Sam Neill
William H. Macy
Téa Leoni
Regie: Joe Johnston
Verleih: UIP
Acht Jahre nach Erstkontakt mit genetisch reproduzierten Dinos, zwingt das Schicksal Dr. Grant erneut in die Konfrontation Mensch gegen Urzeitbestie. Von einer List getäuscht, muss er eine Rettungsmission für einen vermissten Jungen anführen und sich dabei mit noch gefährlicheren Kreaturen auseinandersetzen, die nun auch zu Wasser und in der Luft attackieren.

Es ist angerichtet: Zum dritten Mal, aber erstmals ohne die Basis einer Romanvorlage Michael Crichtons und die Inszenierungspotenz Steven Spielbergs, bitten die kommerziell bewährten Inseldinos vor der Küste Costa Ricas zu Tisch. Auf ihrem aktuellen Speiseplan steht ein kleiner Rettungstrupp, der auf dem isolierten paläontologischen Biotop einen notgelandeten Jungen aus dem Revier der vertrauten Fleischfresser bergen will, unter denen nun sogar T-Rex tierische Konkurrenz bekommt. Kein Zweifel besteht, dass auch Teil 3 des Franchises ein Sommerevent im Kino sein wird, auch wenn dessen knappe Laufzeit andeutet, das dem Konzept, wenn nicht eine neue originelle Idee gefunden wird, in weiteren möglichen Fortsetzungen das Aussterben droht.
Die Rezeptur von "Jurassic Park 3" hält sich eng an das von den Vorgängern etablierte Muster, verzichtet aber auf den kontinentalen Epilog von Teil 2, der T-Rex destruktiven Auslauf bescherte. Im Prolog wird der Grund für einen erneuten Besuch auf Isla Sorna präsentiert, als der 14-jährige Eric bei einem Bootsausflug mit Paragliding durch einen unsichtbar bleibenden Angreifer zum Landen auf der Insel gezwungen wird. Mit einer List und dem Versprechen großzügiger Forschungsspenden locken seine geschiedenen Eltern (Téa Leoni als zwanghafter Schreihals, William H. Macy als besonnener Kleinbürger) Dr. Grant (Sam Neill), den geplagten Dino-Veteranen aus Teil 1, zum Flug über die Insel, bis ihn ein Faustschlag zur verabscheuten und gefürchteten Landung überredet. Kaum am Boden, nehmen die Dinge ihren von Grant erwarteten Lauf: der großmäulige Begleitschutz landet im weit größeren Maul eines Spinosaurus, der an Format und Brutalität T-Rex zum Auslaufmodell macht, diesem in einer denkwürdig animierten Sequenz früh die angestammte Pole-Position in der Nahrungskette entreißt und in der Folge den dezimierten Rettungstrupp beharrlich terrorisiert. Den Raptoren, erklärte Fanlieblinge der beiden ersten Teile, fällt ebenfalls eine Schlüsselrolle zu, weil sie hier smarter und verschlagener attackieren und überdies amüsante Kommunikationsfähigkeit zeigen. Neu im Angebot sind neben dem Spinosaurus aggressive Flugsaurier, deren Attacke in einem riesigen Vogelkäfig zu den Höhepunkten des letzten Filmdrittels gehört, das mit dem finalen Auftritt der Raptoren, überraschend ohne wirkliche Konfrontation, abrupt und fast schon versöhnlich endet. Der Plot erfüllt nicht mehr als die Normalanforderungen eines solchen Abenteuers, orientiert sich an der geographisch-dramaturgischen Situation, sich von der Mitte der Insel zur Küste durchschlagen zu müssen und gönnt sich Atempausen, in denen Macy und Leoni verbal an der Sanierung ihrer gescheiterten Ehe arbeiten, auch wenn um sie herum ständige Lebensgefahr besteht. So sind die Actionsequenzen, die wie immer Stan Winstons animatronische mit den digitalen Kreaturen von ILM harmonisieren, die unbestreitbaren Highlights dieser Fortsetzung, die trotz gelegentlich angedeuteter Bisshärte alles tut, um jüngere Zuschauer nicht übermäßig zu verschrecken. Dass einem Mobiltelefon auf absurde Weise dramaturgische Bedeutung zukommt, trifft nicht nur den Humor, sondern auch die Lebensgewohnheiten der jungen Generation, die auch dieses familientherapeutische Abenteuer mit Dinos zu einem Hit machen wird. kob.
