Gag gespickte Leinwandadaption der Verbrecherjagden des kultigen Groschenheft-Agenten mit Christian Tramitz und Christian Ulmen als gegensätzliches Duo.
Gag gespickte Leinwandadaption der Verbrecherjagden des kultigen FBI-Agenten und Romanhefthelden Jerry Cotton in den Straßenschluchten von New York.
Sein erster Fall erschien 1954 unter dem Titel "Ich suche den Gangster-Chef" und der FBI-Haudege, verheiratet mit seiner Smith & Wesson, Kaliber 38, wurde schnell Kult, die Leser zahlten gerne 50 Pfennig für jedes Heftchen mit seinen Abenteuern, bis heute beträgt die europaweite Auflage rund eine Milliarde Exemplare. Der coole Hardliner mit Stil "made in Germany", der gerne mit seinem roten Jaguar durch die Straßenschluchten flitzt, versetzte die Gangster am Hudson River in Angst und Schrecken. Nur einen Fall konnte er nicht lösen.
Um den geht es in dieser amüsanten Verfilmung der Drehbuchautoren und Regisseure Cyrill Boss und Philipp Stennert, die das Duo Jerry Cotton und Phil Decker im Gegensatz zur Vorlage ändern: die Legende als geradlinig, das Greenhorn als hektisch, der eine der große Schweiger, der andere die nervtötende Quasselstrippe. Konfliktpotenzial total, ist Decker für Cotton doch nur einer von diesen dämlichen Intellektuellen, der noch nie auf einen Menschen geschossen hat, während der Newcomer ihn als Vorbild verehrt. Wenn die beiden gegensätzlichen Figuren nach einigen Hindernissen gemeinsam den bösen Buben, der sich als kühle Lady entpuppt, am New Yorker Hafen zur Strecke bringen, sprühen die Dialoge nur so vor tiefschwarzem Witz, die Herren der Schöpfung dürfen noch hemmungslos rauchen, Whisky süffeln, sexistische Sprüche vom Stapel lassen und sich als "Fan von Strumpfhaltern" outen, während die Damen ihnen knallhart die rote Karte zeigen (als Ass oder Herzkönig) und männliche Testosteronschübe geschickt für sich nutzen. Alles so richtig schön politisch unkorrekt.
Die Hauptrollen sind mit dem neuen Traumpaar Christian Tramitz, der lieber schießt als redet, und Christian Ulmen mit einer ausgefallen Comedian-Nummer am Flügel optimal besetzt, auch der Rest des Personals, darunter Gangsterboss Moritz Bleibtreu mit schwarzer Wolle auf dem Kopf, Manipulatorin Christiane Paul mit kalten Augen und kaltem Lächeln, Sex-Interest Monica Cruz und der einarmige Bandit Heino Ferch sind vom Feinsten. Mit augenzwinkernden Anleihen an "Men in Black" oder der klassischen Showdownszene in "Zwölf Uhr mittags" gibt diese ernsthafte Buddy-Action-Komödie auch Cineasten Futter. Anders als "Neues vom Wixxer", der die alten Edgar-Wallace-Filme persifliert, ist "Jerry Cotton" keine Parodie und kitzelt dennoch die Lachmuskeln bis zur Erschöpfung. Produzent Christian Becker liebäugelt damit - falls das Publikum mitspielt - alle zwei bis drei Jahre einen neuen "Jerry Cotton" zu drehen. Eine gute Idee. mk.
Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Kurztext:
Sein Name ist Cotton. Jerry Cotton. Der erfolgreichste Agent des FBI hat ein Problem: Sein Partner ist tot und Cotton selbst steht unter dem fälschlichen Verdacht, ihn getötet zu haben. Auf einmal macht das ganze FBI Jagd auf den ehrbaren Helden. Und der einzige, der ihm jetzt noch treu zur Seite steht, ist sein etwas unbeholfener, aber sehr wandlungsfähiger Kollege Decker. Filmparodien sind nie aus der Mode gekommen und funktionieren immer dann, wenn die Schauspieler gut, die Dialoge schnell und die Lacher in der Mehrzahl sind. All das ist in dieser Rat-Pack-Produktion der Fall. Sie basiert auf der gleichnamigen Heftromanreihe und die Filmemacher Boss & Stennert haben sich bemüht, das deutsch-amerikanische Zusammenspiel von Handlungselementen des Originals auch auf die Leinwand zu übertragen. Die Kameraarbeit und die Special Effects sind ausgezeichnet, die Darsteller - allen voran Christian Tramitz und Christian Ulmen - haben augenscheinlich Spaß an dem, was sie tun. Dies überträgt sich in jeder Minute auf den Zuschauer. Ihr Einsatz, Jerry Cotton!
