Eine Art "Rashomon" im Golfkrieg inszenierte Regisseur Ed Zwick ("Legenden der Leidenschaft") unter solch namhafter Beteiligung wie Meg Ryan und Denzel Washington. http://images.kino.de/flbilder/max96/bf96/bf50/b9650007/b150x150.jpg Mut zur Wahrheit

Filmdetails

Mut zur Wahrheit

Eine Art "Rashomon" im Golfkrieg inszenierte Regisseur Ed Zwick ("Legenden der Leidenschaft") unter solch namhafter Beteiligung wie Meg Ryan und Denzel Washington.


Mut zur Wahrheit
Start: 16.01.1997

Originaltitel: Courage under Fire

Drama

USA 1996
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Denzel Washington
Meg Ryan
Lou Diamond Phillips

Regie: Edward Zwick
Verleih: Fox

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Inhalt

Seitdem er im Irakkrieg im Nachtkampf Befehl zum Feuer auf eigene Leute gegeben hat, leidet Lt.-Col. Serling unter Gewissensbissen. Umso fanatischer sucht er die Wahrheit bei der Klärung, ob die Helikopterpilotin Walden posthum eine Tapferkeitsmedaille erhalten soll. Kein leichtes Unterfangen, denn jeder aus ihrem Trupp erzählt eine andere Geschichte.


Kritik

Mut zur Wahrheit

Start frei für die neue Oscar-Saison: Denzel Washington ("Crimson Tide") darf mit seiner superben Darstellung des von Gewissenskonflikten zerfressenen Army-Colonels Nathaniel Serling als sicherer Anwärter für eine der goldenen Statuetten gelten. In dem von Ed Zwick ("Legenden der Leidenschaft") intelligent inszenierten Militärdrama ist er mit der Untersuchung über das Führungsverhalten der im Golfkrieg gefallenen Hubschrauberpilotin Captain Karen Walden (Meg Ryan) beauftragt.

Bereits 1989 arbeiteten Zwick und Washington bei dem historischen Kriegsfilm "Glory" auf militärischem Terrain, das dem afro-amerikanischen Ausnahmeschauspieler einen Oscar als bester Nebendarsteller einbrachte. Im Fall von "Mut zur Wahrheit" handelt es sich zwar um reine Fiktion, doch ist die von Patrick Sheane Duncan ("Mr. Holland's Opus") verfaßte, vielschichtige Story ein Amalgam aus (mehr oder weniger) bekannten Fakten, so daß das Gefühl von fesselnder Authentizität - eingeläutet mit den realen Desert-Storm-Szenen der Opening Credits - bis zur letzten 115ten Minute aufrechterhalten werden kann.

Die authentische Kriegs-Footage mündet übergangslos in die Szene, in der Lt.-Col. Serling (Washington) im Feindeskessel den Feuerbefehl auf einen nicht eindeutig identifizierten Panzer gibt. Dieses fatale feuer auf die eigenen Leute kostet einen seiner besten Männer das Leben und Serling, von seinem Vorgesetzten General Hershberg (Michael Moriarty) zu Stillschweigen verpflichtet, leidet fortan an schneidenden Schuldgefühlen. Sechs Monate später sucht er bei einer Investigation umso verbissener nach der Wahrheit, ob die erste für den Tapferkeitsorden posthum vorgeschlagene Frau, Captain Karen Walden (Ryan), die Medaille auch tatsächlich verdient. Mit einer an Akira Kurasawas "Rashomon" erinnernden Erzählstruktur wird der von Serling anhand individueller Zeugenaussagen durchleuchtete Tathergang aus widersprüchlichen Perspektiven präsentiert. Er interviewt Waldens überlebende Crew-Mitglieder Ilario (Matt Damon), Altameyer (Seth Gilliam) und Sgt. Monfriez (Lou Diamond Phillips ausgezeichnet als Gung-Ho-Macho), deren individuelle Rückblenden Walden nach dem dramatischen Absturz ihres Choppers entweder als couragierte Kriegsheldin oder feige Heulsuse porträtieren. Die Wahrheit läßt sich schließlich in kein simples Schwarzweiß-Schema pressen.

Seine obsessive Suche nach Wahrheit wird für Washingtons Figur, die sich in Alkoholismus flüchtet und sich zunehmend von ihrer bis dato harmonischen Familie distanziert, zur persönlichen Ehrenfindung. Washington spielt den innerlich zerrissenen Charakter mit kraftvollem Understatement, und seine Emotionen ergreifen, ohne schmalzig zu wirken. Die ansonsten auf romantische Rollen abonnierte Meg Ryan überzeugt in ihrer prägnanten Nebenrolle als stahlharte Soldatin. Auch der Rest der Besetzung ist ausnahmslos erste Güteklasse und verleiht dem emotionsgeladenen Konfliktfilm moralische Tiefe. Im Kern schwingt in "Mut zur Wahrheit" eine überraschend verhaltene patriotische Note: An den höllischen Kriegsgeschehnissen wird nichts beschönigt, und auch das Militär wird von weniger vorteilhaften Seiten gezeigt. Zudem mit absoluter Stilsicherheit von Roger Deakins ("Fargo") fotografiert, kann es das packend-ambitionierte Integritätsdrama in jeder Hinsicht mit "Eine Frage der Ehre" aufnehmen, dessen Einspiel erreichbar scheint. ara.

Mut zur Wahrheit

Darsteller:  Denzel Washington   als Nate Serling
  Meg Ryan   als Karen Walden
  Lou Diamond Phillips   als Monfriez Lou
  Michael Moriarty   als General Hershberg
  Matt Damon   als Ilario
  Bronson Pinchot   als Bruno
  Seth Gilliam   als Altameyer
  Regina Taylor   als Meredith Serling
  Zeljko Ivanek   als Banacek
  Scott Glenn   als Tony Gartner
  Tim Guinee   als Rady
  Tim Ransom   als Boylar
  Sean Astin   als Patella
  Armand Darrius   als Robins
  Mark Adair-Rios   als Bobcat 5
  Ned Vaughn   als Chelli
 
Regie:  Edward Zwick  
Drehbuch:  Patrick Sheane Duncan  
Produzent:  John Davis  
  Joseph M. Singer  
  David T. Friendly  
Ausf. Produzent:  Joseph M. Caracciolo  
  Debra Martin Chase  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Steven Rosenblum  
Musik:  James Horner  

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