen und beachtliches humoristisches Potential. Dabei bleibt Hans-Christian Schmid mit seinen wunderbaren Dialogen und stimmigen Handlungsorten immer der Realität verpflichtet. Auch die Charaktere sind sorgfältigst ausgearbeitet. Daß den Erwachsenen, die zu Beginn die "Aggressoren" darstellen, die lustigsten Szenen vorbehalten bleiben, während die etwas weniger interessanten Erlebnisse Annas eher Grund zum Nachdenken geben, kann mit Blick auf die dadurch entstehenden Identifikationsmöglichkeiten fürs Publikum nur als Geniestreich beklatscht werden. Großes Glück hatte Regisseur Schmidt bei der Wahl seiner Darsteller, allen voran Axel Milberg, der seiner Wandlung vom gestreßten Bürgermeisterkandidaten zum versierten Jointbastler Glaubwürdigkeit verleiht, ohne jemals lächerlich zu wirken, und die junge Falkenberg-Schülerin Franka Potente, die sich mit ihrem natürlichen Spiel als Neuentdeckung des Jahres empfiehlt. Trotz der auf TV-Bedürfnisse zugeschnittenen Optik wird "Nach fünf im Urwald" Kinobedürfnissen immer gerecht: Die Figuren und Dialoge sind von einer überschäumenden Vitalität beseelt, die jede noch so große Leinwand spielend ausfüllt. sas.

Nach Fünf im Urwald

Darsteller:  Franka Potente   als Anna
  Axel Milberg   als Wolfgang
  Dagmar Manzel   als Karin
  Farina Brock   als Clara
  Sibylle Canonica   als Johanna
  Peter Ender   als Oliver
  Thomas Schmauser   als Simon
  Johann von Bülow   als Nick
  Max Urlacher   als Ben
  Natali Seelig   als Zille
  Karl-Heinz Vietsch   als Herr Neugart
  Simone Ascher   als Melanie
  Matthias Beier   als Mark
  Stefan Hunstein   als Mann mit Gitarre
  Alexander Wagner   als Photograph
  Wilfried Hochholdinger   als Regisseur
  Michael Tschernow   als Art-Director
  Meike Schlüter   als Castingfrau
  Carina Braunschmidt   als Regie-Assistentin
  Arnd Klawitter   als Tankwart
  Werner Abrolat   als Tanzlehrer
  Götz Otto   als Türsteher
  Julia Thurnau   als Freundin von Nick
  Wolfgang Lieberwirth   als Bassist im Übungsraum
  Kerstin Pfau   als Sängerin beim Casting
  Mark Welte   als Josi
  Pierre Soldatenko   als Albert
  Markus Nau   als Enno
  Deniz Güven   als Silke
  Jörn Knebel   als Henno
 
Regie:  Hans-Christian Schmid  
Drehbuch:  Hans-Christian Schmid  
Produzent:  Thomas Wöbke  
  Jakob Claussen  
Kamera:  Klaus Eichhammer  
Schnitt:  Hansjörg Weißbrich  
Musik:  Rainer Michel  
Produktionsdesign:  Michaela Quast  
Kostüme:  Ruth Bahmann  
Ton:  William Franck  
Casting:  Nessie Nesslauer  

Potente als doppelte Pianistin

Lola spielt - und zwar Klavier

Lola spielt - und zwar Klavier

Die Entdeckung kam "Nach Fünf im Urwald", der rasante Durchbruch in "Lola rennt" und die Krönung in "Der Krieger und die Kaiserin": Franka Potente ist DIE wandlungsfähige deutsche Schauspielerin.

"Schade, dass es nur eine davon gibt," dachten sich die Macher von "Blueprint" und klonten die Powerfrau mit den wunderbaren Mandelaugen: In dem Film nach einem Jugendroman von Charlotte Kerner spielt Franka eine Doppelrolle als Pianistin und deren Klon.

Im Regiestuhl wird Rolf Schübel Platz nehmen, der sich mit Filmen über Musiker bestens auskennt: Er inszenierte schon mit viel Gefühl das Drama "Ein Lied von Liebe und Tod - Gloomy Sunday", die wunderbare Geschichte um einen ungarischen Komponisten.

Kinostart für "Blueprint" ist voraussichtlich im Herbst 2003.

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Franka Potente

Franka Potente wurde mit ihrer rotschöpfigen Lola in Tom Tykwers "Lola rennt" die Galionsfigur für den Aufbruch des deutschen Films am Ende...

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Axel Milberg

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