Skurrile, satirisch angehauchte Tragikomödie mit Ewan McGregor als passioniertem Angler, der im Jemen die Möglichkeit des Lachsfischens erkunden soll. http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto13/12130004/b150x150.jpg Lachsfischen im Jemen

Filmdetails

Lachsfischen im Jemen

Skurrile, satirisch angehauchte Tragikomödie mit Ewan McGregor als passioniertem Angler, der im Jemen die Möglichkeit des Lachsfischens erkunden soll.


Lachsfischen im Jemen
Start: 17.05.2012

Originaltitel: Salmon Fishing in the Yemen

Komödie / Drama

Großbritannien 2011
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Ewan McGregor
Emily Blunt
Amr Waked

Regie: Lasse Hallström
Verleih: Concorde

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Inhalt

Dr. Alfred Jones, eine internationale Größe in Sachen Fischzucht, wird von Harriet Chetwode-Talbot mit einem abstrusen Angebot konfrontiert: Ihr Auftraggeber, ein jemenitischer Scheich, möchte in seinem Wüstenstaat Lachse ansiedeln. Geld spielt dabei keine Rolle. Jones tut die Idee zunächst als Unfug ab, lässt sich dann aber ob des hartnäckigen Charmes von Ms. Chetwode-Talbot auf das Abenteuer ein. Und dann erkennt auch noch die britische Regierung in diesem verwegenen Projekt die Möglichkeit, ihr angeschlagenes Nahost-Image aufzupolieren.


Kritik

Lachsfischen im Jemen

Lasse Hallström adaptiert Paul Tordays Politsatire als skurrile Liebeskomödie, bei der die smarte Emily Blunt dem verschrobenen Ichthyologen Ewan McGregor ins Netz geht.

"Lachsfischen im Jemen" - wie bitte? Ein Titel der Neugierde weckt, nie falsch wenn es darum geht, Publikum anzulocken. In Buchform hat das schon funktioniert, Paul Tordays Roman war in Großbritannien ein Bestseller, eine Satire, in der der Autor die (schwierigen) politischen Beziehungen zwischen Engländern und Jemeniten untersucht. Regisseur Lasse Hallström, Spezialist in Sachen Literaturverfilmungen, siehe "Schiffsmeldungen" oder "Gottes Werk und Teufels Beitrag", interessiert sich eher für die zwischenmenschlichen Aspekte der Vorlage, setzt in seiner eleganten Adaption auf Herzschmerz und Humor.

An die klassischen Komödien der Ealing Studios mit ihren exzentrischen Helden fühlt man sich erinnert, durch Ewan McGregor, der in die Rolle des Lachsexperten Dr. Alfred Jones schlüpft. Von Ichthyologie versteht er mehr als von Menschen, auf dem Gebiet des Fliegenfischens ist er ein ausgewiesener Experte. So wird Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) auf ihn aufmerksam. Im Auftrag ihres Chefs, Scheich Muhammed (Amr Waked), soll er das Lachsfischen in Jemen ermöglichen. Kosten spielen keine Rolle, 10.000 Lachsen will er mittels eines Damms in einem gefluteten Wadi eine neue Heimat geben.

Ein Märchen aus 1001 Nacht, angesiedelt zwischen schottischem Hochland, Londoner City und archaischen Wüstenlandschaften, die in Marokko gefilmt wurden. Wie sich die quirlige Ms. Chetwode-Talbot und der steife Mr. Jones einander annähern, davon erzählt der Film. Er ist in einer erkalteten Ehe gefangen, sie wartet auf ihren Verlobten, einen Soldaten, der als vermisst gilt. Die britische Regierung wiederum erhofft sich durch das Projekt positive Presse in Sachen Nahostpolitik: Auftritt Bridget Maxwell (Kirsten Scott Thomas), Sprecherin des Premierministers, die alle Beteiligten zum Lokaltermin in den Jemen bittet.

