Liam Neeson
Geoffrey Rush
Uma Thurman
Regie: Bille August
Verleih: Constantin
Gestohlenes Brot bringt Jean Valjean 19 Jahre in Haft. 1812 entlassen, muß er erst den Menschen in sich wiederfinden. Doch die Vergangenheit holt ihn ein, als sein früherer, haßerfüllter Aufseher den erfolgreich Resozialisierten zur Flucht zwingt. 10 Jahre lebt Valjean unerkannt in Paris, bis sich sein Weg mit dem des Erzfeindes erneut kreuzt.

Knapp zwanzigmal wurde es schon verfilmt, Victor Hugos Epos über das Jahrzehnte umspannende Duell zwischen Ex-Sträfling Valjean und seinem zum Polizeiinspektor aufsteigenden Aufseher Chavert. Die jüngste Version des Dänen Bille August garantiert eine grundsolide, wenngleich etwas biedere Umsetzung des Klassikers, die dank prominenter, verschiedene Generationen ansprechender Namen gerade zum avisierten Weihnachtsstart auf gute Zuschauerzahlen hoffen darf.
Eine Verbesserung des Zuspruchs erhofft sich der Verleih schon mit der Maßnahme, für den Film mit der Beliebtheit des gleichnamigen, 1985 uraufgeführten Musicals zu werben, weil dem Roman wohl eine Publicity-wirksame Präsenz nicht mehr zugetraut wird. Eine mögliche Präventiv-Reaktion auf ein potentielles Sättigungsgefühl des Publikums, das die indischen, japanischen, ägyptischen oder russischen Versionen des Stoffes kaum gesehen haben dürfte, dem aber die Geschichte durch Hollywoods bekannteste Verfilmung (mit Charles Laughton) oder Frankreichs Antworten darauf (mit Jean Gabin oder Lino Ventura) vielleicht nicht vertraut, doch zumindest bekannt sein dürfte. Eine Einschätzung, die denkbar auch verhinderte, daß Claude Lelouchs jüngste, ins 20. Jahrhundert verlegte Adaption (mit Jean-Paul Belmondo) trotz des Golden Globe als bester ausländischer Film nie in die deutschen Kinos kam. Bille Augusts auf einem Drehbuch des als sehr seriös geschätzten Autors Rafael Yglesias ("Fearless") basierende Fassung bietet im Unterschied zu Lelouch keinen originellen Neuansatz, sondern eine geraffte, wenngleich mit 133 Minuten Laufzeit nicht gerade gehetzte Umsetzung des Romans, die in der düster-atmosphärischen Fotografie an Yves Angelos "Le Colonel Chabert" erinnert und dank gut gewählter und agierender Darsteller die Dramatik von Hugos Epos über opulentes Ausstattungskino setzt. Liam Neeson ist ein glaubwürdiger Valjean, der nach 19jähriger Zwangsarbeit nur noch Tier ist, durch die Güte eines Geistlichen aber den Menschen in sich wiederentdeckt. Der Kontrapunkt zu Hugos unerschütterlichem Glauben an die Veränderbarkeit des Individuums ist der tyrannische Aufseher Javert, der, getrieben von den Dämonen seiner Biografie, Valjean verfolgt, selbst als dieser zum geachteten Fabrikbesitzer und Bürgermeister einer Kleinstadt gereift ist. Geoffrey Rush ist einer der besten Interpreten, die diese komplexe Figur je erfahren durfte: skrupellos, aber fast ähnlich bedauerns- wie verachtenswert in ihrem auf tiefem Minderwertigkeitsgefühl gründenden Haß. Obwohl August gewohnt statisch inszeniert, und Actionszenen unverändert nicht zu seinen Stärken zählen, überzeugt "Les Miserables" mehr als seine bisherigen Großprojekte "Das Geisterhaus" und "Fräulein Smillas Gespür für Schnee". Deren Zuschauerzahlen aber ohne die Publicity eines aktuellen Beststellers kaum erreichbar scheinen. kob.
| Darsteller: | Liam Neeson | als Jean Valjean | |
|---|---|---|---|
| Geoffrey Rush | als Javert | ||
| Uma Thurman | als Fantine | ||
| Claire Danes | als Cosette | ||
| Hans Matheson | als Marius | ||
| Reine Brynolfsson | als Kapitän Beauvais | ||
| Peter Vaughan | als Bischof | ||
| Mimi Newman | als achtjährige Cosette | ||
| Regie: | Bille August | ||
| Drehbuch: | Rafael Yglesias | ||
| Produzent: | Sarah Radclyffe | ||
| James Gorman | |||
| Koproduzent: | Caroline Hewitt | ||
| Buchvorlage: | Victor Hugo | ||
| Kamera: | Jörgen Persson | ||
| Schnitt: | Janus Billeskov Jansen | ||
| Musik: | Basil Poledouris | ||
| Produktionsdesign: | Anna Asp | ||
| Peter Grant | |||
| Kostüme: | Gabriella Pescucci | ||
| Ton: | David John | ||
Vielbeschäftigt und unersättlich zeigt sich derzeit Julianne Moore. Gerade erst ist ihr aktueller Film "Dem Himmel so fern" in den USA gestartet. Demnächst wird sie in "The Hours" neben Nicole Kidman und Meryl Streep zu sehen sein. Und die Verhandlungen zu ihrem neuen Projekt sind auch schon in der Endphase.
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Inszeniert wird der Thriller von dem dänischen Regisseur Bille August, der bereits "Les Misérables" und "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" glanzvoll in Bilder umgesetzt hat. Mit "Without Apparent Motive" feiert er zudem seinen Einzug in Hollywood. Da heißt es: anstrengen!
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