Originaltitel: The Vow
USA/Brasilien/Frankreich/Australien/Großbritannien/Deutschland 2011
Rachel McAdams
Channing Tatum
Sam Neill
Regie: Michael Sucsy
Verleih: Sony Pictures
Es ist die große Liebe und sie sind das perfekte Liebespaar: Als frisch verheiratetes Ehepaar genießen Paige und Leo ihre Zweisamkeit in vollen Zügen. Bis Paige eines Tages einen schweren Autounfall erleidet und ins Koma fällt. Als sie wieder aufwacht, ist ihr Erinnerungsvermögen derart geschädigt, dass sie sich nicht einmal mehr an ihren eigenen Ehemann Leo erinnern kann. Doch dieser lässt sich nicht unterkriegen und tut alles, damit seine Frau sich erneut in ihn verliebt.

In Michael Sucsys gefühlvollem, romantischem Drama zwingt Amnesie eine Ehefrau, ihre Liebe zu ihrem Mann wie auch ihr jüngeres Leben neu zu entdecken.
"Für immer Liebe" beginnt, wo andere Romanzen enden. Paige (Rachel McAdams) und Leo (Channing Tatum) sind das perfekte Paar, rufen sich auch nach ihrer Heirat immer wieder die kleinen Momente in Erinnerung, die ihr Glück begründeten und begleiteten. Dann rauscht ein LKW auf Glatteis in die Hinterfront ihres stehenden Wagens, treibt Paige durch die Windschutzscheibe. Als die Künstlerin aus dem künstlichen Koma erwacht, hat sie die letzten vier Jahre und damit ihren Mann wie auch die Fähigkeit, ihren Beruf auszuüben, völlig vergessen. Weil sie sich nur noch an ihre Eltern, ihren Ex-Verlobten und ihre Freunde von früher erinnert, werden sie ihre zentralen Bezugspersonen, während ihr Mann zum Fremden abgestuft wird. In der Hoffnung, durch Konfrontation mit früher Vertrautem ihr Gedächtnis zurückzugewinnen, bleibt sie bei ihm, doch der wachsende Druck, seinen Erwartungen gerecht zu werden, entfernt Paige schließlich immer weiter von Leo.
Erwartungen bringt auch der Zuschauer an diese Lovestory mit, rechnet angesichts dieser Prämisse mit einer Art romantischer Rückführung, die ihm - parallel zur Protagonistin - die entscheidenden Momente und prägenden Orte dieser Beziehung zeigt, bis der Schalter durch eine bestimmte Erfahrung umgelegt und der Gedächtnisverlust überwunden werden kann. "Für immer Liebe", das Kinoregiedebüt von Michael Sucsy, spielt mit diesen formelhaften Annahmen und geht dann doch seinen eigenen Weg. Das verhindert kitschige Entgleisungen, vielleicht aber auch euphorische Spitzen, die ein cleveres Drehbuch mit einer solchen Prämisse durchaus hätte generieren können. Statt einer leidenschaftlichen Wiederentdeckung einer großen Liebe wendet sich der Film in der zweiten Hälfte mit Paiges Familie einer anderen Baustelle zu, die sich glaubwürdiger reparieren lässt, auch wenn das Ereignis, das zum Bruch führte, diesen nicht zwingend begründen kann.
Am Ende dieses Mixes aus Lovestory und Familientherapie, der in puncto Amnesie und Wiedererfahrung einer gelöschten Liebe auf einer wahren Geschichte beruht, gibt es Hoffnung für das von Rachel McAdams und Channing Tatum sensitiv gezeichnete Paar - wie auch für das weibliche Zielpublikum, das zum Starttermin im Umfeld des Valentinstages im Kino träumen und nachempfinden kann.
kob.
