Originaltitel: Playing by Heart
USA 1998
Gillian Anderson
Angelina Jolie
Madeleine Stowe
Regie: Willard Carroll
Verleih: Buena Vista
Hannah und Paul stecken nach 40 Jahren Ehe in einer Krise. Roger und Gracie machen sich in ihrer rein sexuellen Beziehung gegenseitig etwas vor, während Gracies Mann Hugh seinen abendlichen Barbekanntschaften herzerweichende Storys auftischt. Auf episodenhafte Weise erzählt der Film von elf Menschen in Los Angeles und ihrer Suche nach Liebe und persönlichem Glück.

Ursprünglich sollte Willard Carrols Ensemblefilm "Dancing About Architecture" heißen, was von Protagonistin Angelina Jolie in der Eröffnungssequenz als Umschreibung dafür erklärt wird, daß "über Liebe zu reden, tanzen über Architektur gleichkäme". Bezeichnenderweise tänzelt der Regisseur und Drehbuchautor in seiner mosaikhaft strukturierten Zelluloid-Konstruktion manchmal ein wenig geziert, wenn auch optisch formvollendet um die Kernthemen von Liebe und Vertrauen. Die episodenhafte Erzählweise des Comedydramas, das sechs lose miteinander verwobene Beziehungskonstellationen betrachtet, erinnert an "Short Cuts" - und wie dessen Regisseur Robert Altman hat auch Carroll das Privileg, mit einer stargespickten Besetzung arbeiten zu können.
Das beachtliche Ensemble umfaßt immerhin Sean Connery und Gena Rowlands als seit 40 Jahren verheiratetes Ehepaar, das sich wegen seines Gehirntumors und einer lange zurückliegenden Affäre in einer schweren Krise befindet. "Akte X"-Agentin Gillian Anderson ist als beziehungsphobische Theaterregissseurin zu sehen, die von einem Zu-gut-um-wahr-zu-sein-Architekten in Gestalt von Jon Stewart umworben wird. Angelina Jolie porträtiert einen selbstsicheren Nachtfalter, der sich zunächst am introvertierten Clubkid Ryan Phillippe die Zähne ausbeißt. Madleine Stowe vergnügt sich mit ihrem Lover (Anthony Edwards), während ihr Gatte Dennis Quaid jeden Abend Barbekanntschaften (darunter Nastassja Kinski) eine neue herzerweichende Story auftischt. Ellen Burstyn und Jay Mohr (trotz mitleidserregendem Totenbett-Makeup wirkt er eher hohl als herzzerreißend) spielen Mutter und Sohn, die erstmals kurz vor seinem bevorstehenden Aids-Tod wirklich intime Gespräche miteinander führen. Zwischen den einzelnen Paaren wird in relativ kurzen Szenen hin- und hergependelt, wobei häufig Tag/Nacht-Überblendungen von der Los-Angeles-Skyline die Überbrückung bilden. Die Dialoge wirken gerade in ihrer präzisen Geschliffenheit ein wenig artifiziell und affektiert. Inbrünstig erklärte "I love you"-s zwischen Partnern, die sich kaum kennen, wollen in ihrer emotionalen Dringlichkeit nicht immer so recht mitreißen. Dank stilvoller Kameraarbeit und einem eleganten Produktionsdesign ist die visuelle Umsetzung dieses Gefühlskaleidoskops ansprechend, und auch der relativ unaufdringliche Score geht gut ins Ohr. Zum Schluß werden die Verbindungen zwischen den einzelnen Beteiligten offenbart, auch wenn mit sonderlich unerwarteten Überraschungen kaum aufgewartet wird. Insgesamt sind die Vignetten allesamt amüsant und anrührend genug, um das Publikum auf seinem Beziehungs-Parcours kurzweilig zu unterhalten. ara.
| Darsteller: | Gillian Anderson | als Meredith | |
|---|---|---|---|
| Angelina Jolie | als Joan | ||
| Madeleine Stowe | als Gracie | ||
| Anthony Edwards | als Roger | ||
| Ryan Phillippe | als Keenan | ||
| Gena Rowlands | als Hannah | ||
| Sir Sean Connery | als Paul | ||
| Dennis Quaid | als Hugh | ||
| Ellen Burstyn | als Mildred | ||
| Jay Mohr | als Mark | ||
| Jon Stewart | als Trent | ||
| Nastassja Kinski | als Melanie | ||
| Patricia Clarkson | als Allison | ||
| Regie: | Willard Carroll | ||
| Produzent: | Willard Carroll | ||
| Meg Liberman | |||
| Thomas L. Wilhite | |||
| Koproduzent: | David Witz | ||
| Kurt Albrecht | |||
| Ausf. Produzent: | Harvey Weinstein | ||
| Bob Weinstein | |||
| Guy East | |||
| Nigel Sinclair | |||
| Paul Feldsher | |||
| Kamera: | Vilmos Zsigmond | ||
| Schnitt: | Pietro Scalia | ||
| Musik: | John Barry | ||
| Produktionsdesign: | Melissa Stewart | ||
| Charlie Daboub | |||
| Kostüme: | April Ferry | ||
| Ton: | Art Rochester | ||
Angelina Jolie ist eine vielseitige Schauspielerin - das weiß man nicht erst seit ihrem Auftritt als Actionheldin in "Lara Croft: Tomb Raider".
Die Rolle der Monster killenden Computerschönheit hatte herzlich wenig mit ihren Leinwandauftritten beispielsweise in "Leben und Lieben in L.A." oder "Durchgeknallt - Girl, Interrupted") gemeinsam: Hier glänzte Jolie im Charakterfach.
Jetzt wagt die Ex-Frau von Schauspiel-Kollege Billy Bob Thornton den Sprung zum FBI. In "Taking Lives" wird Jolie eine Agentin spielen. Sie bekommt den Auftrag einen Serienkiller dingfest zu machen, der seine Opfer sorgfältig auswählt und dann ihre Identität annimmt. Die Rolle des Killers spielt Ethan Hawke, der zuletzt in "Training Day" zu sehen war.
Auch der Regisseur steht mittlerweile fest: D.J. Caruso ("The Salton Sea") inszeniert den Psychothriller, der auf dem gleichnamigen Roman von Michael Pye basiert.
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