Originaltitel: Cheaper by the Dozen
USA 2003
Steve Martin
Bonnie Hunt
Piper Perabo
Regie: Shawn Levy
Verleih: Fox
Nach 23 Jahren Ehe, in denen man fünf Mädchen und sieben Jungen zeugte, erhalten Tom und Kate Baker (Steve Martin und Bonnie Hunt) plötzlich die Gelegenheit zur umfassenden Traumverwirklichung: Er als Coach eines Football-Teams in Chicago, sie als Autorin ihres ersten Bestsellers. Während Mama auf Promo-Tour durchs Land zieht, bleibt es Papa überlassen, Ordnung im neuen Haushalt zu schaffen, ohne zugleich das Sportteam zu vernachlässigen. Das geht natürlich nicht ohne Komplikationen und Chaos über die Bühne.
Das Remake des gleichnamigen Hollywoodklassikers aus dem Jahr 1950 ist Steve Martin von Shawn Levy ("Voll verheiratet") geradezu auf den Leib geschneidert. Mit den Teeniestars Ashton Kutcher, Hilary Duff und Tom Welling.
Komik-Legende Steve Martin hat in Shawn Levys Slapstick Comedy viele Kinder, noch mehr Sorgen und den absoluten Traumjob.
In Zeiten von Rentenkrise, Ein-Kind-Familien und Single-Heeren kommt aus Hollywood nun endlich der richtige Impuls, der Deutschland aus dem Stimmungstief retten kann: Die Großfamilie wird wieder populär.
Gleich zwölf Kinder hängen die Studiobosse von Twentieth Century Fox dem armen Steve Martin in "Im Dutzend billiger" an. Ganz neu ist die Idee allerdings nicht, gab es doch bereits 1950 eine gleichnamige Komödie.
Mit der hat das Remake jedoch kaum mehr als die Kinderzahl gemeinsam, schließlich hat sich ja in den letzten 54 Jahren doch einiges getan in Sachen Emanzipation und Frauenpower.
Und genau da liegt der Haken, denn just als Tom Baker (Steve Martin) seinen Traumjob als Football-Trainer in Chicago antreten soll, begibt sich seine (Karriere-)Frau Kate (Bonnie Hunt aus "The Green Mile") auf Promo-Tour für ihr erstes Buch.
Eigentlich kein Problem, gäbe es da nicht noch die zwölf Sprösslinge der Bakers und den gemeinsamen Umzug vom Land in die Stadt - und um all das muss sich der völlig überforderte Tom nun alleine kümmern...
Seit mehr als 30 Jahren sorgt Steve Martin als Schauspieler, Autor und Produzent von Werken wie "Roxanne" oder "Haus über Kopf" weltweit für Lacher. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass auch diesmal kein Auge trocken bleibt, wenn er als überdrehter Familienvater Kinder, Küche und Karriere unter einen Hut zu bringen versucht.
Doch Regisseur Shawn Levy, der sich bereits mit "Voll verheiratet" als Komödienfachmann erwies, verlässt sich nicht nur auf das Charisma des Komiker-Veteranen, sondern versorgte seine quirlige Sippe mit einigen weiteren prominenten Gesichtern.
So gehören unter anderem "Coyote Ugly"-Schönheit Piper Perabo, "Smallville"-Traumboy Tom Welling und Teenie-Idol Hilary Duff ("Popstar auf Umwegen") zu den Baker-Kindern, während Shooting Star Ashton Kutcher in einer Nebenrolle für Herzklopfen beim weiblichen Publikum sorgen dürfte.
Eine Familie - so richtig zum Knutschen also, und zum herzhaft Lachen natürlich sowieso...
Shawn Levy, Regisseur und Produzent der Familienhits "Nachts im Museum 1 & 2", hofft mit "Real Steel", der in diesem Herbst weltweit in die Kinos kommt, ein neues Franchise zu starten.
Regisseur Shawn Levy (mitte) mit seinen "Real Steel"-Helden Hugh Jackman und Box-Roboter "Atom" (Foto: Walt Disney)
Ihr neues Projekt hat eine sehr lange Geschichte. Wie fing sie an?
