Tom Cruise
Philip Seymour Hoffman
Ving Rhames
Regie: J.J. Abrams
Verleih: Paramount
Dieses mal wird's persönlich: Owen Davian (Philip Seymour Hoffman), ein Psychopath reinsten Wassers und erbitterter Erzfeind von Agent Ethan Hunt (Tom Cruise), beantwortet seine Verhaftung mit einem spektakulären Rachefeldzug. Nicht nur muss Hunt persönlich sterben, er soll zuvor noch der Vernichtung von Freunden, Kollegen und seiner großen Liebe ins Auge blicken.
Nach langen Turbulenzen hinter der Kamera endlich am Start: Das dritte und teuerste Abenteuer aus der Big-Budget-Actionserie mit Amerikas Antwort auf James Bond. Jeffrey Abrams, Mastermind hinter "Lost" und "Alias", inszenierte.
Weniger Bombast und mehr Authentizität - mit dieser Formel gelingt Regisseur J.J. Abrams ("Lost") und Tom Cruise der überzeugendste Teil der Agenten-Serie.
Am Anfang kam "Krieg der Welten". Eigentlich suchten Tom Cruise und Steven Spielberg nur einen Autor für ihren Science-Fiction-Thriller. Und J.J. Abrams, Schöpfer von Kult-TV-Serien wie "Alias", schien der geeignete Kandidat. Doch erst danach sollte sich der Superstar die gesamte erste Staffel der Agenten-Serie ansehen. Er war so elektrisiert, dass er gar nicht mehr damit aufhören konnte.
Mit Abrams "Krieg"-Einsatz wurde es zwar trotzdem nichts, doch als der vorgesehene Regisseur für "Mission: Impossible III" ausstieg, war sein Nachfolger klar. J.J. Abrams und sein Autorenduo Alex Kurtzman und Roberto Orci krempelten die Geschichte noch einmal komplett um.
Von vornherein stand fest, dass sich die dritte Mission von den beiden Vorgängern abheben sollte. Am Anfang der Geschichte hat Agent Ethan Hunt gar keine Lust auf große Abenteuer mehr - er hat sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und trainiert den Nachwuchs. Viel stärker bewegt ihn die Frage, wann er seine Freundin (Michelle Monaghan) heiraten soll.
Doch dann bekommt er es mit einem Gegner zu tun, der ihn alle Vorsätze über den Haufen werfen lässt: den psychotischen Waffen- und Informationshändler Owen Davian, gespielt von Oscarpreisträger Philip Seymour Hoffman.
Das Verhörduell zwischen beiden Kontrahenten darf als einer der Höhepunkte des Films gelten, denn J.J. Abrams verleiht seinen Figuren eine emotionale Intensität, wie sie für die Agenten-Reihe nicht gerade selbstverständlich war. Überhaupt verzichtet "Mission:Impossible III" auf den bombastischen Action-Schnickschnack der früheren Teile.
Was nicht heißt, dass es dem Film an Spektakel-Elementen mangelt. Verfolgungsjagden durch Rom und Shanghai gehören ebenso zur Plot-Palette wie ein Luftangriff auf der Chesapeake Bay Bridge in Virginia. Doch gerade weil Abrams einen realistischeren Ansatz wählt, vergleichbar der "Bourne"-Serie, werden die Spannungsmomente noch überzeugender. J.J. Abrams setzte dafür auch das Schnitt-Team seiner Hitserie "Lost" ein.
Zu der neuen Tonalität passt es, dass Tom Cruise seine wichtigsten Stunts selbst übernahm: Ohne sichtbare Verschleißerscheinungen schwingt sich der Star von einem Wolkenkratzer zum nächsten, sprintet über Häuserdächer oder absolviert seinen schon legendären Abseilakt - Ort des Einbruchs ist diesmal der Vatikan. Und das dürften nicht seine letzten Akrobatikeinlagen gewesen sein. Nach der Wirkung dieses Teils zu schließen, ist die nächste "Mission" schon vorprogrammiert.
