Jason Robards
Julianne Moore
Tom Cruise
Regie: Paul Thomas Anderson
Verleih: Studiocanal
Während die junge Frau des sterbenden Patriarchen und TV-Moguls Earl verzweifelt, fahndet dessen Pfleger Phil nach dem Sohn und wird fündig beim Selfmade-Sexguru Frank. Gleichzeitig sucht der Moderator einer Kinder-Gameshow die Aussöhnung mit seiner kokssüchtigen Tochter, die ihn hysterisch rauswirft, nur um vom schüchternen Polizisten Jim aufgesucht zu werden, der sich nicht abwimmeln lässt.

Nur zwei Jahre nach seinem fabelhaft wilden "Boogie Nights" lädt der 30-jährige Paul Thomas Anderson erneut zu einer wild wuchernden Odyssee durch das Gestrüpp menschlicher Emotionen und lässt neun Protagonisten bei der Suche nach Liebe und Vergebung Schmerz und Hass, Einsamkeit und Verzweiflung durchleben, bis ein biblisches Naturereignis sie vereint. Ein mutiges Unterfangen, einer der ambitioniertesten amerikanischen Filme der letzten Jahre, der sich allen Konventionen verweigert und ganz auf das Talent seines Regisseurs und des furios aufspielenden Ensembles verlässt. Aus letzterem ragt Tom Cruise mit einer Galavorstellung heraus, die ihm bereits einen Golden Globe einbrachte.
Nach einer fulminanten Ouvertüre, in der ein Erzähler drei weder zeitlich, noch inhaltlich miteinander verbundene (aber allesamt wahre) Episoden über unglaubliche Zufälle darbringt, gibt Paul Thomas Anderson die Bühne frei für einen sinfonischen Blick auf das Leben von neun Menschen in einer einzigen Moody Night in Südkalifornien. Die Zeit ist das Hier und Jetzt. Die Figuren scheinen wie bei einer zufälligen Versuchsanordnung willkürlich gewählt. Zwei Leitmotive kristallisieren sich alsbald heraus, die den unabhängigen Schicksalen der verlorenen Seelen rund um den Magnolia Blvd. im San Fernando Valley eine symmetrische Ordnung verleihen: das langsame Sterben des Familienpatriarchen und TV-Mogul Big Earl Partridge (Jason Robards), der sich vor seinem Tod den letzten Wunsch erfüllen will, seinen einst verstoßenen Sohn wiederzusehen, und die TV-Gameshow "What Do Kids Know?", die seit Jahrzehnten von Saubermann Jimmy Gator (Philip Baker Hall) moderiert wird.
Während Earls junge Frau Linda (Julianne Moore) zusammenbricht, als sie erkennt, dass sie den Mann, den sie einst wegen seines Geldes geheiratet hatte, wirklich liebt, fahndet dessen Pfleger Phil (Philip Seymour Hoffman als Engel im kosmischen Chaos, die einzige Figur ohne Schuld oder emotionale Last) nach dem Sohn und wird fündig bei dem Selfmade-Sexguru Frank T.J. Mackey (Tom Cruise ist eine Offenbarung als unantastbarer Parademacho), der seinen unbändigen Hass auf den Vater auf Frauen umgeleitet hat ("Respektier den Schwanz!"), weil sie eine leichte Zielscheibe für seine wuterfüllten Attacken darstellen. Gleichzeitig sucht Moderator Gator, der erfahren hat, dass er nur noch zwei Monate zu leben hat, die Aussöhnung mit seiner kokssüchtigen Tochter (Melora Walters), die ihn hysterisch herauswirft, nur um kurz darauf vom schüchternen Polizisten Jim (John C. Reilly) aufgesucht zu werden, der sich nicht abwimmeln lässt. In Jimmys Sendung bereitet sich das Kindergenie Little Stanley (Jeremy Blackman) unter Drängen seines Vaters auf das Knacken des Jackpots vor, während die Show in einer Gay Bar vom einstigen Champ Donny (William H. Macy) verfolgt wird, von dessen Ruhm nichts mehr geblieben ist.
Nur scheinbar ist der Aufbau kompliziert. Tatsächlich geht Anderson so souverän mit dem Material um, dass nichts in "Magnolia" erzwungen oder konstruiert wirkt. Im Verlauf dieser Reise ans Ende der Nacht, die ihre Spannung nicht daraus bezieht, wie sondern ob die Figuren ihre Dilemmas lösen können, werden sich manche Wege kreuzen, werden manche Figuren aufeinander treffen, manche Fragen beantwortet, andere müssen ihr Päckchen weiter tragen. Das Zufallsprinzip entscheidet. In zwei sensationellen Sequenzen werden sie jedoch alle Brüder im Geiste: wenn Anderson sie im versöhnlichsten Moment des Films jeweils einzeln und einsam zu einem Lied von Aimee Mann singen lässt und wenn sie beim Showdown von einem alttestamentarischen Naturereignis überwältigt werden, das offenbart, dass alle - wie in einer kosmischen Fernsehshow - doch nur Spielball einer höheren Macht sind.
