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Drama - Deutschland 2004 FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 121 Min. - Verleih: Timebandits Start: 11.03.2004
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Die junge Türkin Sibel (Sibel Kekilli) will den Zwängen ihrer traditionsbewussten Familie entfliehen - und heiratet zum Schein den Alkoholiker Cahit (Birol Ünel). Die Ehe beruht auf einer Abmachung: Er mimt der Familie gegenüber den liebenden Ehegatten, sie wäscht dafür die Wäsche, kocht und spielt für ihn die Hausfrau. Doch dann fühlt sich Cahit immer mehr zu Sibel hingezogen - bis die Katastrophe passiert und er im Rausch ihren Liebhaber erschlägt.
Völlig überraschend wurde Fatih Akins kraftvolle, traurig-schöne Liebesgeschichte bei der Berlinale 2004 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Zurecht: Die Hauptdarsteller Birol Ünel und Sibel Kekilli bringen ihre Selbstzerstörung mit einer solch leidenschaftlichen Wucht auf die Leinwand, dass wahre Poesie durch ihre Tragödie schimmert. |
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KRITIK
Wunderbares Liebesdrama um eine junge Türkin und einen Alkoholiker, aus deren Scheinehe viel mehr wird, als ursprünglich geplant.
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Sibel sehnt sich nach Freiheit jenseits strenger türkischer Traditionsregeln (Foto: timebandits films) |
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In der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses treffen die Deutsch-Türken Cahit (Birol Ünel) und Sibel (Sibel Kekilli) erstmals aufeinander, nach einem Selbstmordversuch. Cahit knallte in Hamburg-Altona ohne Bremsspuren sturzbesoffen mit seinem Auto gegen die Betonmauer, Sibel schnitt sich die Pulsadern auf.

Die beiden beschließen zu heiraten. Keine Spur von Liebe, sondern Kalkül bei der jungen Frau, die ihrem überaus dominanten Elternhaus durch eine Scheinehe entfliehen will, damit sie endlich ihre Freiheiten ausleben kann.

Nach einigen Skrupeln willigt der desillusionierte 40-Jährige ein. Bald teilen sie die Wohnung, aber nicht das Bett. Aus zaghafter Annäherung wird schließlich Zuneigung und mehr. Zu spät: Im Affekt erschlägt der Alkoholiker Cahit einen von Sibels Liebhabern.

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Das Gefängnis hat bei Cahit nicht nur äußerlich tiefe Spuren hinterlassen (Foto: timebandits films) |
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Sieger der Berlinale 2004

Nach Jahren im Gefängnis spürt Cahit die große Liebe seines Lebens schließlich am Bosporus wieder auf. Das Gefühl brennt noch immer, aber das Leben hat beiden die Flügel zurechtgestutzt...

Mit derselben Rigorosität wie schon in "Kurz und schmerzlos" erzählt Regisseur Fatih Akin vom Druck der Tradition, von türkischem Machismo und der Liebe, die sich klammheimlich in die Seele nistet, unberechenbar und unvorhergesehen.

Ursprünglich sollte "Gegen die Wand" eine Komödie werden. Doch dann entwickelt Fatih Akin aus der Grundidee heraus eine traurig-schöne Liebesgeschichte voller Widersprüche. Der Berlinale-Jury war das 2004 den Goldenen Bären für den besten Film wert. |
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