Leonardo DiCaprio
Daniel Day-Lewis
Cameron Diaz
Regie: Martin Scorsese
Verleih: Croco Film
Sechzehn Jahre nachdem Bandenführer Bill "The Butcher" Cutting (Daniel Day-Lewis) höchstpersönlich seinen Vater ermordete und ihn selbst ins Waisenhaus brachte, kehrt Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) in sein heimisches Viertel Five Points zurück, um Rache zu nehmen. Dort stehen sich die eingesessenen, angelsächsischen "Nativists" und irische Einwanderer jüngeren Datums, organisiert (und kriminalisiert) als "Dead Rabbits", feindselig gegenüber. Cutting regiert als Chef der Nativists das Viertel wie ein König, und Vallon beschließt, den Feind inkognito zu unterwandern.
Nach langer Wartezeit steht es endlich auf dem Spielplan: Martin Scorseses epochales, bildgewaltiges Sitten- und Gesellschaftsgemälde aus jener Zeit, die nach Meinung nicht weniger die gute alte war.
Hölle Manhattan: In Martin Scorseses furiosem Meisterwerk über brutale Bandenkämpfe im New York des 19. Jahrhunderts rächt sich Leonardo DiCaprio blutig an Daniel Day-Lewis.
Was lange währt, wurde endlich supergut. Nach diversen Gewaltdebatten, Budgetüberschreitungen und Startverzögerungen ist es soweit: Martin Scorseses Meisterwerk bohrt sich brutal in Hirn und Herzen. In zweieinhalb Stunden haut uns Amerikas Regie-Ikone eine grandiose Geschichte über das New York des 19. Jahrhunderts um die Ohren, dass uns Hören und Sehen vergeht.
In "Five Points", einem Armenviertel und Anziehungspunkt für die Unterwelt an der Lower East Side, bekämpfen sich zwei Gangs, die "Natives" und die "Dead Rabbits". William Cutting, genannt Bill the Butcher, und seinen Horden gefällt es nicht, dass 1846 immer mehr Iren in "ihr" Viertel strömen. In einem Massaker sticht er den Anführer der Rabbits vor den Augen von dessen Sohn Amsterdam Vallon ab.
Der taucht 16 Jahre später nach furchtbaren Heimaufenthalten wieder auf und hat nur eins im Sinn: Rache für den Mord an seinem Vater. Er gewinnt das Vertrauen des immer noch mächtigen Mannes und spannt ihm sogar die Taschendiebin Jenny aus. In diesem grausamen Kampf, der in die Bürgerkriegsunruhen fällt, gibt es kein Pardon.
Martin Scorseses phänomenales Monumentalepos ist in einem Atemzug mit "Vom Winde verweht" oder "Es war einmal in Amerika" zu nennen. Kein Postkarten-Manhattan für I love New York-Bekenner, sondern das Porträt der Hölle auf Erden, in der das Recht des Stärkeren gilt, Schwarze und Iren durch die Straßen gejagt und Unschuldige aufgeknüpft werden, rivalisierende Banden sich kaltblütig mit Bajonetten oder Holzknüppeln ins Jenseits befördern: America was born in the streets.
Wie, das erzählt Scorsese in einer blutigen Burleske aus den Gründerjahren am Hudson River. Die Geburt des Staates und der Stadt New York, wie sich aus Anarchie und Gesetzlosigkeit langsam eine Gesellschaft formt, das erinnert an Dantes düsteres Inferno.
Scorsese gaukelt keine digitalen Spielereien vor, die berüchtigten Slums wurden im italienischen Cinecittà nachgebaut, die Kostüme könnten nicht echter und die Schauspieler nicht besser sein. Daniel Day-Lewis als Bill the Butcher wirkt wie aus einem Dickens-Roman entsprungen, Leonardo DiCaprio beeindruckt als Racheengel und eine brünette Cameron Diaz ist als Jenny hart, aber verführerisch. "Gangs of New York" ist unverfälschtes, großes Kino, pure Opulenz.
Selbstversuch: Regisseur Sylvester Stallone ließ sich beim "Expendables"-Dreh ordentlich vollaufen. Er wollte wissen, wie sich "Waterboarding" anfühlt ...
Keine Tricks: Bei Sylvester Stallones "Expendables"-Dreharbeiten wird noch richtig gelitten (Foto: Warner)
Wie lässt sich der Schrecken einer barbarischen Folter glaubwürdig darstellen? Sylvester Stallone, auch im Regiestuhl ein harter Hund, setzte bei "The Expendables" auf 'Method Directing': Bevor er seine Schauspielerin Giselle Itie auf die Folterbank beorderte, ging er mit gutem Beispiel voran und legte sich selbst darauf. Stallone wollte wissen, was in jemandem vorgeht, der "Waterboarding" ausgesetzt ist: "Ist es grauenhaft? Yeah!". Vorbild für diese Art von Selbstversuch sind Schauspieler wie Daniel Day-Lewis, der nach den Regeln des "Method Acting" beispielsweise erstmal ein Jahr eine Fleischerlehre machen, bevor er den Schlächter William Cutting in "Gangs of New York" spielte.
Sylvester Stallone gestand nach seinem Regievorbereitungs-Experiment, dass er niemals eingesperrt und solch brutalen Verhörtechniken ausgesetzt sein wolle. Er bezeichnete "Waterboarding" als fürchterliche Erfahrung - selbst wenn sie nur für einen Film inszeniert worden ist: "Wenn mich die Leute fragen, ob das wirklich eine Folter ist, kann ich darauf nur antworten: Yeah!"
Beim "Waterboarding" wird das Opfer mit abgesenktem Kopf auf den Rücken gelegt und sein Gesicht mit einem nassen Tuch bedeckt. Stetige Wassergüsse auf das Tuch simulieren den Tod durch Ertrinken. "Sobald sie das Wasser laufen lassen und es Dir in die Nase gerät, hast Du keine Chance mehr," erklärt Sylvester Stallone. "Man gerät sofort in Panik, will durch den Mund atmen. Aber es gibt keine Luft - nur Wasser, das man schlucken muss."
Für "The Expendables" hat Stallone so wilde Burschen wie Jason Statham, Mickey Rourke, Jet Li, Dolph Lundgren und in Gastrollen sogar Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis angeheuert. Seine Bewunderung gilt aber der kleinen Mexikanerin Giselle Itie: "Sie musste das dreimal durchmachen - und sie war großartig!"
US-Geheimdienste hatten bei der Jagd auf Terroristen "Waterboarding" häufig als Verhörtechnik eingesetzt. Die Regierung unter Präsident Barack Obama verbot die Methode, die als "barbarisch" gilt.
Sein Jubelruf "Ich bin der König der Welt" in "Titanic", dem bis "Avatar" erfolgreichsten Film aller Zeiten, erwies sich als...
In der Öffentlichkeit ist er so gut wie nie zu sehen, schottet sich ab und konzentriert sich bis zur Erschöpfung auf seine Rollen. So...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.