Originaltitel: The Avengers
USA 2012
Robert Downey Jr.
Chris Evans
Mark Ruffalo
Regie: Joss Whedon
Verleih: Walt Disney
Mit einer Bedrohung von solchem Ausmaß für die ganze Welt hat es Nick Fury von S.H.I.E.L.D. noch nie zu tun gehabt. Wenn überhaupt, dann hat nur eine ganze Riege von Superhelden eine Chance, ihr zu begegnen. Also versucht er Iron Man, Thor, Captain America, Black Widow und Hulk für eine konzertierte Rettungsaktion zusammen zu trommeln: keine einfache Aufgabe. Doch noch schwieriger ist es, aus den eigenwilligen Individuen ein Team zu formen.

Die effektgeladene Comicverfilmung schickt zum ersten Mal in einem Realfilm sechs Marvel-Helden auf die Kinoleinwand und lässt diese mächtig beben.
Als 2008 nach dem Abspann von "Iron Man" Samuel L. Jackson zum ersten Mal als Nick Fury auftrat und mit Robert Downey Jr. alias Tony Stark über die Superhelden-Organisation "The Shield" sprach, legte Marvel die erste Fährte für "The Avengers", und für die Fans der Marvel-Heroen begann eine lange Zeit des Wartens. Vier Jahre und vier einführende Comicverfilmungen später, treten die Rächer nun zum gemeinsamen Kampf gegen das Böse an.
Die Erwartungen an Joss Whedons erste Regiearbeit seit "Serenity" waren dementsprechend hoch und es wäre unfair ihm vorzuwerfen, nicht alle erfüllen zu können. Zu eng ist teilweise das vorgegebene Korsett des Projekts. Schließlich fordern insgesamt sechs Superhelden ihre Leinwandpräsenz ein, und das Drehbuch ist sichtlich bemüht, keinem eine herausgehobene Sonderstellung zuzuweisen. Dadurch kommt der Film gar nicht drum herum, in der ersten Hälfte teilweise zur Nummernrevue zu geraten, in der Iron Man, Thor, Hulk, Captain America, Black Widow und Hawkeye jeweils vorgestellt werden und auch mal aufeinander losgehen, bevor sie sich gemeinsam aufmachen, Loki, Thors herrschsüchtigem Bruder, das Handwerk zu legen. Dieser ist im Besitz des mächtigen Kosmischen Würfels, mit dessen Hilfe er nach nicht weniger als der Weltherrschaft strebt. Dank eines geschickten Handlungskniffs wird er dabei zunächst sogar vom fehlgeleiteten Hawkeye unterstützt, und auch die Rolle Thors ist nicht sofort klar.
Nach und nach klären sich die Fronten, und die Superhelden-Vereinigung nimmt in einem gigantischen, fliegenden Flugzeugträger die Verfolgung von Loki und dem blauleuchtenden Würfel auf. Ersteren können sie überraschend schnell dingfest machen, doch damit geht die Schlacht erst richtig los, die gegen Ende in den Straßenschluchten Manhattans gigantische Ausmaße annimmt. Die Macher entfachen hier ein Action- und Effektegewitter, das seinesgleichen sucht. Jeder der sechs Superhelden darf seinen Teil zum Gelingen der Mission beitragen, wobei immer wieder die Unterschiede der Charaktere betont werden. Nicht jede Figur kann dabei vollends überzeugen, was aber durch die Kollegen mehr als wettgemacht wird.
Für die durchgehend beste Laune sorgt ohne Frage Robert Downey Jr., der seine Ironie aus den beiden "Iron Man"-Filmen dankenswerterweise mitnehmen darf und nach wie vor perfekt in die Rolle des Lebemanns passt. Die größten Einzellacher kann allerdings Hulk verzeichnen, wenn er in Rage geraten auf Nichts und Niemanden Rücksicht nimmt oder die wütende Ansprache des vermeintlichen Gottes Loki auf seine ureigene Art beendet. Den funktionierenden Gags ist es auch zu verdanken, dass die Waffenorgie nicht Gefahr läuft den Militarismus oder Patriotismus überzustrapazieren. Auch gestorben wird zwar viel, aber immer freigabefreundlich. Somit stellt "Marvel's The Avengers" tatsächlich die gelungene Elefantenrunde dar, die man sich erhoffen durfte. Fans der vorherigen Filme werden sich sofort zu Hause fühlen. Und noch einer weiteren Tradition bleibt "Avengers" treu: Erneut lohnt das Sitzenbleiben bis nach dem Abspann. Genug Aufgaben für eine zweite Runde bleiben jedenfalls bestehen. mahe.