| Darsteller: | Tom Cruise | als Ethan Hunt | |
|---|---|---|---|
| Philip Seymour Hoffman | als Owen Davian | ||
| Ving Rhames | als Luther Stickell | ||
| Billy Crudup | als John Musgrave | ||
| Michelle Monaghan | als Julia | ||
| Jonathan Rhys Meyers | als Declan | ||
| Keri Russell | als Lindsey | ||
| Laurence Fishburne | als John Brassel | ||
| Simon Pegg | als Benji Dunn | ||
| Maggie Q | als Zhen | ||
| Michael Berry Jr. | als Kimbrough | ||
| Carla Gallo | als Beth | ||
| José Zúñiga | als Agent Pete | ||
| Rose Rollins | als Ellie | ||
| Regie: | J.J. Abrams | ||
| Drehbuch: | J.J. Abrams | ||
| Roberto Orci | |||
| Alex Kurtzman | |||
| Produzent: | Tom Cruise | ||
| Paula Wagner | |||
| Koproduzent: | Arthur Anderson | ||
| Ausf. Produzent: | Stratton Leopold | ||
| Kamera: | Dan Mindel | ||
| Schnitt: | Mary Jo Markey | ||
| Marianne Brandon | |||
| Musik: | Michael Giacchino | ||
| Lalo Schifrin | |||
| Produktionsdesign: | Scott Chambliss | ||
| Kostüme: | Colleen Atwood | ||
| Ton: | Jeffrey Wexler | ||
| Casting: | April Webster | ||
Mit "Die Unglaublichen - The Incredibles" und "Ratatouille" drehte Brad Bird zwei der erfolgreichsten Filme von Pixar. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" markiert nun seinen ersten Ausflug in die Welt der Live-Action.
Tom Cruise und Brad Bird beim Dreh zu "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" in Dubai (Foto: Paramount)
"Phantom Protokoll" ist Ihr erster Film als Realfilm-Regisseur. Hatten Sie bereits Zeit, sich zurückzulehnen und sich Gedanken zu machen, ob Sie das erreicht haben, was Sie sich vorgenommen hatten?
BRAD BIRD: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das umgesetzt, was wir machen wollten: einen unterhaltsamen Film, der den Menschen eine gute Zeit im Kino beschert. Phantom Protokoll ist ein echter "Mission: Impossible"-Film. Das war unsere Maßgabe. Mir war nur wichtig, dass er sich von den drei anderen Filmen unterscheidet.
Gibt es feste Parameter für die Filme?
Eigentlich erklärt sich alles durch den Titel: Es geht immer um eine unmögliche Mission - um Nüsse, die für die Hauptfigur Ethan Hunt eigentlich nicht zu knacken sind. "Mission: Impossible"-Filme sind Agentenfilme, die an verschiedensten Orten auf der ganzen Welt spielen. Es gibt als feste Bestandteile vertauschte Identitäten, Intrigen, Action. Der Rest ist Verhandlungssache. Innerhalb der festen Parameter hat man einigen Spielraum, wie ich finde. Mir gefällt, dass Tom Cruise und die Produzenten die Filmemacher ermutigen, ihre ganz persönliche Interpretation zu finden. Es gibt keinen Hausstil, der diktiert wird.
Wie sieht Ihre Interpretation aus?
Da fragen Sie vermutlich die allerschlechteste Person, die etwas mit diesem Film zu tun hat. Ich mache mir über meinen persönlichen Ton keine Gedanken. Er ergibt sich ganz automatisch. Generell könnte man vielleicht sagen, dass dieser Film etwas leichter im Ton ist. Man muss nicht auf die Action verzichten, aber ich neige dazu, die Action gern mit Humor auszubalancieren. Wir haben einen Film gemacht, der viele verschiedene Rhythmen hat, teilweise in ein und derselben Szene. Wir hauen nicht unentwegt auf die Zwölf, sondern setzen auf Dynamik und Rhythmuswechsel.
Hat Ihnen Ihre Erfahrung als Regisseur von Animation bei diesem Film geholfen?
Der Schlüssel zu Animation ist Prävisualisierung. Man muss sich im Vorfeld ganz genau überlegen, wie eine Szene aussehen und aufgebaut sein soll. Animation ist so teuer, dass man sich keine Ungenauigkeiten erlauben kann. Für einen Film wie "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist diese Erfahrung eine ideale Vorbereitung. Es ist ein großer Film, der mit einem sehr engen Terminplan entstanden ist. Große Variationen waren da einfach nicht drin. Wir mussten im Vorfeld bereits genau festlegen, wie die Szenen aussehen sollten.
Gewiss stellte Sie der Dreh von Live-Action aber auch vor neue Herausforderungen?
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Medien ist, dass man sich bei Live-Action Spontaneität erlauben kann. Das kannte ich nicht. Ich hatte die einzelnen Einstellungen so genau im Kopf, dass ich immer nur genau das drehte, von dem ich glaubte, dass ich es brauchen werde, und dann rief ich: Cut! Ich musste erst lernen, die Kameras immer noch etwas laufen zu lassen, dass man erstaunliche Dinge festhalten kann, mit denen man nicht gerechnet hat, wenn man es nur zulässt. Bei Animation gibt es nur eine Anmutung von Spontaneität; im Realfilm gibt es sie wirklich. Eine tolle Sache.
Ist die Arbeit mit Schauspielern ebenso toll?