SHAWN LEVY: Steven Spielberg und Robert Zemeckis entwickelten im Laufe von acht Jahren verschiedene Versionen eines Drehbuchs nach Richard Mathesons Kurzgeschichte, fanden aber nicht den richtigen Ansatz. Sie schickten mir das Skript. Nach dem ersten Lesen hatte ich eine klare Vorstellung davon, wie der Film aussehen sollte. Sie ließen mich das Drehbuch entsprechend umarbeiten, und nach zwei Monaten bekam ich grünes Licht. Die zentrale Idee war, dass "Real Steel" nicht nur ein Film über Roboterkämpfe ist. Das ist nicht originell. Es ist ein Film über Roboter, der Herz und eine humanistische Botschaft hat. Das ist originell. So legte ich den Film eher als Sportdrama mit Erlösungsgeschichte und weniger als Roboterfilm an.
Warum haben Sie sich für 2D und nicht für 3D entschieden?
Es mag ein Vorurteil sein, aber wir wollten das menschliche Drama, die Vater-Sohn-Geschichte, betonen. Da erschien uns 3D als das falsche Mittel. Wenn wir den Film in 3D gemacht hätten, hätte jeder einen reinen Roboteractionfilm erwartet. Für "Transformers 3D" war es sinnvoll, für unseren Film nicht. James Cameron sagte mir einmal, dass 3D für ein menschliches Drama genauso passend sei wie für Spezialeffekte, und vielleicht hat er recht. Aber vor einem Jahr, als ich die Entscheidung traf, sah ich es nicht so.
Der Film ist in den USA mit PG 13 freigegeben worden. Befürchten Sie, dass dieses Rating das Potenzial des Films einschränken könnte?
"Transformers" ist auch PG 13; er hätte genauso wie "Real Steel" auch ein niedrigeres Rating haben können. Ich hätte nur zehn Schimpfwörter rausschneiden müssen. Mit PG 13 hätte man Teenager und junge Männer aber nur abgeschreckt. Ich wollte den Film bewusst ein bisschen wilder machen - in der Annahme, dass auch die Kids unter 13 Jahren kommen. Für Vier- oder Fünfjährige ist der Film natürlich nichts, aber Eltern können beruhigt ihre acht-, neunjährigen Kinder mitnehmen. Ich habe vier Töchter, die hassen gewalttätige und gruselige Szenen, aber da hier die Gewalt unter Robotern stattfindet, mussten sie nicht wegschauen.
Durch "Nachts im Museum" haben Sie Erfahrung mit Special Effects, das Boxen ist neu. Wie haben Sie beides verbunden?
Mit Keyframe Animation, bei der der Schauspieler wie in "Nachts im Museum" vor leerem Hintergrund gefilmt wird, habe ich Erfahrung, die wollte ich hier aber nicht anwenden. Für "Real Steel" wollte ich Kämpfe, die sich roh und echt anfühlen, also entschied ich mich für Motion Capture, von dem ich keine Ahnung hatte. Wir filmten echte Boxer, die richtig kämpften. Mit Sugar Ray Leonard als Berater an meiner Seite konnte ich diese Kämpfe inszenieren, mit Keyframe Animation wäre das nicht möglich gewesen.
Haben Sie nach diesen aufwendigen Filmen Lust, auch mal wieder einen "kleineren" Film zu machen?
Prinzipiell schon, aber er müsste auch kommerziell sein, Filme in der Art wie "Good Will Hunting", "Jerry Maguire" oder "Zeit der Zärtlichkeit" würden mich interessieren. Das sind immer noch Hollywoodfilme mit Stars, die sich aber ausschließlich um menschliche Beziehungen drehen. Sam Raimi, den ich auch mal fragte, ob er nach "Spider-Man" nicht etwas "Kleineres" machen wolle, antwortete mir, dass man als Regisseur nicht für immer diese großen Projekte angeboten bekäme. Solange das noch der Fall sei, werde er die großen machen. Es ist ein großes Privileg, einer von den zehn, 15 Leuten zu sein, die solche Budgets und solches Handwerkszeug anvertraut bekommen und große Kinogeschichten erzählen dürfen. Ich genieße das. Vor einigen Jahren habe ich noch "Im Dutzend billiger" gedreht. Ich habe wirklich hart gearbeitet, um meine Karriere voranzutreiben. Das war kein Zufall.
Wie sieht es mit einer Fortsetzung von "Real Steel" aus, von dem man bereits im Frühjahr las?
