Die Rechnung ist ganz einfach: Für einen Kinokassenhit aus Hollywood müssen deutsche TV-Sender viel Geld hinblättern. Produzieren sie den Knüller aber selbst, können sie ihn wiederholen, so oft sie wollen, und die Senderechte außerdem noch ins Ausland verkaufen. Natürlich funktioniert das alles nur, wenn das Publikum mitspielt. Das wird es wohl, denn selbst wenn "Held der Gladiatoren" sein Kinovorbild kaum verhehlen kann: Der 5,5 Millionen Euro teure Film, das bis dahin kostspieligste TV-Projekt in der RTL-Geschichte, kann sich sehen lassen.
Das Sandalenspektakel hat nur einen Nachteil. Die Geschichte lässt sich genauso kurz und knapp zusammenfassen wie die Handlung des Tarantino-Films "Kill Bill": Rache. Weil der Superstar unter den Gladiatoren, der Spartaner Lagos (Dirk Prawdzik), in der Arena einen wehrlos am Boden liegenden Gegner getötet hat, sinnt ein germanischer Sklave mit dem nahe liegenden Namen Germanus (Stephan Hornung) auf Vergeltung: Der Tote war sein Bruder. Bis sich Germanus und Lagos im Staub des Colosseums von Augusta Treverorum (dem späteren Trier) schließlich gegenüberstehen, werden allerdings noch eine Menge Blut, Schweiß und Tränen vergossen. Außerdem dürfen sich der Held und seine Schwester jeweils ein bisschen verlieben, letztere allerdings ausgerechnet in den Zirkuskiller Lagos. Dies erzürnt wiederum die Statthalterin, denn sie hat selbst zwei Augen auf den prachtvoll gebauten Recken geworfen. Prompt sieht sich Germanus in der Arena zunächst nicht mit dem verhassten Mörder, sondern mit seiner Schwester konfrontiert.
Den Vorkampf zur späteren Abrechnung, die natürlich trotzdem noch folgt, darf in einem Gastauftritt Ralf Moeller bestreiten, und für ein paar Schmuseklänge zwischendurch sorgt RTLs singender "Superstar" Alexander Klaws. Die Inszenierung oblag Jorgo Papavassiliou, den RTL später auch "Die Sturmflut" inszenieren ließ. Das Drehbuch zu "Held der Gladiatoren" stammt von Robert Löhr, doch die wichtigeren Aufgaben hatten ohne Frage der Produktionsdesigner und der Kampfchoreograf. tpg.
| Darsteller: | Stephan Hornung | als Germanus | |
|---|---|---|---|
| Marion Mitterhammer | als Albina | ||
| Laszlo I. Kish | als Palaestrio | ||
| Dierk Prawdzik | als Lagos | ||
| Tanja Wenzel | als Flaminia | ||
| Zsolt Bács | als Galenus | ||
| Andrea Cleven | als Rhihanna | ||
| Alexander Radszun | als Decimius | ||
| Gregor Bloéb | als Melampus | ||
| Erwin Steinhauer | als Mercurinus | ||
| Henning Baum | als Ceradoc | ||
| Ralf Moeller | als Ferox | ||
| Rüdiger Reschke | als Ursus | ||
| Tina von Carlowitz | als Galla | ||
| Vaneesa Wieduwilt | als Julia | ||
| Frank Witter | als Secundus | ||
| Jaymes E. Butler | als Sempronius | ||
| Ralf Knebel | als Gajus | ||
| Armin Dallapiccola | als Kaufmann | ||
| Regie: | Jorgo Papavassiliou | ||
| Drehbuch: | Robert Löhr | ||
| Brigitte Blobel | |||
| Produzent: | Rainer Wemcken | ||
| Wolf Bauer | |||
| Axel Reick | |||
| Ausf. Produzent: | Tilman Taube | ||
| Kamera: | Yvonne Tratz | ||
| Schnitt: | Ollie Lanvermann | ||
| Produktionsdesign: | Jérôme Latour | ||
| Kostüme: | Anja Niehaus | ||
| Ton: | Hermann Ebling | ||
| Casting: | Charlotte Siebenrock | ||
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