Tobias Schenke
Anna Brüggemann
Michael Gwisdek
Regie: Carsten Fiebeler
Verleih: Senator
Mitte der 80er Jahre reist der 19-jährige Tim (Tobias Schenke), seines Zeichens angehender Tennisprofi und Schwarm aller Mädels seiner Jahrgangstufe, mit der Schulklasse in die DDR. Dort wird er von seinem ihm bislang unbekannten Zwillingsbruder aus Neuruppin kurzerhand ausgeknockt und in seiner Person beerbt. Zurückgelassen hinterm eisernen Vorhang bleibt dem verwöhnten Tim nichts anderes übrig, als sich mit dem real existierenden Sozialismus zu arrangieren.
Charme, Einfallsreichtum und jede Menge nostalgischer 80er-Rückblick könnten Carsten Fiebelers deutsch-deutsche Teeniekomödie zum Sleeperhit an den Kinokassen machen.
Geld oder Liebe? In dem nostalgischen Ost-West-Spaß lernt Tobias Schenke Licht- und Schattenseiten dies- und jenseits der Mauer kennen.
Man gehe 20 Jahre zurück und stelle sich vor, die Mauer stünde noch. Als Wessi befindet man sich auf Klassenfahrt in der DDR und wird dort blöderweise vergessen. Ein Albtraum!
So ähnlich ergeht es dem angehenden Tennisprofi Tim (Tobias Schenke) aus Bremen. Der 19-Jährige läuft im Osten zufällig seinem Zwillingsbruder Ronnie, von dessen Existenz er bis dato gar nichts wusste, über den Weg.
Ronnie (ebenfalls von Schenke gespielt), nutzt seine Chance, haut Tim eins über die Rübe und geht an seines Bruders Statt in den Westen.
Der verdutzte Tim muss sich fortan mit der nervigen Stasi, einem trotteligen Ersatzvater (zum Knuddeln: Michael Gwisdek) und gescheiterten Fluchtversuchen herumärgern.
Als er aber eines Tages der wunderbaren Jana (Anna Brüggemann) begegnet, muss Tim sich entscheiden: Karriere im Westen oder Liebe im Osten?
Mit viel Liebe zum Detail und jeder Menge "ostalgischer" Erinnerungen hat der gebürtige Zwickauer Carsten Fiebeler eine charmante Liebeskomödie inszeniert, angesiedelt zwischen dem frivolen Humor von "Sonnenallee" und dem hintersinnigen Spaß aus "Good Bye, Lenin!". Hitverdächtig!
| Darsteller: | Tobias Schenke | als Tim/Ronnie | |
|---|---|---|---|
| Anna Brüggemann | als Jana | ||
| Michael Gwisdek | als Erwin | ||
| Uwe Kockisch | als Vater | ||
| Tino Mewes | als René | ||
| Toni Snétberger | als Niklas | ||
| Florian Panzner | als Heiko Koslowski | ||
| Sebastian Kroehnert | als Max | ||
| Tobias Kasimirowicz | als Mathieu | ||
| Michael Kind | als Koslowski | ||
| Heike Jonca | als Mutter | ||
| Alexander Hörbe | als Trainer | ||
| Regie: | Carsten Fiebeler | ||
| Drehbuch: | Sebastian Wehlings | ||
| Peer Klehmet | |||
| A. Kühne | |||
| Produzent: | Dirk Beinhold | ||
| Koproduzent: | Dr. Stefan Gärtner | ||
| Katrin Holetzeck | |||
| Kamera: | Bernhard Jasper | ||
| Schnitt: | Antje Zynga | ||
| Produktionsdesign: | Björn Nowak | ||
| Kostüme: | Aenne Plaumann | ||
Pubertäts-Klamotten wie "Harte Jungs" und Psycho-Dramen à la "Ein Leben lang kurze Hosen" - Tobias Schenke ist einer der vielseitigsten Schauspieler Deutschlands und fängt jetzt erst richtig an!
Tobias Schenke in "Kleinruppin Forever": Doppelrolle als "Ossi" und "Wessi" (Foto: Senator)
"Kleinruppin forever" ist eine andere Schiene, ein anderer Humor. Bei "Harte Jungs" gab es Slapstick satt, ein großer kommerzieller Erfolg. Diese Komödie war für mich ein Geschenk und hat mir geholfen, bekannt zu werden, aber letztendlich auch das Leben etwas schwerer gemacht für den Weg, den ich eigentlich gehen wollte.
Ich will vielfältig bleiben, mich nicht auf ein Genre festlegen, sondern vieles ausprobieren. Seit meinem 12. Lebensjahr drehe ich, mir ist das Glück in den Schoß gefallen. Jetzt hoffe ich auf weitere interessante Angebote, vielleicht auch mal Richtung Fantasy wie "Der Herr der Ringe" oder Science Fiction.
Nicht unbedingt. Ich arbeite gerne hier, bin aber auch gerne in der Welt unterwegs und möchte schon mal raus, internationale Set-Luft schnuppern. Niemand sagt nein, wenn Hollywood anklingelt, aber man sollte nicht darauf bauen oder sich zu große Illusionen machen.
Am Anfang war ich schrecklich schüchtern. Die Begeisterung meiner Eltern hielt sich in Grenzen, sie ließen mich aber machen. Fünf Jahre habe ich quasi am Stück gedreht und unheimlich viel erlebt, wahnsinnig gute Leute getroffen. In der Schule fühlte ich mich eine Zeitlang nicht mehr so wirklich wohl, aber ich habe immer noch Freunde von früher. Ich bin eigentlich ein ganz normaler Typ mit Lust auf Leben, das heißt mal durch Scheiße gehen, mal glückliche Momente auskosten.
Ich fand beide total spannend. Da ich aus dem Osten komme, konnte ich den "Ossi" natürlich freier spielen. Da brauchte mir der Regisseur nicht viel sagen. Bei dem Wessi mit dieser Popperkultur aus den 80er Jahren musste ich mich etwas einfinden. Mir gefällt es, dass da einer aus dem Westen im Osten etwas dazulernt, plötzlich ganz andere Dinge zählen.
Der ganze Film ist etwas märchenhaft, aber da gibt es schon eine Wahrheit. Ich finde es toll, dass ein Typ wegen einer Frau auf fetten Luxus verzichtet und in ein fremdes Land zurückkehrt. Das könnte auch Afrika oder sonst wo sein. Er gehorcht seinem Gefühl, was kann ihm besseres passieren?
"Kleinruppin Forever": Egal ob Ossi oder Wessi - die Polizei kontrolliert jeden (Foto: Senator)
Ich bin so Fifty-Fifty: in der DDR aufgewachsen, habe viel im Westen gedreht und lebe jetzt in Kreuzberg. Als die Mauer fiel war ich acht Jahre alt, der Westen kam nicht zackzack, sondern das dauerte. Ich kannte Ladas und Trabis, wusste wie die Wurst im Osten schmeckte und konnte eine wunderbare Kindheit genießen. Als anarchistisch veranlagter Mensch fühle mich weder als Ossi, Wessi oder Deutscher, sondern als eine Person, die auf diesem Planeten lebt. Nichts gegen Zusammenwachsen, aber es lebe der Unterschied!
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