Als ich damals "Real Steel" zum ersten Mal zeigte, waren die Reaktionen extrem positiv. DreamWorks fragte mich gleich, ob ich ein Sequel entwickeln wolle. "Real Steel"-Autor John Gatins und ich schreiben bereits seit sechs Monaten daran. Aber wir bereiten das Sequel noch nicht vor, wissen noch nicht, ob wir es wirklich machen werden. Wenn der Oktober und November für "Real Steel" glücklich verlaufen, werden wir ein Sequel drehen. Es soll die Herkunft von Atom beleuchten und mehr in die Undergroundkampfszene eintauchen bzw. die Rivalität zwischen Underground- und Corporate-finanzierter Liga schildern. Wie bei "Nachts im Museum" wird es jedenfalls kein Sequel geben, das ich nicht selbst inszeniere. Das sind meine Schöpfungen, die ich niemand anderem überlasse.
Fühlt man sich unter enormem Druck, einen weiteren Blockbuster zu liefern?
Von mir wird erwartet, dass ich erfolgreiche Filme mache. Je mehr Geld mir die Studios geben, desto höher ist der Druck. Aber ehrlich gesagt, ich denke darüber nicht viel nach. Als ich "Date Night - Gangster für eine Nacht" promotote, wurde Steven Spielberg im "Wall Street Journal" folgendermaßen zitiert: "Shawn macht Filme als säße er selbst im Publikum." Das ist wohl die treffendste Beschreibung meines Arbeitsprozesses. Ich mache mir nicht Gedanken über den Druck, sondern versetze mich in die Lage des Publikums, überlege, welche Art von Unterhaltung ich gern sehen würde. So wird hoffentlich mein persönlicher Geschmack erneut den Geschmack des großen Publikums treffen.
Diese Überlegungen gelten auch für die Filme, die Sie nur produzieren?
Als verantwortungsvoller Mensch hat man nicht vor, Geld der Investoren zu vergeuden. Manche Filme werden gemacht, um Kritikern zu gefallen, manche, um ein breites Publikum an zu sprechen. Zum Beispiel, wie ich das
mit meiner aktuellen Produktion vorhabe. "Neighborhood Watch" mit Ben Stiller, Vince Vaughn und Jonah Hill nach einem Drehbuch von u. a. Seth Rogen ist eine gewagte Komödie mit R-Rating. Ab 10. Oktober wird gedreht. Auch wenn ich nicht selbst Regie führe, betrachte ich den Film als mein Baby. Ich produziere meine eigenen Regiearbeiten, um die Kontrolle zu haben, und andere, um meiner Kreativität auch auf andere Weise freien Lauf zu lassen. Eineinhalb Jahre an einem einzigen Projekt zu arbeiten, das reicht mir nicht. Diese Einstellung teile ich mit den Filmemachern, die ich bewundere, wie Spielberg, Zemeckis oder Ron Howard.
Dann mögen Sie beide Seiten des Filmemachens, die kreative und die unternehmerische?
Ja. Als ich mit 22 Jahren mit meinem Großvater durch Europa reiste, sagte er mir, ich sei wie Janus mit den zwei Gesichtern: "Du steckst voller Kreativität, beherrschst aber auch das Business." Als Regisseur sage ich z. B. ich möchte Ricky Gervais für "Nachts im Museum" haben, als Produzent verhandele ich dann auch mit seinem Agenten.
Ist "Frankenstein" Ihr nächstes Projekt?
Voraussichtlich. Eigentlich haben James Cameron und ich "Fantastic Voyage" sieben Monate lang vorbereitet. Wir haben ein Drehbuch, mit dem wir zufrieden sind, und die Designs für die Unterwasserwelt. Als großer Unterwasseractionfilm in 3D ist er aber sehr, sehr teuer. Wir machen ihn erst dann, wenn wir genau die Schauspieler bekommen, die wir haben wollen. In der Zwischenzeit bekam ich Max Landis' "Frankenstein"-Drehbuch in die Hand, das so ganz anders ist als alle Filme mit dem Thema, die ich bisher gesehen habe. Dieser Film wird zwar ein Monstermovie, konzentriert sich aber auf die Charaktere, die Freundschaft von Frankenstein und seiner Kreatur und den Verrat der Freundschaft. Der Film erzählt vom Monster, das in jedem Menschen steckt, eine Interpretation, die Mary Shelleys Vorlage viel näher ist. Ich treffe mich momentan mit potenziellen Darstellern. Es kann gut sein, dass ich den Film im Frühjahr in Angriff nehme.
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