Ron Perlman
John Hurt
Selma Blair
Regie: Guillermo Del Toro
Verleih: Columbia Tristar
Als im Jahr 1944 grimmige Nazis unter tatkräftiger Mithilfe des russischen Kultführers Rasputin ein Tor in die dunkle Gegenwelt öffnen und dabei erst fünf Sekunden nach Zwölf von den Alliierten gestoppt werden, hat immerhin der Babyteufel Hellboy Zeit genug, ins Hier und Jetzt zu purzeln. Dort päppelt ihn der nette Professor Bruttenholm (John Hurt) hingebungsvoll auf. Als die Bösewichte von damals ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, sind Hellboy (Ron Perlman) und seine ebenfalls übernatürlichen Kollegen Sapien (Doug Jones) und Liz (Selma Blair) bald die letzte Hoffnung für die Menschheit.
Basierend auf dem gleichnamigen Dark Horse Comic und flankiert von 60 Mio. Dollar Budget lässt Comic-Spezialist Guillermo Del Toro ("Blade II") den Helden aus der Hölle von der Leine.
Endlich zeigt es uns wieder einer: Die besten Jungs sind die bösen Jungs, und der hier kommt direkt aus der Hölle.
Hellboy bekämpft alle übernatürlichen Kräfte - mehr oder weniger erfolgreich (Foto: Columbia TriStar)
Von all den Comicverfilmungen 2004 ist "Hellboy" die eine, die unverschämt großen Spaß verspricht: Während der Zweite Weltkrieg tobt, versucht der größenwahnsinnige Magier Rasputin, die Pforten der Hölle zu öffnen und die Apokalypse heraufzubeschwören.
Durch eine Schleuse wird "Hellboy" (Ron Perlman) dabei direkt aus den höllischen Flammen auf die Erde geschleudert.
Der US-Wissenschaftler "Broom" (John Hurt) nimmt sich wie ein Vater seiner an und zieht ihn im Schutz des "Bureau of Paranormal Research and Defense" auf.
Dort bekämpft der inzwischen groß gewordene Superheld gemeinsam mit Fischmann Abe (Doug Jones) und Feuerlady Liz (Selma Blair) all die übernatürlichen Kräfte, die sich die Erde untertan machen wollen.
Und Rasputin, der Schlimmste von allen, verfolgt seine finsteren Pläne von einst mit allen Mitteln weiter.
Seine wichtigste Schachfigur dabei ist ausgerechnet Hellboy. Doch er hat nicht damit gerechnet, dass ein Mensch wählen kann, ob er auf der dunklen oder der hellen Seite der Macht steht.
| Darsteller: | Ron Perlman | als Hellboy | |
|---|---|---|---|
| John Hurt | als Trevor "Broom" Bruttenholm | ||
| Selma Blair | als Liz Sherman | ||
| Jeffrey Tambor | als Tom Manning | ||
| Karel Roden | als Grigori Rasputin | ||
| Rupert Evans | als John Myers | ||
| Doug Jones | als Abe Sapien | ||
| Brian Steele | als Sammael | ||
| Ladislaw Beran | als Kroenen | ||
| Biddy Hodson | als Ilsa | ||
| Corey Johnson | als Agent Clay | ||
| Kevin Trainor | als Junger Broom | ||
| Brian Caspe | als Agent Lime | ||
| James Babson | als Agent Moss | ||
| Stephen Fisher | als Agent Quarry | ||
| Garth Cooper | als Agent Stone | ||
| Angus MacInnes | als Sgt. Whitman | ||
| Jim Howick | als Cpl. Matlin | ||
| Regie: | Guillermo Del Toro | ||
| Drehbuch: | Guillermo Del Toro | ||
| Peter Briggs | |||
| Produzent: | Lawrence Gordon | ||
| Mike Richardson | |||
| Lloyd Levin | |||
| Ausf. Produzent: | Patrick Palmer | ||
| Buchvorlage: | Mike Mignola | ||
| Kamera: | Guillermo Navarro | ||
| Schnitt: | Peter Amundson | ||
| Musik: | Marco Beltrami | ||
| Produktionsdesign: | Stephen Scott | ||
| Simon Lamont | |||
| Kostüme: | Wendy Partridge | ||
| Ton: | Mark Holding | ||
| Casting: | Jeremy Zimmerman | ||
Erfolgsregisseur Guillermo del Toro beklagt das Fehlen authentischer Actionhelden in der Filmmetropole.
Woche für Woche lässt es Hollywood auf der Leinwand richtig krachen. Da werden dutzendweise Autos geschrottet, Knochen gebrochen und Häuser in die Luft gejagt. Doch in all dem Trubel sieht Guillermo Del Toro nicht starke Haudegen ihren Mann stehen, sondern hübsch anzusehende Softies der Kategorie "Liebling aller Schwiegermütter". Richtige Macho-Männer sucht der Geschichtenerzähler in der Filmmetropole fast vergebens. Der Regisseur von "Hellboy" kritisiert, dass die meisten der heutigen Actionhelden zu nett seien und ihnen das passende Macho-Image fehle.
Die Glaubwürdigkeit ist damit im Keller. "Meiner Meinung nach sind heutzutage im Filmgeschäft - abgesehen von Ron Perlman und Clive Owen - die Hauptdarsteller keine Männer sondern Jungs", schimpft der Regisseur und fährt fort: "Es gibt keine Lee Marvins, Steve McQueens, Charles Bronsons oder James Coburns mehr. Jeder ist ein schöner, netter GQ-Bub. Echte Männerfilme sind ausgestorben."
Den Grund dafür scheint der Mexikaner auch zu kennen: "Ich glaube nicht, dass die meisten von ihnen ein richtiges Leben hatten. Wenn ich mir Actionfilme ansehe - dabei bilden meiner Meinung nach Harrison Ford und kurioserweise Will Smith die Ausnahme - können sie so viel Schweiß- und Blut-Make-Up aufgetragen haben wie sie wollen, aber ich stelle mir trotzdem ganz genau vor, wie ihr Assistent neben der Kamera mit einem Evian Wasser und dem Handy auf sie wartet."
Für den Erfolgregisseur erfüllt sein Hauptdarsteller Ron Perlman in den "Hellboy"-Filmen alle Anforderungen eines Superhelden: "Ron hat diese taffe, grimmige, im Blaumann agierende Jedermann-Persönlichkeit. Er verkörpert den noblen Kämpfertypen. Ron ist nicht im klassischen Sinn ansehnlich, aber er ist eine Führungspersönlichkeit. Das ist etwas anderes."
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