Sie war mir nicht fremd. Auch bei Animation arbeitet man mit Schauspielern. Da stehen sie zwar nicht vor der Kamera, aber es ist eine harte Arbeit für sie. Aber immerhin müssen sie nicht toll aussehen, können unfrisiert und unrasiert sein. Bei Live-Action ist der Druck höher: Sie müssen Kostüme und Make-up tragen, sie müssen sich bewegen und ihren Text perfekt beherrschen. Man kann sich keine Sperenzchen leisten. So ein Dreh ist teuer, alles muss stimmen. Meine letzten drei Filme waren etwa gleich teuer. Der Unterschied besteht darin, dass bei Animation gleichmäßig über die komplette Produktion hinweg Geld ausgegeben wird, während beim Realfilm vor allem der Dreh Geld verschlingt. Wenn da etwas nicht funktioniert, muss man sofort eine Lösung finden, oder man hat ein Problem.
Hatten Sie das Gefühl, beim Dreh limitiert zu sein?
Ein kleines bisschen vielleicht. Man hat nicht all die Freiheiten, die man bei Animation besitzt, weil man da wirklich jedes einzelne Bild kontrolliert. Aber das wird spielend wieder wettgemacht von der Begeisterung, die ich verspürt habe, wenn man eine Kamera wirklich bewegt, in einer Szene, die man selbst orchestriert hat.
Warum wollten Sie überhaupt zu Live-Action wechseln?
Ich träume von Live-Action, seitdem ich Animation mache. Und ich war elf Jahre alt, als ich damit begonnen habe. Ich musste damals lernen, wie man den richtigen Bildausschnitt wählt, den richtigen Abstand, wann man schneidet, wann man Großaufnahmen wählt. Das habe ich gelernt, indem ich mir klassische Spielfilme angesehen habe. Ich habe entdeckt, dass es gewisse Filmemacher gibt, die es perfekt beherrschen, Emotionen zu wecken und das Publikum in die Handlung einzubinden. Die habe ich studiert, von ihnen habe ich das Handwerk gelernt. Sie waren die besten Lehrer, die man sich vorstellen kann - Hawks, Lean, Hitchcock, Spielberg, Forman, Kurosawa, Disney natürlich. Deshalb ist mir Live-Action sehr nahe, und damit auch der Wunsch, selbst Live-Action zu machen.
Bei Ihrem "Mission: Impossible" scheint der Einfluss der Slapstickmeister groß gewesen zu sein.
Sicher. Die Szenen an der Fassade des Burj Khalifa in Dubai wären ohne die Arbeit von Chaplin, Keaton und Lloyd nicht denkbar gewesen. Aber sehen Sie, Brian De Palmas "Mission: Impossible" wäre nicht möglich ohne Eisenstein und Hitchcock.
"Mission: Impossible - Phantom Protokoll" ist ein wichtiger Film für Paramount. Gab es Druck von Seiten des Studios?
Es gab keinen Grund für das Studio, sich Sorgen zu machen. Wir hielten die Zügel fest in der Hand. Man merkte, dass ein großes Interesse bestand. Aber man war eigentlich immer happy: Wir wollten im Grunde genau den Film machen, den das Studio haben wollte.
Der dritte "Mission: Impossible" führte zum Zerwürfnis zwischen Paramount und Tom Cruise. War das ein Thema?
Nicht für mich. Ich bin sicher, es gibt dazu so viele Meinungen wie involvierte Personen. Aber mich interessierte nur der Film, den wir machen wollten, nicht der Film, den sie damals gemacht haben.
Werden Sie zur Animation zurückkehren?
Wenn ich es entscheiden könnte, würde ich künftig am liebsten pendeln, einmal Animation, einmal Live-Action. Das wäre mein Traum...
Es war eine ungewöhnliche Entscheidung, als Paramount die Verfilmungsrechte an der Fernsehserie "Kobra, übernehmen Sie!" seinem größten Star Tom Cruise und dessen damaliger Produktionspartnerin Paula Wagner überließ. Mit dem ersten Film der Reihe, damals inszeniert von Brian De Palma, landete Cruise mit einem weltweiten Einspiel von 457,7 Mio. Dollar einen der größten Hits des Jahres 1996 - und legte die Regeln der Reihe fest: Jeder Regisseur eines "M:I"-Films sollte seine ganz persönliche Handschrift einbringen. 2000 folgte "Mission: Impossible 2" von John Woo, der 546,4 Mio. Dollar an den Kinokassen umsetzte. J.J. Abrams' "M:I-III" von 2006 wurde mit einem Boxoffice von 397,8 Mio. Dollar als Enttäuschung gewertet und sorgte für das Zerwürfnis zwischen Paramount und Tom Cruise. "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" markiert einen doppelten Neuanfang: Er ist ein Reboot des Franchises mit neuem Ensemble und der erste Film von Paramount mit Cruise seit dem großen Streit.
Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....
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