Jurybegründung:
Nicht alle Wortwitze zünden, nicht immer trifft der Humor ins Schwarze, aber das Genre wird trotzdem gut bedient und wer nicht ganz ausgeschlafen ist, kann der Handlung dennoch ohne Mühe folgen. Es wird nicht viel experimentiert, sondern es geht um leichte Kost, um Unterhaltung. Der Plot bzw. das Handlungsmuster ist quasi von den Comic-Vorlagen ohnehin vorgeben und der Held hat einen seiner Fälle in bewährter Weise zu lösen. Jerry Cotton (tapfer und gut: Christian Tramitz) kämpft sich trotz Schlafentzug durch ein neues Abenteuer. Dass er von Phil Decker (Christian Ulmen) unterstützt wird, geht ihm (und dem Publikum) anfangs etwas auf die Nerven - aber man gewöhnt sich daran. Überhaupt gibt es an der erstklassigen Besetzung mit deutschen Schauspielern nichts auszusetzen. Von Moritz Bleibtreu (Sammy Serrano) über Herbert Knaup (John High) bis Heino Ferch (Klaus Schmidt) sind auch die Nebenrollen gut besetzt. Zudem bereichert aus der internationalen Riege unter anderen Monica Cruz (Malena) das Ensemble. Die bekannten und bewährten Stilmittel der Komödie kommen gekonnt zum Einsatz. Zitate aus dem Action-Kino werden aufgegriffen (z. B. freier Fall durchs Treppenhaus aus 'The Bourne Identity). Musikalische Akzente muntern auf. Sound-Designer und Maskenbildner leisten solide Arbeit. Sehenswerte Locations bilden den Drehort. Damit kommt durchaus ein hinreichender Unterhaltungswert zustande, der der Erwartungshaltung der Zuschauer entsprechen dürfte. Freilich fragt man sich, ob diese Art der Heldengeschichte in diesem Milieu noch den aktuellen Zeitgeist trifft - also ob diese Masche im 21. Jahrhundert bzw. bei einer jungen Generation von Kinobesuchern noch zieht. Die Mehrheit der FBW-Jury fand den Film in der Regie von Cyrill Boss und Philipp Stennert durchaus gelungen und stimmte für das Prädikat wertvoll.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
Jerry Cotton ist eine Agenten-Legende - nicht nur wegen seiner tödlichen Smith & Wesson und seinem roten Flitzer. Er hat nur einen einzigen Fall nicht gelöst. Ausgerechnet bei diesem soll ihn nun ein Greenhorn als neuer Partner unterstützen. Phil ist nicht nur eine nervende Quasselstrippe, sondern hält sich auch für einen großen Verwandlungskünstler. Und von der harten Praxis hat er auch kaum Ahnung im Gegensatz zum schweigsamen Haudegen Jerry.
| Originaltitel | Jerry Cotton |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Komödie / Action |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | 11.03.2010 |
| Besucher (D) | 261.156 |
| Einspielergebnis (D) | € 1.357.273 Bes. (EDI) 261.156 Bes. (FFA) 261.885 |
| FSK | ab 12 Jahre |
| WWW | - |
Herbert Knaup
Mr. High
Janek Rieke
Ted Conroy
Manou Lubowski
Steve Dillaggio
Tim Sikyea
Zerookaah
Frank Giering
Rezeptionist
Lara-Isabelle Rentinck
June Clark
Anna Julia Kapfelsperger
Peggy Martin
Günther Kaufmann
Joe Brandenburg
Philipp Stennert
Regisseur
Cyrill Boss
Drehbuch
Christian Becker
Produzent
Ulrike Fauth
Produktionsleit ung
Torsten Breuer
Kamera
Stefan Essl
Schnitt
Helmut Zerlett
Musik
Christoph Zirngibl
Musik
Georg Korpas
Maske
Manfred Banach
Ton
Emrah Ertem
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