Fragiles Großstadtdrama nach einem Roman von Hanif Kureishi über einen Mann und eine Frau, die sich einmal in der Woche zu anonymem Sex treffen. http://images.kino.de/flbilder/max01/mbiz01/mbiz41/z0141104/b150x150.jpg Intimacy

Filmdetails

Intimacy

Fragiles Großstadtdrama nach einem Roman von Hanif Kureishi über einen Mann und eine Frau, die sich einmal in der Woche zu anonymem Sex treffen.


Intimacy
Start: 07.06.2001

Drama / Erotik

Frankreich 2000
Laufzeit: 119 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Mark Rylance
Kerry Fox
Timothy Spall

Regie: Patrice Chéreau
Verleih: Prokino (Fox)

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In einer schäbigen Londoner Wohnung kommen Jay und Claire jeden Mittwoch zusammen, um miteinander Sex zu haben. Nicht mehr, nicht weniger, keine Fragen, keine Probleme. Doch dann kommt Claire eines Tages nicht zur verabredeten Zeit, und Jay beginnt, nach der ihm so vertrauten und doch völlig unbekannten Frau zu fahnden.


Kritik

Intimacy

Die Filme des Franzosen Patrice Chéreau widersetzen sich konsequent allen Trends, Moden und ähnlichen Mainstream-Anbiederungen. Ob es kleine, private heutige oder große historische Stoffe sind - für Chéreau ist Filmemachen eine sehr persönliche Sache. So ist auch jetzt sein achter und erster englischer Film eine ganz unmittelbare Annäherung an sein Thema: Liebe und wie schwierig es ist, wirklich zu lieben. Der Goldene Berlinale-Bär steht diesem in seiner Verletzlichkeit atemberaubenden Film sehr gut.

Mit intimsten körperlichen Augenblicken beginnt der Film. Ein Mann und eine Frau, Jay und Claire, haben Sex miteinander. In einer schäbigen Londoner Vorortswohnung, auf einem verdreckten Teppichboden, neben hastig beiseite geräumten Kisten und Klamotten. Sie sprechen kein Wort miteinander, man hört nur die Geräusche des Körpers, den eskalierenden Atem, das Aufreißen der Kondomverpackung. Es ist Mittwoch Nachmittag, und in den folgenden Wochen spielt sich jeweils mittwochs die gleiche Szene am selben Ort zwischen Jay und Claire ab. In dieser Intimität sind die beiden Mittvierziger sich zwar physisch nah, bleiben sich aber seelisch, menschlich, persönlich fern. Chéreau aber führt seine existentialistischen Beobachtungen unerbittlich weiter. Mit seiner Drehbuch-Koautorin Anne-Louise Trividic hat er die Kurzgeschichte "Nightlight" und den Roman "Intimacy" von Hanif Kureishi zum Filmskript verarbeitet, freilich ohne die ironische Leichtigkeit und sarkastische Ironie etwa der Frears-Verfilmung "Mein wunderbarer Waschsalon" zu adaptieren. Ihm geht es um eine andere Realität - den Verlust der Liebe in einer europäischen Metropole heute, die Einsamkeit, die sehnsüchtig erhoffte und gleichzeitig gefürchtete Nähe. Es sind die Widersprüche und scheinbaren Sinnlosigkeiten im Leben, die Chéreau interessieren, ohne dass er moralische Entscheidungen treffen wollte. Das macht seine Filme und besonders diesen bei aller Gedankenfracht so konkret und so emotional nachvollziehbar für den Zuschauer, ohne auch nur einen Augenblick Sympathien zu heischen oder indiskret zu werden, weder in den Sex-Szenen, noch in den Momenten versuchter Annäherungen und mehr oder weniger existenter Beziehungen. Wie lange können Jay und Claire die mittwöchlichen Nachmittage so wortlos mit dieser sexuellen Begierde aufeinander verbringen? Genau bis zu dem Mittwoch, an dem Claire erstmals nicht erscheint. Da setzt die Spurensuche der Geschichte ein, bekommen die Personen vielschichtige Konturen. Jay (Mark Rylance spielt ihn als brennenden unbehausten Unentschlossenen) hat vor einiger Zeit seine Frau und zwei kleine Kinder verlassen, arbeitet in einer Bar, trinkt aus Überdruss am Job und irgendwie auch am Leben. Als Claire nicht kommt und er sie zufällig im Großstadtgewimmel entdeckt, folgt er ihr durch Londons Straßen, Busse und Subways. In einem Pub spielt sie Amateurtheater, "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams, ein Stück über die Verletzlichkeit der Gefühle. Sie ist verheiratet, hat einen kleinen Sohn, ihr Mann ist Taxifahrer, mit dem Jay sich in einem riskanten Balanceakt anfreundet. Wie Mark Rylance, ist Kerry Fox, die Darstellerin der Claire, alles andere als ein Glamourgesicht, vielmehr eine vom sicher nicht entbehrungsarmen Leben gezeichnete und dennoch lebendig schöne Frau, die lieber schweigt als in falsche Geschwätzigkeit zu geraten. Eric Gautiers Kamera bleibt beiden und auch den wenigen Nebenrollen, darunter die wunderbare Marianne Faithfull als Claires Freundin, ganz direkt auf der Spur, rückt ihnen auch buchstäblich auf den Leib. Dass dabei nicht die geringste Indiskretion entsteht, macht diesen außerordentlichen Film so wichtig, so intensiv und so berührend. Verzweifelt und hoffnungsvoll - vom vibrierenden Anfang bis zum melancholischen Ende. fh.

Intimacy

Darsteller:  Mark Rylance   als Jay
  Kerry Fox   als Claire
  Timothy Spall   als Andy
  Alistair Galbraith   als Victor
  Philippe Calvario   als Ian
  Marianne Faithfull   als Betty
  Susannah Harker   als Susan
  Rebecca Palmer   als Pam
 
Regie:  Patrice Chéreau  
Drehbuch:  Anne-Louise Trividic  
  Patrice Chéreau  
Produzent:  Patrick Cassavetti  
  Jacques Hinstin  
Ausf. Produzent:  Charles Gassot  
Buchvorlage:  Hanif Kureishi  
Kamera:  Eric Gautier  
Schnitt:  François Gédigier  
Musik:  Eric Neveux  
Produktionsdesign:  Hayden Griffin  
Kostüme:  Caroline de Vivaise  
Ton:  Guillaume Sciama  
  Jean-Pierre Laforce  

Star

Kerry Fox

Gleich mit ihrem Leinwanddebüt als Schriftstellerin Janet Frame in Jane Campions "Ein Engel an meiner Tafel" erregte die neuseeländische...

Star

Timothy Spall

Britisch, bullig, massiv, mit unterdrücktem Zorn, anpackender Tatkraft und explodierender Herzlichkeit, ist Timothy Spall als idealer...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.