Originaltitel: The Devil's Advocate
USA 1997
Keanu Reeves
Al Pacino
Charlize Theron
Regie: Taylor Hackford
Verleih: Warner
Junganwalt Kevin Lomax glaubt sich am Ziel seiner ehrgeizigen Junganwaltsträume, als er in die Kanzlei des renommierten John Milton in New York aufgenommen wird. Während er die Karriereleiter hinaufklettert, sieht seine Frau Mary Ann Dämonenfratzen in den Frauen seiner Kollegen aufscheinen. Kevin hält sie für verrückt und steckt sie in eine Anstalt. Ein folgenreicher Fehler...

Anwälte müssen mit dem Teufel im Bunde sein - eine geradezu sprichwörtliche Annahme. Der unterhaltsam-überzogene, verschwenderisch und opulent ausgestattete Okkult-Thriller von Taylor Hackford ("Ein Offizier und Gentleman") nimmt diese Vermutung für bare Münze. Somit wird dem Charakter-Spektrum der Filmjuristen, die in Gestalt von Gregory Peck, Tom Cruise und Jim Carrey wahlweise idealistisch, skrupellos, moralfest, ambitioniert, gewissenhaft, linkisch oder schlichtweg verlogen waren, nunmehr mit Al Pacinos exzessiv exaltierter Performance als plutokratischem Kanzlei-Inhaber eine weitere, wahrhaft teuflische Facette hinzugefügt.
Nach seinem superben schauspielerischen Sparring mit Johnny Depp in dem Mob-Infiltrationsdrama "Donnie Brasco" geht Pacino erneut mit einem Nachwuchstalent in die Runde. Diesmal spornt er "Speed"-ster Keanu Reeves, der sich ansonsten nicht gerade als darstellerische Leuchte hervortat, zu einer grundsoliden Leistung an. Reeves mimt den aufstrebenden, jungen Verteidiger Kevin Lomax, der im heimatlichen Gainesville, Florida, noch keinen einzigen seiner 64 Fälle verloren hat. So erhält er von der renommierten Anwaltsfirma John Miltons (Pacino) das lukrative Angebot, in New York zu praktizieren. Lomax klettert dort rapide die Karriereleiter hinauf und wird von seinem Mentor Milton mit allerlei Annehmlichkeiten, wie einem Luxusappartement und einer Partnerschaft in der Firma, belohnt. Kevins einfache Frau Mary Ann (die vielversprechende Neuentdeckung Charlize Theron, die zuletzt in "Trial & Error" die Leinwand erhitzte) hingegen riecht den faulen Braten und erkennt in den Frauen von Kevins Kollegen häßliche Dämonen mit verzerrten Fratzen. Kevin ist jedoch mehr damit beschäftigt, einen steinreichen Klienten, der des dreifachen Mordes beschuldigt ist, zu verteidigen, als sich um seine Frau zu kümmern. So läßt er sie mit tragischen Folgen in eine Irrenanstalt einweisen. In Miltons babylonischer Bleibe kommt es zum infernalen Showdown mit satanischem Sermon.