Die Struktur von "Magnolia" legt Vergleiche mit "Short Cuts" nahe, doch Altmans L.A.-Mosaik ist weniger stringent, weniger konzentriert und weniger emotional. Tatsächlich ist Andersons dritter Film ein südkalifornischer "Ulysses", in dem sich aus dem anfänglichen Chaos immer deutlicher als Essenz die Suche nach dem Vater schält. Nachdem Anderson in seinen vorangegangenen Filmen "Last Exit Reno" und "Boogie Nights" Ersatzväter, bzw. -familien in den Mittelpunkt stellte, kommt es hier gleich drei Mal zur Konfrontation mit fleischlichen Vätern, die ihren Kindern Gewalt angetan haben. Wieder andere Figuren sind in diesem amerikanischen "Sie küßten und sie schlugen ihn" vom Weg abgekommen, weil sie sich sichtlich ohne väterlichen Beistand durchs Leben schlagen. Der Reichtum des Materials, seine Detailgenauigkeit, die wunderbare Zeichnung der Figuren und eine starke Szene nach der anderen (Cruises Auftritt zu "Also sprach Zarathustra", Moores emotionaler Ausbruch in einer Apotheke) nutzen die Schauspieler in diesem Leben und Sterben in L.A. zu starken Leistungen. Alle sind überragend, aber die Offenbarung ist Tom Cruise mit einer Darstellung, die für einen Star seiner Statur unglaublich mutig ist. Nach seinem schmerzhaft introvertierten Spiel in "Eyes Wide Shut" explodiert er hier. Wie seine ölig-selbstgefällige Fassade bei einem Interview Brüche bekommt und er schließlich im Herz der aufgeblätterten Magnolien-Blüte den Mann konfrontiert, den er Zeit seines Lebens verachtet hat ("Don't go, you asshole!"), lässt den Atem stocken. Kaum vorstellbar, dass Film mehr bieten kann als diese American Beauty. ts.
| Darsteller: | Jason Robards | als Earl Partridge | |
|---|---|---|---|
| Julianne Moore | als Linda Partridge | ||
| Tom Cruise | als Frank Mackey | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Phil Parma | ||
| John C. Reilly | als Officer Jim Kurring | ||
| Melora Walters | als Claudia Wilson Gator | ||
| Jeremy Blackman | als Stanley Spector | ||
| Michael Bowen | als Rick Spector | ||
| William H. Macy | als Donnie Smith | ||
| Philip Baker Hall | als Jimmy Gator | ||
| Melinda Dillon | als Rose Gator | ||
| Emmanuel Johnson | als Dixon | ||
| Luis Guzmán | als Luis | ||
| Henry Gibson | als Thurston Howell | ||
| April Grace | als Gwenovier | ||
| Ricky Jay | als Burt Ramsay | ||
| Alfred Molina | als Solomon Solomon | ||
| Ezra Buzzington | |||
| Regie: | Paul Thomas Anderson | ||
| Drehbuch: | Paul Thomas Anderson | ||
| Produzent: | Paul Thomas Anderson | ||
| JoAnne Sellar | |||
| Koproduzent: | Daniel Lupi | ||
| Ausf. Produzent: | Lynn Harris | ||
| Michael De Luca | |||
| Kamera: | Robert Elswit | ||
| Schnitt: | Dylan Tichenor | ||
| Musik: | Jon Brion | ||
| Produktionsdesign: | William Arnold | ||
| Mark Bridges | |||
| Kostüme: | Mark Bridges | ||
| Ton: | John Patrick Pritchett | ||
Wenn es um Kino-Highlights wie das Sequel zu "Spider-Man" geht, rauscht es ja bekanntlich gewaltig im Blätterwald. Gerüchte über potentielle Haupt- und Nebendarsteller sind zwar häufig zu lesen, entpuppen sich aber meistens als wilde Spekulationen. Was wirklich stimmt: Alfred Molina spielt den Gegenspieler des Spinnenmanns.
Molina übernimmt die Rolle des teuflischen Doc Ock und schlüpft somit in die Fußstapfen von Willem Dafoe, der in "Spider-Man" als Grüner Kobold Unfrieden stiftete. Im zweiten Teil wieder mit dabei: Tobey Maguire, Kirsten Dunst und James Franco. Auch der Regisseur ist der Selbe geblieben: Sam Raimi.
Raimi hatte schon lange den Wunsch, Molina für den Film zu gewinnen. Amy Pascal, eine Mitarbeiterin des Regisseurs, erklärte: "Alfred Molina kann einfach alles spielen - vom klassischen Drama bis hin zur Komödie. Genau so einen Schauspieler haben wir für das neue "Spider-Man"-Abenteuer gebraucht. Er gibt dem Bösewicht erst die charakterliche Tiefe. Daher war er unser Wunschkandidat für die Rolle des Doc Ock."
Nach "Frida", der bei den Academy Awards 2003 sechs Oscars abräumen könnte, also erneut eine Hauptrolle für Molina. Dabei könnte der Brite längst ein wahrer Superstar sein, hat jedoch immer den entscheidenden letzten Schritt dazu verpasst.
Bereits 1981 war er im ersten "Indiana Jones"-Abenteuer zu sehen. Weitere Leinwandauftritte: in Jim Jarmuschs "Dead Man", Paul Thomas Andersons "Magnolia" oder Lasse Hallströms "Chocolat" - aber eben immer nur als Nebendarsteller.
Die Fortsetzung von "Spider-Man" soll im April 2004 in die Kinos kommen.
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