| Darsteller: | Robert Downey Jr. | als Tony Stark/Iron Man | |
|---|---|---|---|
| Chris Evans | als Steve Rogers/Captain America | ||
| Mark Ruffalo | als Bruce Banner/Hulk | ||
| Chris Hemsworth | als Thor | ||
| Scarlett Johansson | als Natasha Romanoff/Black Widow | ||
| Jeremy Renner | als Clint Barton/Hawkeye | ||
| Tom Hiddleston | als Loki | ||
| Stellan Skarsgård | als Dr. Erik Selvig | ||
| Samuel L. Jackson | als Nick Fury | ||
| Clark Gregg | als Agent Coulson | ||
| Cobie Smulders | als Agent Maria Hill | ||
| Gwyneth Paltrow | als Pepper Potts | ||
| Don Cheadle | als Col. James 'Rhodey' Rhodes | ||
| Regie: | Joss Whedon | ||
| Drehbuch: | Zak Penn | ||
| Joss Whedon | |||
| Produzent: | Kevin Feige | ||
| Ausf. Produzent: | Stan Lee | ||
| Alan Fine | |||
| Louis d'Esposito | |||
| Jon Favreau | |||
| Jeremy Latcham | |||
| Victoria Alonso | |||
| Patricia Whitcher | |||
| Kamera: | Seamus McGarvey | ||
| Schnitt: | Lisa Lassek | ||
| Jeffrey Ford | |||
| Produktionsdesign: | James Chinlund | ||
| Kostüme: | Alexandra Byrne | ||
So sieht Gerechtigkeit unter Superhelden und -Stars aus: "Iron Man" Robert Downey Jr. erhält die 25-fache Gage seiner "Avengers"-Mitstreiter.
Dicke Rüstung, dicke Schecks: Robert Downey Jr. ist der "Avengers"-Gagenkönig (Foto: Walt Disney)
Gute Agenten sind nicht mit Gold aufzuwiegen. Aber mit vielen Dollars - und die "Vermarkter" von Robert Downey Jrs. sind jeden Cent wert. Auch sie konnten den gigantischen Erfolg von "Marvel's The Avengers" nicht vorhersehen. Aber sie haben Downey Jrs. Verträge nach dem Erfolg des ersten "Iron Man" clever angepasst.
Tatsächlich wusste beim Start der "Iron Man"-Serie noch niemand, dass es überhaupt einen "Avengers"-Film geben würde und dass es dieser in die Top Ten der erfolgreichsten Filme aller Zeiten schaffen würde, erst recht nicht. Aber Robert Downey Jr. bekam einen Vertrag mit Marvel ausgehandelt, der seine zukünftigen Auftritte als Iron Man/Tony Stark klar regelt.
So kassiert er am "Avengers"-Erfolg prozentual mit und wird laut "Hollywood Reporter" allein bei diesem Film rund 50 Millionen Dollar einstreichen.
Seine Co-Stars können von so einem Deal nur träumen, sie verdienen an "The Avengers" nur einen Bruchteil dieser Summe: Chris Hemsworth (Thor), Jeremy Renner (Hawkeye), Chris Evans (Captain America) und Mark Ruffalo (Hulk) sind mit zwei bis drei Millionen Dollar Gage dabei.
Robert Downey Jrs. "Avengers"-Honorar ist beeindruckend, aber im Vergleich zu anderen Hollywood-Stars sind seine 50 Millionen Dollar auch nur Kleingeld. Johnny Depp hat für die vier "Fluch der Karibik"-Filme mindestens 240 Millionen Dollar eingefahren.
Michael Bay bekam allein für den ersten "Transformers" rund 80 Millionen, für die beiden Fortsetzungen gab's wahrscheinlich noch viel mehr obendrauf. Und dann ist da noch James Cameron. Der Rekord-Regisseur hat für "Titanic" und "Avatar" mehr eingenommen, als alle hier genannten Stars zusammengerechnet verdient haben.
Ausnahmemime Hollywoods, der wegen persönlicher Drogenprobleme extreme Schwankungen in seiner Filmkarriere erlebte und einige der...
Amerikanischer Schauspieler. Gutaussehend, sportlich und sympathisch, kam der 1,85 Meter große Chris Evans über Sommertheater und TV-Serien zum...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.