Die bizarr-theatralische und durch Pacinos ausufernden Auftritt auch augenzwinkernde Kreuzung aus "Rosemaries Baby" und "Die Firma" ist im Kern eine faustische Moralfabel, in der Hedonismus mit dem Bösen gleichgesetzt wird - Eitelkeit verdirbt, Unschuld wird korrumpiert. Nur die Selbstaufopferung erlöst. Mittels Kevins tiefgläubiger Mutter (Judith Ivey) werden ein paar treffliche Bibelzitate eingeflochten, die sich hervorragend in den religiösen Kontext einfügen. Die übernatürlichen Elemente aus der Romanvorlage von Andrew Neiderman wurden von den Drehbuchautoren Tony Gilroy ("Dolores") und Jonathan Lemkin auf ein Minimum zurückgestutzt, was für Pacino Bedingung war, um den Part anzunehmen. Die Spezialeffekte für die verbleibenden mystischen Momente - darunter eine zum Leben erweckte riesige Wandskulptur - sind funktionell, teils ein wenig kitschig ausgefallen. Der Score liefert den adäquaten Audio-Bombast, wie man ihn von einer aufwendigen Produktion erwartet. Der Erzählton wirkt nicht immer fließend, das Kommen und Gehen einiger Charaktere mutet oft ein wenig unvermittelt an. Die Inkaufnahme einer gewissen Absurdität ist Voraussetzung, um sich an dem Over-The-Top-Okkult-Thriller zu vergnügen. Das US-Publikum jedenfalls gab am Startwochenende dem klassischen Teenager-Horror-Flick "I Know What You Did Last Summer" klar den Vortritt. ara.
| Darsteller: | Keanu Reeves | als Kevin Lomax | |
|---|---|---|---|
| Al Pacino | als John Milton | ||
| Charlize Theron | als Mary Ann Lomax | ||
| Jeffrey Jones | als Eddie Barzoon | ||
| Judith Ivey | als Mrs. Lomax | ||
| Connie Nielsen | als Christabella | ||
| Craig T. Nelson | als Alexander Cullen | ||
| Tamara Tunie | als Jackie Heath | ||
| Ruben Santiago-Hudson | als Leamon Heath | ||
| Debra Monk | als Pam Garrety | ||
| Vyto Ruginis | als Weaver | ||
| Laura Harrington | als Melissa Black | ||
| Pamela Gray | als Diana Barzoon | ||
| George Wyner | als Meisel | ||
| Chris Bauer | als Gettys | ||
| Heather Matarazzo | als Barbara | ||
| Regie: | Taylor Hackford | ||
| Drehbuch: | Jonathan Lemkin | ||
| Tony Gilroy | |||
| Produzent: | Arnold Kopelson | ||
| Anne Kopelson | |||
| Arnon Milchan | |||
| Koproduzent: | Stephen Brown | ||
| Ausf. Produzent: | Taylor Hackford | ||
| Michael Tadross | |||
| Erwin Stoff | |||
| Barry Bernardi | |||
| Steve White | |||
| Buchvorlage: | Andrew Neiderman | ||
| Kamera: | Andrzej Bartkowiak | ||
| Schnitt: | Mark Warner | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Bruno Rubeo | ||
| Dennis Bradford | |||
| Kostüme: | Judianna Makovsky | ||
Parker wandelt schon seit 1962 durch den Büchermarkt. Jetzt soll der Profigangster einen Kinofilm bekommen.
"Transporter"-Star Jason Statham ist für die Rolle des Meisterdiebs "Parker" im Gespräch. Regie wird Taylor Hackford führen, der für Filme wie "Ray" und "Im Auftrag des Teufels" bekannt ist. Das Drehbuch schreibt "Black Swan"-Autor John McLaughlin. "Parker" beruht auf der gleichnamigen Krimiserie von Donald E. Westlake, unter dessen Pseudonym Richard Stark die "Parker"-Geschichten erschienen sind.
Parker ist ein rauflustiger Mann, der in die wildesten Storys gezogen wird und das Geld vorwiegend von den Reichen nimmt. Vom Gutmenschen aber ist diese Figur weit entfernt, da Gewalt zu seinem täglichen Einmaleins gehört.
1962 betrat Parker zum ersten Mal die literarische Welt mit "Jetzt sind wir quitt" (Original "The Hunter"). Darin wird Parker als wieder belebter Profigangster eingeführt, der nach mehreren Schüssen doch nicht tot ist und nun Rache an den Obergaunern nehmen will. Der letzte Band der Reihe wurde im Jahr 2008 unter dem Titel "Das Geld war schmutzig" veröffentlicht. Dann starb der Autor am Silvesterabend an einem Herzinfarkt.
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