Originaltitel: In Time
USA 2011
Justin Timberlake
Amanda Seyfried
Cillian Murphy
Regie: Andrew Niccol
Verleih: Fox
In einer Welt, in der man ab 25 Jahren nicht mehr altert und mit 26 stirbt, wenn nicht zusätzliche Lebenszeit erarbeitet wird, kämpft Will mit vielen anderen aus der Zone der Armen jeden Tag ums Überleben. Als er von einem Fremden mit viel Zeit beschenkt wird, dringt Will in die Zone der Reichen vor, die auf Kosten der Armen Zeit im Überfluss haben und praktisch unsterblich sind. Will sucht nach Wegen, das diktatorische System zu stürzen, ist aber längst auf dem Radar von Zeitwächtern, die ihn unbarmherzig jagen.

Justin Timberlake wird Actionstar und Zeit zur wichtigsten Währung in Andrew Niccols spannungsintensiver Science-Fiction-Parabel.
In Michael Andersons "Flucht ins 23.Jahrhundert" war der Tod mit 30 Gesetz und unausweichlich, womit Niccols davon inspirierte Zukunft vergleichsweise optimistisch wirkt. Denn hier hört man mit 25 Jahren zu altern und mit 26 zu atmen auf, lässt sich das Leben aber verlängern, wenn man sich Zeit erarbeitet oder von anderen stiehlt. Auf perfide Weise herrrscht also Wettbewerb, der, nicht neu auf dem Planeten Erde, viele davon abhält, Regeln zu hinterfragen, und wenige reich und damit fast unsterblich macht. Wie dieses System, das Überbevölkerung präventiv löst, etabliert werden konnte, lässt der Film im Unklaren. Zu sehen sind lediglich die Regulierungsgewalten, Time Keeper wie Leon (Cillian Murphy), die einschreiten, wenn Missbrauch mit einem ablaufenden digitalen Zahlencode betrieben wird, der jedem auf den Arm eingeprägt ist, aber manipuliert werden kann. Zeitdiebstahl kann zum Tod führen, weil die meisten Menschen, die in abgeschotteten Armenzonen leben, nach dem Ablauf ihrer Zeituhr nur von Tag zu Tag leben, keine Zeitreserven mehr besitzen. So kommt auch Will (Timberlake) ins Visier der Zeitwächter. Er nämlich wurde von einem Fremden mit Zeit beschenkt, wird aber als Mörder des Gönners gesucht. Das Flucht- und Jagdmotiv ist dominant, generiert Spannung wie auch der Kampf gegen das Ultimatum, das die Zeituhr ständig setzt. Etwas vernachlässigt wird der Widerstand, vor Wills Eindringen in die Zone der Reichen praktisch nichtexistent und am Ende etwas uninspiriert realisiert, als Will mit der Tochter eines Unsterblichen (Amanda Seyfried) in Bonnie-und-Clyde-Manier auf Zeitraub geht und so das System taumeln lässt. Nazi-Parallelen mit Wächtern in Schwarzleder und ablaufender Zeit als Stigma sind wohl beabsichtigt, aber überflüssig in einem Film, der wie schon Niccols Debüt "Gattaca" das Futuristische mit minimalistischen Mitteln und eine von Zeit bestimmte Welt bis hin zum Lebensrhythmus glaubwürdig etabliert, außerdem die Gegenwart mit der Herrschaft des Großkapitals und des wachsenden Jugendwahns clever spiegelt. Dass Omis hier durch jugendliches Aussehen als Date-tauglich wahrgenommen werden, ist nicht das einzige Verstörende an dieser Story, die Timberlake die erste Actionrolle und Vincent Kartheiser ("Mad Men") als Zeitmillionär und Alex Pettyfer als charmant-gefährlicher Gangster Rollen mit Entdeckungspotenzial zuweist. kob.