Simon Beaufoys ("Slumdog Millionär") Skript besticht durch pointierte, witzige Dialoge, die Charaktere sind sorgfältig, dieser Art Spaß entsprechend, ein wenig schablonenhaft gezeichnet. Die Schauspieler gehen in ihren Parts auf, größte Präsenz beweist Scott Thomas, die sich in ihren "Iron Lady"-Auftritten als brillante Komödiantin outet. Ein wenig befremdlich wirkt der eingeflochtene Terrorplot, dessen (wenige) Actionmomente nicht wirklich zum Rest der Handlung passen. Dafür trifft Dario Marianelli mit seinem Schmeichelsoundtrack exakt der richtigen Ton, derweilen Kostümbildnerin Jane Marcantonio weiß, was angelsächsische Kleidervorschriften verlangen. Fazit: Die spinnen, die Briten. geh.

Lachsfischen im Jemen

Darsteller:  Ewan McGregor   als Dr. Alfred Jones
  Emily Blunt   als Harriet
  Amr Waked   als Scheich Muhammed
  Kristin Scott Thomas   als Patricia Maxwell
  Tom Mison   als Robert Mayers
  Rachael Stirling   als Mary Jones
  Catherine Steadman   als Ashley
  Jill Baker   als Betty Burnside
  Tom Beard   als Peter Maxwell
 
Regie:  Lasse Hallström  
Drehbuch:  Simon Beaufoy  
Produzent:  Paul Webster  
Ausf. Produzent:  Guy Avshalom  
  Paula Jalfon  
  Zygi Kamasa  
Buchvorlage:  Paul Torday  
Kamera:  Terry Stacey  
Schnitt:  Lisa Gunning  
Musik:  Dario Marianelli  
Produktionsdesign:  Michael Carlin  
Kostüme:  Julian Day  
Casting:  Fiona Weir  

Ewan McGregor leidet mit indischen Kindern

Für sein aktuelles Filmprojekt "Lachsfischen im Jemen" drehte Ewan McGregor auf der arabischen Halbinsel. Ein Kurzfilm für das Hilfsprojekt " UNICEF's Soccer Aid" führte ihn in Indien an seine emotionalen Grenzen.

Großansicht Macht gerade für seinen neuen Film "Lachsfischen im Jemen" Werbung: Ewan McGregor (Foto: Kurt Krieger)

Macht gerade für seinen neuen Film "Lachsfischen im Jemen" Werbung: Ewan McGregor (Foto: Kurt Krieger)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Hollywoodstar Ewan McGregor hat nun mehr Gesprächsstoff, als ihm lieb ist. Für das Hilfsprojekt "UNICEF Soccer Aid" reiste der Hauptdarsteller von "Lachsfischen im Jemen" letzten November nach Patna im indischen Bundesstaat Bihar. Das Leid und Elend, das er dort zu Gesicht bekam, ging dem Schauspieler an die Nieren.

Den Kulturschock bereits bei der Ankunft beschreibt McGregor als "einen wahren Angriff auf die Sinne". Er kann sich nur schwer vorstellen, dass Familien unter so widrigen Umständen leben können. Seine Erfahrungen veröffentlichte Ewan in einem Artikel für "Scotland On Sunday": "Ich erwartete von der Armut überwältigt zu werden - und ich war es."

Ewan McGregor traf in Indien auf den Tod

Die Armut war allgegenwärtig: "Es ist schwierig zu verarbeiten, wenn überall, wo du hinsiehst, Menschen auf der Straße leben und schlafen. Als wir durch die Stadt fuhren, sah ich überall Kinder, die an Plätzen spielten, an denen Kinder nicht spielen sollten. Örtlichkeiten, die mit Müll und Kot übersät waren. Das machte mir bewusst, wie unglaublich schwierig das Leben dieser Kinder ist."

McGregor besuchte die Region auf Einladung von UNICEF, um sich ein Bild davon zu machen, wie die Arbeit der Hilfsorganisation dazu beiträgt, die Kindersterblichkeitsrate in der Region zu senken. Und das in einer Gegend, in der fast die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Ewan McGregor machte ebenfalls einen Abstecher in ein örtliches Krankenhaus. Dort war die Situation ebenfalls nicht erfreulicher. "Ich erwartete auf der Station überall Babygeschrei. Aber in dem Moment, als wir eintraten, wurde ich von der Ruhe überrascht. Alle Babys waren so gebrechlich, dass ihre zarten Körper keine Energie hatten, um noch zu schreien."

Die tragischen Bilder wird der Star von "Lachsfischen im Jemen" sicherlich nicht so schnell vergessen.

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Ewan McGregor

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