Zwischen Psychodrama, Horror und Thriller siedelt Dito Tsintsadze die Geschichte eines Witwers an, der in einer alten Villa seine Besucher als Invasoren betrachtet.
Burghart Klaußner erlebt auf dramatisch-groteske Weise, wie zu viel Gastfreundschaft zu Mord und Totschlag führt.
Wenn sich ungebetene Gäste im abgelegenen Landhaus eines Witwers einnisten, führt das beim georgischstämmigen Dito Tsintsadze ("Schussangst") zu einem Home-Invasion-Thriller, der, statt nach Genre-, nach Arthaus-Sitte angerichtet ist und - stilistisch nicht immer sattelfest - zwischen Psychodrama, finsterer Farce und surrealer Groteske schwankt. Ein minimalistisches Werk über (Mit)Schuld und die Neugründung einer Familie, entfernt angelehnt an Hanekes "Funny Games", Molls "Harry meint es gut mit dir" und Hansons "Die Hand an der Wiege".
Das sparsame Geschehen gleicht oft einem lähmenden Alptraum, der lange Zeit benötigt, um in die Gänge zu kommen, beginnend mit dem verwelkten Neuwitwer Josef (Burghart Klaußners zweite Zusammenarbeit mit Tsintsadze nach "Der Mann von der Botschaft"), der um Sohn und Frau trauert. Am Grab trifft er ihre ihm unbekannte Cousine Nina (Heike Trinker), eine liederliche Theateraktrice, die vorwiegend Worthülsen absondert und nach einer Bleibe für ihren erwachsenen Sohn Simon fragt, der einen Job sucht. Der gutmütige Josef überlässt ihm ein Zimmer seines riesigen Anwesens und staunt nicht schlecht, als sich nachfolgend immer mehr Gäste ungefragt bei ihm einnisten und den phlegmatischen Trauerkloß langsam aus seinem Haus drängen. Als der Biedermann die osteuropäischen - und mitunter kriminellen - Eindringlinge der Tür verweisen will, geht auch ihm endlich auf, dass sie gar nicht vorhaben zu gehen.
In der Zwischenzeit sind sexuelles Begehren und Eifersucht zu einer bedrohlichen Gemengelage angewachsen, was sein Ventil schließlich in Mord und Totschlag findet. Dass der in seiner Passivität bis dahin schwer erträgliche Hausherr aktiv mitmischt, überrascht in dem Porträt diffuser Charaktere, die oft nur skizziert werden. Die irritierende Studie von Überfremdung schwenkt bisweilen ins Surreale und lässt sich - unter anderem - als politische Allegorie deuten: wer nur lange genug tolerant ist, läuft Gefahr, zum Fremden im eigenen Haus zu werden. Vorwiegend handelt Tsintsadze aber in Fernsehästhetik dialektisch den Kontrast von dionysischen Tanzgelagen und asketischer Einsamkeit als Überwindung einer Trauerphase ab. Mit einem sardonischen Familienende rückt die augenzwinkernd düstere Psycho-Groteske ihre Schieflage auf hinterlistige Art wieder gerade. tk.
Vor drei Monaten verlor Josef Sohn und Frau. Seitdem steht die Zeit still, bis der über 60-jährige Witwer an ihrem Grab Nina gegenübersteht, eine ihm unbekannte Cousine der Verstorbenen. Als sie Josef bittet, ihren arbeitslosen, erwachsenen Sohn Simon in seinem riesigen Landhaus zu beherbergen, hilft der gutmütige Mann gerne aus. Doch dann tauchen dessen rumänische Frau, sein Sohn sowie Ninas Geliebter, ein dubioser osteuropäischer Geschäftsmann auf. Sie richten es sich nicht nur bequem ein, sondern wollen Josef aus seinen vier Wänden verdrängen.
| Originaltitel | Invasion |
| OV | - |
| OmU | - |
| Genre | Thriller |
| Filmpreis | - |
| USA-Start | - |
| Kinostart (D) | 28.02.2013 |
| Besucher (D) | 6.510 |
| Einspielergebnis (D) | € 36.154 Bes. (EDI) 6.510 Bes. (FFA) 4.047 |
| FSK | ab 16 Jahre |
| WWW | - |
Thanassis Karathanos
Produzent
Karl Baumgartner
Produzent
Ebba Sinzinger
Produzent
Vincent Lucassen
Produzent
Jutta Freyer
Produktionsdesi gn
Ralf M. Mendle
Kamera
Karina Ressler
Schnitt
Gio Tsintsadze
Musik
Nadine Kremeier
Kostüme
Judith Kröher
Maske
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