| Darsteller: | Justin Timberlake | als Will Salas | |
|---|---|---|---|
| Amanda Seyfried | als Sylvia Weis | ||
| Cillian Murphy | als Raymond Leon | ||
| Vincent Kartheiser | als Philippe Weis | ||
| Olivia Wilde | als Rachel Salas | ||
| Alex Pettyfer | als Fortis | ||
| Johnny Galecki | als Borel | ||
| Matt Bomer | als Henry Hamilton | ||
| Shyloh Oostwald | als Maya | ||
| Colin McGurk | als Stadtbewohner | ||
| Will Harris | als Ulysse | ||
| Regie: | Andrew Niccol | ||
| Drehbuch: | Andrew Niccol | ||
| Produzent: | Andrew Niccol | ||
| Marc Abraham | |||
| Eric Newman | |||
| Ausf. Produzent: | Andrew Z. Davis | ||
| Amy Israel | |||
| Kristel Laiblin | |||
| Arnon Milchan | |||
| Hutch Parker | |||
| Bob Harper | |||
| Kamera: | Roger Deakins | ||
| Schnitt: | Zach Staenberg | ||
| Mark Goldblatt | |||
| Musik: | Craig Armstrong | ||
| Produktionsdesign: | Alex McDowell | ||
| Kostüme: | Colleen Atwood | ||
| Casting: | Denise Chamian | ||
Am 1. Dezember kommt der Science-Fiction-Thriller "In Time - Deine Zeit läuft ab" in die deutschen Kinos. Regisseur Andrew Niccol im Interview.
Andrew Niccol, dem der Durchbruch 1998 mit seinem Drehbuch zu "Die Truman Show" und dem Regiedebüt "Gattaca" gelang, am Set von "In Time" mit Justin Timberlake (Foto: Fox)
Science-Fiction ist immer eine Kritik am gesellschaftlichen Status quo. Trifft das auch auf "In Time" zu?
ANDREW NICCOL: Wenn man die Entscheidung trifft, einen Film zu machen, in dem wie in "In Time" die Zeit selbst zum Zahlungsmittel geworden ist, trifft man automatisch eine Aussage über die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen wir uns befinden.
Es gibt aktuell eine Reihe von Filmen, in denen sich der kleine Mann gegen das Kapital erhebt. Keiner dieser Filme geht allerdings so weit wie Sie.
Haha, ja, ich habe einen sozialistischen Film gemacht. Aber sagen Sie das bloß nicht dem Studio. Aber man muss blind sein, wenn einem das soziale Gefälle nicht auffallen würde. Wir haben in Los Angeles gedreht. An einem Abend waren wir im Elendsviertel, wo die Menschen auf der Straße lebten, am Tag darauf in einer riesigen Villa in Bel-Air, in der zwei Leute wohnen.
Wie konnten Sie das Studio von dem Konzept überzeugen?
Man sagt ihnen: Justin Timberlake! Amanda Seyfried! Action! Keiner ist älter als 25! In jeder Szene tickt die Uhr! Dann sagen sie Ja, ohne das Drehbuch lesen zu wollen. Klingt banal, aber es hat funktioniert!
Also ist "In Time" genau der Film, den Sie machen wollten?
Nein, es gab Debatten um jede Kleinigkeit. Der Film ist das Ergebnis zahlloser Kompromisse. Aber das hatte ich erwartet. Also habe ich ihnen etwas gegeben, dafür habe ich etwas bekommen. Ich bin tatsächlich ziemlich stolz auf den Film.
Sie drehen alle fünf Jahre einen Film. Kapiert Hollywood Sie nicht?
Nein. Glaube nicht. Mein Leben in Hollywood wird niemals einfach sein. Ich habe Ideen, die teuer und unkonventionell sind. Das ist die denkbar schlechteste Kombination. Ich könnte es so viel leichter haben, wenn ich einfach "Mein Dinner mit André" machen würde. Aber das sind nicht die Geschichten, die ich erzählen will.
Sie machen Science-Fiction, sind aber nicht an Effekten interessiert.
Nein, nicht wirklich. Ich bin zwar interessiert an Technologie und was sie mit uns Menschen anstellt, aber die Hardware um der Hardware willen ist nicht meine Sache. Man hat mir diese Filme angeboten, die ich "Man"-Filme nenne - "Super", "Bat", "Spider", "Iron". Ich habe Respekt vor den Kollegen, die sie machen. Man muss wirklich sein Handwerk beherrschen. Aber ich habe immer abgelehnt.
Sind Sie unglücklich?
Ich könnte gerade nicht glücklicher sein. Nächstes Frühjahr verfilme ich Stephenie Meyers "The Host", meine erste Adaption. Ich habe noch nie in meiner Karriere so schnell zwei Filme hintereinander gedreht. Das ist sehr aufregend.
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