Florian Lukas
Jürgen Vogel
Heike Makatsch
Regie: Lars Kraume
Verleih: Film1 (Alamode)
Eine Indie-Band geht auf Deutschland-Tournee. Begleitet werden die Musiker und ihre Crew von einem Kamerateam, das von Tobias (Florian Lukas), dem Bruder des Sängers Markus Hansen (Jürgen Vogel), geleitet wird. Als plötzlich Tobias' Freundin Ellen (Heike Makatsch) auftaucht, kommt Bewegung in die Angelegenheit. Ellen hatte nämlich mal was mit Markus. Der daraus resultierende Eifersuchtskonflikt droht nun die Dreharbeiten zu belasten.
"Keine Lieder über Liebe" ist keine Mockumentary à la "Spinal Tap", sondern ein halbdokumentarisch wirkendes Beziehungsdrama vor der unglamourösen Kulisse eines typischen Touralltags.
Innovatives, auf DV gedrehtes Dreiecksmelodram vor dem Hintergrund einer Bandtournee.
Der Rockmusiker Markus Hansen (Jürgen Vogel) wird von seinem Bruder Tobias (Florian Lukas) während der Deutschlandtournee mit seiner Band in einem Dokumentarfilm portätiert. Die beiden Brüder belastet jedoch noch eine totgeschwiegene Affäre zwischen Markus und Tobias' Freundin Ellen (Heike Makatsch).
Als Ellen dann bei den Dreharbeiten auftaucht, bricht der ungelöste Konflikt schließlich auf. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen und heißen Diskussionen über Liebe, Treue und Betrug.
Spannendes und authentisch wirkendes Filmexperiment von Lars Kraume, in dem dokumentarische und fiktionale Elemente fließend ineinander übergehen. Für die Dreiecksgeschichte wurden die Schauspieler nur mit einer groben Biografie ihrer Figuren versehen und mit einer realen Band auf Tour geschickt.
Vogel, Makatsch und Lukas ließen sich auf ein innovatives Projekt ein, dessen Ergebnis von niemandem vorhergesehen werden konnte, doch auf jeden Fall sehenswert ist.
| Darsteller: | Florian Lukas | als Tobias Hansen | |
|---|---|---|---|
| Jürgen Vogel | als Markus Hansen | ||
| Heike Makatsch | als Ellen | ||
| Monika Hansen | als Mutter | ||
| Thees Uhlmann | als Thees | ||
| Marcus Wiebusch | als Marcus | ||
| Felix Gebhardt | als Felix | ||
| Max Martin Schröder | als Max | ||
| David Sieveking | als Tourmanager | ||
| Katharina Lorenz | als Katharina | ||
| Charlie Rinn | |||
| Zora Holt | |||
| Thomas Dannemann | |||
| Regie: | Lars Kraume | ||
| Drehbuch: | Lars Kraume | ||
| Produzent: | Henning Ferber | ||
| Sebastian Zühr | |||
| Lars Kraume | |||
| Kamera: | Sonja Rom | ||
| Alexa Ihrt | |||
| Schnitt: | Barbara Gies | ||
| Musik: | Marcus Wiebusch | ||
| Thees Uhlmann | |||
| Max Martin Schröder | |||
| Reimar Bustorff | |||
| Kostüme: | Ayzit Bostan | ||
| Ton: | Stefan Soltau | ||
| Casting: | Nessie Nesslauer | ||
Für viele mag die Berlinale nur eine Ansammlung von Promis sein, die sich auf dem roten Teppich das Blitzlichtgewitter gefallen lassen, und eine Reihe von Parties, wo sich Berliner, Branche und ab und zu auch ein paar Stars sehen lassen.
Stimmt nicht. Die Berlinale ist zum Filme gucken da. Auch wenn der Wettbewerb nicht hält, was er verspricht, gibt es in den sogenannten Nebenreihen und Sondervorführungen etlich Spannendes zu entdecken - sogar Promis.
So zum Beispiel Festival-Darling und Jury-Mitglied Bai Ling im satirischen Horrorfilm "Dumplings" aus der Reihe "Panorama". Die titelgebende Spezialität aus der chinesischen Küche ist hier mit einer besonders abstoßenden Zutat versehen, die ewige Jugend verspricht: Föten. Wem da nicht schlecht wird...
Regisseur Fruit Chan freut sich, mit dem Genre-Werk sein Publikum zu schockieren. Und auch Bai Ling, die hier die stets gut gelaunte Köchin dieser "Delikatessen" mimt, ist natürlich bei der Pressekonferenz - wie immer - bestens aufgelegt und erzählt, dass sie sofort am Telefon zugesagt hat und zwei Wochen später vor der Kamera von Christopher Doyle stand.
Diesen berühmten Kameramann müsse man einfach respektieren, auch wenn manchmal weniger Diskussionen sicherlich besser wären, schmunzelt Regisseur Chan. Wong-Kar-wai-Bildermacher Doyle gehört zu den Lehrmeistern des Talent Campus und schneit verspätet an seinem Platz ein mit der Entschuldigung, er sei auf der Suche nach einem Bier gewesen.
"Keine Lieder": Tobias (Florian Lukas) und Ellen (Heike Makatsch) verschweigen eine Affäre... (Foto: Berlinale)
Ein deutscher Promi und Dauerfestivalgast gibt sich auch wieder die Ehre: Jürgen Vogel spielt und singt sogar "Keine Lieder über Liebe", ebenfalls im Panorama. Im Guerilla-Stil und mit viel Improvisation wurde der Film gedreht. Vogel wird dabei unterstützt von den Musikern der Deutschrocker Tomte, die mit ihm vier Wochen als Band namens Hansen auf Tour gegangen sind.
Seine Mitspieler Florian Lukas und Heike Makatsch betonen, sie haben die Gefühle und Konflikte "gelebt" und nicht gespielt. Denn Regisseur Lars Kraume habe ihnen nur den Background der Figuren des Films gegeben, aber kein Drehbuch. Und so authentisch und gefühlsecht kommt das im Film auch rüber, in dem es trotz des Titels natürlich doch um Liebe geht. Und das macht den Charme dieses innovativen Werkes aus - zusammen mit der Musik.
...während der betrogene Markus (Jürgen Vogel) - Ellens Freund und Tobias' Bruder - munter seine Songs trällert (Foto: Berlinale)
Musik liegt auch sonst in der Berliner Luft, egal ob Kevin Spacey zur Präsentation seines Bobby-Darin-Biopics "Beyond the Sea" live seine Sangeskünste beweist oder die Krähen in den Bäumen vor dem Berlinale-Palast krächzen als wollten sie Hitchcocks "Vögel" sein.
Mal sehen, wer in den nächsten Tagen im Wettbewerb den Ton angibt...
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