Während die Hauptfigur des Filmes, der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger, nach Compiègne aufbricht, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln, revoltieren in Kiel die Matrosen. Sie tragen die Revolution nach Berlin und ins gesamte Reich. Der Kaiser wird zur Abdankung gezwungen, Erzberger muss auf Weisung Hindenburgs ein außergewöhnlich hartes Waffenstillstandsabkommen unterzeichnen, das bereits Vorbote des harten Vertrages von Versailles ist. Eine weitere Hauptfigur, der Matrose Wöllke, beteiligt sich am Aufstand der Matrosen in Kiel. Später macht er sich auf nach Berlin zu seiner hungernden Familie und wird in die Straßenkämpfe von 1918/1919 verwickelt. Scheidemann und Liebknecht rufen am 9. November die Republik aus. Vor den Augen der Protagonisten um Erzberger und den scharfsichtigen liberalen Beobachter Harry Graf Kessler entspinnen sich die Konflikte der Revolutionszeit zwischen Sozialdemokraten, Freikorps, den Räten und später den Spartakisten sowie den konservativen Eliten des Heeres und der Verwaltung. Die neuen sozialdemokratischen Machthaber um Reichspräsident Ebert und Reichswehrminister Noske schmieden eine Allianz mit den alten konservativen Kräften des Heeres, um die Revolution von links niederzuschlagen. Nach der Ermordung der Spartakisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg droht die junge Republik auseinander zu brechen...
Noske lässt Aufstände von links im ganzen Reich mit Gewalt niederschlagen - auch Wöllke fällt dieser brutalen Repression zum Opfer. Die Republik muss immer härtere Waffenstillstandsbedingungen akzeptieren. Doch die schwerste Probe kommt am 7. Mai, als die Alliierten einen Friedensvertrag vorlegen, den Politiker aller Lager empört ablehnen. "Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legt", ruft Ministerpräsident Scheidemann der Nationalversammlung zu. Die alliierten Truppen stehen am Rhein, zur Annahme des Vertrages bleibt nicht viel Zeit. Die Verhandlungen zwischen Alliierten und der deutschen Regierung in den Monaten Mai und Juni verlaufen hoch dramatisch. Mehrmals droht eine deutsche Ablehnung, die Besetzung und Zerschlagung des deutschen Reiches scheint unausweichlich. Alle Lager eint die empörte Ablehnung jener "Schmachparagraphen", die alle Schuld für den Krieg dem deutschen Reich aufbürden und die Auslieferung des deutschen Kaisers verlangen. Dokumente, die diese Schuld belegen, werden vom deutschen Kabinett schließlich zurück gehalten. Während Hauptprotagonist Matthias Erzberger, der Erniedrigte von Compiègne und gemäßigte Militärs wie Groener dennoch für die Annahme eintreten, wollen die Generäle um Lüttwitz und Reinhardt lieber kämpfend untergehen. Doch das Reich hat niemanden mehr, der kämpfen könnte. Unter der Last des Konfliktes tritt das Kabinett Scheidemann zurück, die Alliierten stellen ein Ultimatum von 24 Stunden. Als am 28. Juni 1919 die deutsche Delegation im Spiegelsaal von Versailles den Vertrag unterzeichnet, ist das Narrativ vom "Schand- und Diktatfrieden" geboren und die Legende vom Dolchstoß und den "Novemberverbrechern" zementiert. Reaktionäre Militärs und Politiker wie Kapp, Pabst, Lüttwitz und Ludendorff rüsten zum Angriff auf die Republik, die sich den "alliierten Tyrannen" so schmachvoll gebeugt hat...
Quelle: BR, 13.10.2009
| Darsteller: | Jürgen Tarrach | als Friedrich Ebert | |
|---|---|---|---|
| Mathieu Carrière | als Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau | ||
| Alexander Held | als Wilhelm Groener | ||
| Hans-Michael Rehberg | als Walther Freiherr von Lüttwitz | ||
| Roland Renner | als Harry Graf Kessler | ||
| Hans Hohlbein | als Matthias Erzberger | ||
| Christian Hoening | als Erich Ludendorff | ||
| Stephan Boden | als Otto Landsberg | ||
| Serge Avedikian | als Ferdinand Foch | ||
| George Meyer-Goll | als Philipp Scheidemann | ||
| Torsten Münchow | als Gustav Noske | ||
| Dominik Bender | als Prinz Max von Baden | ||
| Rainer Basedow | als Paul von Hindenburg | ||
| Mark Alexander Solf | als Johannes R. Becher | ||
| Volker Ranisch | als Paul Cassirer | ||
| Marion Mitterhammer | als Tilla Durieux | ||
| Uwe Poppe | als Karl Liebknecht | ||
| Adriana Altaras | als Rosa Luxemburg | ||
| André Röhner | als Waldemar Pabst | ||
| Bruno F. Apitz | als Gustav Bauer | ||
| Talin Lopez | als Heinz von Pflugk-Harttung | ||
| Norbert Hülm | als Johann Giesberts | ||
| Markus Boniberger | als George Grosz | ||
| Jochen Drechsler | als John Heartfield | ||
| Benedikt Figel | als Wieland Herzfelde | ||
| Bernd Heine | als Wolfgang Kapp | ||
| Klaus Rätsch | als Walther Reinhardt | ||
| Veit Stiller | als Hermann Müller | ||
| Gotthard Langen | als Emil Barth | ||
| Regie: | Bernd Fischerauer | ||
| Drehbuch: | Bernd Fischerauer | ||
| Klaus Gietinger | |||
| Produzent: | Martin Choroba | ||
| Kamera: | Markus Fraunholz | ||
| Schnitt: | Uschi Erber | ||
| Musik: | Hannes Michael Schalle | ||
| Produktionsdesign: | Rudi Czettel | ||
| Kostüme: | Thomas Oláh | ||
| Maske: | Gerhard Nemetz | ||
| Renate Bauer | |||
| Udo Riemer | |||
| Ton: | Quirin Böhm | ||
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