| Darsteller: | Sam Neill | als Dr. Alan Grant | |
|---|---|---|---|
| William H. Macy | als Paul Kirby | ||
| Téa Leoni | als Amanda Kirby | ||
| Alessandro Nivola | als Billy Brennan | ||
| Trevor Morgan | als Eric Kirby | ||
| Michael Jeter | als Udesky | ||
| John Diehl | als Cooper | ||
| Bruce A. Young | als Nash | ||
| Laura Dern | als Dr. Ellie Sattler | ||
| Taylor Nichols | als Mark Degler | ||
| Mark Harelik | als Ben Hildebrand | ||
| Julio Mechoso | als Enrique Cardoso | ||
| Blake Bryan | |||
| Sarah Danielle Madison | |||
| Linda Park | |||
| Sonia Jackson | |||
| Bruce French | |||
| Bernard Zilinskas | |||
| Rona Benson | |||
| Frank Clem | |||
| Regie: | Joe Johnston | ||
| Drehbuch: | Peter Buchman | ||
| Alexander Payne | |||
| Jim Taylor | |||
| William Goldman | |||
| Joe Johnston | |||
| Craig Rosenberg | |||
| Produzent: | Kathleen Kennedy | ||
| Larry Franco | |||
| Ausf. Produzent: | Steven Spielberg | ||
| Kamera: | Shelly Johnson | ||
| Schnitt: | Robert Dalva | ||
| Musik: | John Williams | ||
| Don Davis | |||
| Produktionsdesign: | Ed Verreaux | ||
| Doug Meerdink | |||
| Kostüme: | Betsy Cox | ||
| Ton: | Thomas Causey | ||
| Gary Summers | |||
| Christopher Boyes | |||
Im Jahr 1993 klammerte sich so mancher krampfhaft am Kinosessel fest…
Sorgt Steven Spielberg bald für eine weitere Dino-Maulsperre in "Jurassic Park IV"? (Foto: UIP)
Es war eine Revolution des Kinos, als Steven Spielberg in "Jurassic Park" zum ersten Mal lebensgroße, fotorealistische Dinosaurier über die Leinwand räubern ließ. Teil drei ist inzwischen über zehn Jahre her und immer wieder kamen Gerüchte über eine weitere Fortsetzung auf, die sich dann als Ente erwiesen.
Zuletzt hatte Originalheld Sam Neill die Schocker-Reihe für tot erklärt, weil Effekte-Zauberer Stan Winston und Buchautor Michael Crichton beide nicht mehr lebten und es daher keinen Sinn mache.
Das sieht Steven Spielberg aber offensichtlich anders. Der Regisseur der ersten beiden Filme hat sich in Hollywood zweimal mit dem Drehbuchautoren Mark Protosevich getroffen, um eine mögliche Handlung für "Jurassic Park IV" zu entwickeln.
Filmriese Universal, der hinter den ersten drei Filmen steht, wiegelt allerdings ab: Die Treffen seien "rein strategischer Natur" gewesen und es sei auch offiziell noch kein Autor für "Jurassic Park IV" engagiert worden. Protosevich wäre allerdings ein interessanter Kandidat. Er hat immerhin Kracher wie "I Am Legend", "The Cell" und "Thor" geschrieben.
Gut möglich, dass Steven Spielberg das Thema "Jurassic Park" wegen der neuen Möglichkeiten der modernen 3D-Technick wieder aufgreift: Die 64 geifertropfenden Zähne eines T-Rex mitten im Kinosaal - das wäre doch was!
Unter der Maske der Freundlichkeit und der verbindlichen Manieren lauert bei Sam Neill häufig die zwanghafte und Verantwortung nur vorschiebende...
Mit seinem zerknitterten Babyface und den traurigsten Augen der Welt hat sich William H. Macy zu Hollywoods erfolgreichstem Pechvogel...
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