| Darsteller: | Rachel McAdams | als Paige | |
|---|---|---|---|
| Channing Tatum | als Leo | ||
| Sam Neill | als Bill Thornton | ||
| Scott Speedman | als Jeremy | ||
| Jessica Lange | als Rita Thornton | ||
| Kristina Pesic | als Lizbet | ||
| Brittney Irvin | als Lena | ||
| Lucas Bryant | |||
| Regie: | Michael Sucsy | ||
| Drehbuch: | Michael Sucsy | ||
| Abby Kohn | |||
| Marc Silverstein | |||
| Jason Katims | |||
| Produzent: | Gary Barber | ||
| Roger Birnbaum | |||
| Jonathan Glickman | |||
| Ausf. Produzent: | Paul Taublieb | ||
| J. Miles Dale | |||
| Austin Hearst | |||
| Susan Cooper | |||
| Buchvorlage: | Stuart Sender | ||
| Kamera: | Rogier Stoffers | ||
| Schnitt: | Melissa Kent | ||
| Nancy Richardson | |||
| Musik: | Rachel Portman | ||
| Michael Brook | |||
| Produktionsdesign: | Kalina Ivanov | ||
| Kostüme: | Alex Kavanagh | ||
Channing Tatum ist der Hollywood-Star der Stunde. In den USA feiert er mit "Für immer Liebe" Boxoffice-Erfolge; auf der Berlinale sah man den 31-Jährigen in einer Rolle in Steven Soderberghs "Haywire".
Im topbesetzten Thriller "Haywire" von Steven Soderbergh ist Channing Tatum ein... (Foto: Concorde)
Sie punkten in romantischen Filmen wie auch in Actionfilmen. Aber Sie haben sich mittlerweile auch ein weiteres Standbein als ernst zu nehmender Schauspieler geschaffen.
CHANNING TATUM: Das kann man so sehen, danke. Sie können sich denken, dass mich der letzte Aspekt am stolzesten macht. Als Komödiant sehe ich -gegenwärtig noch Defizite. Ich glaube nicht, dass ich besonders lustig bin, wenn ich es sein soll. Aber ich hab's jetzt mal probiert mit "21 Jump Street".
Zuletzt sorgten als romantischer Held für Furore.
"Für immer Liebe", ja. Das sprach mich an. Ich konnte die Geschichte nachvollziehen, habe verstanden, was meine Figur antreibt. Wissen Sie, ich bin selbst über beide Ohren verliebt, und auch wenn ich mich nicht unbedingt als Romantiker bezeichnen würde, schätze ich doch romantische Gesten.
In Berlin sah man Sie in "Haywire" - der erste von drei Filmen, die Sie mit Steven Soderbergh gemacht haben bzw. machen werden.
Ich habe jetzt schon so viel von Steven gelernt - er hat mir die Augen geöffnet. Er ist sicherlich der beste und aufregendste Regisseur, mit dem ich bisher gearbeitet habe. Er rief mich an und fragte, ob ich bei "Haywire" dabei sein will. Es ist ja nur eine kleine Rolle, aber der Part gefiel mir trotzdem. Und dann haute es mich völlig um, wie er am Set arbeitet. Er ist völlig frei. Er holt sich die Leute, mit denen er arbeiten will, und lässt sie dann ihr Ding machen. Er besteht darauf, dass man sich einbringt. Entsprechend groß ist die Verantwortung, die jeder seiner Schauspieler hat.
Einen zweiten Film mit ihm haben Sie bereits gedreht - "Magic Mike", ein autobiografischer Stoff.
Stimmt. Ich habe als 18-Jähriger acht Monate lang als Stripper gearbeitet. Eines Abends saß ich mit Steven bei einem Bier zusammen und erzählte ihm meine Geschichte. Er sagte zu mir, dass das ein faszinierender Filmstoff sei und ich doch versuchen solle, ein Drehbuch zu schreiben. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht, doch dann las ich eine Weile später ein Interview mit ihm, in dem er sagte, dass er diesen Stripperfilm drehen wolle, wenn es mir gelänge, ein Drehbuch abzuliefern. Er hat bei "Magic Mike" Regie geführt, ich habe die Hauptrolle gespielt. Wir sind gemeinsam Produzenten und wir haben den Film selbst finanziert und verkauft.
Und als Nächstes machen Sie "The Bitter Pill".
Richtig, Blake Lively und Jude Law sind mit dabei. Es ist ein Thriller, aber vor allem zeigt er eine Welt, in der jeder in irgendeiner Form von einem Medikament abhängig ist. Soderbergh hat in dem Film ein paar ziemlich smarte Sachen zu sagen.
Wollen Sie die eingeschlagene Richtung weitergehen?
Unbedingt. Die Arbeit mit Steven Soderbergh hat mich gelehrt, die Schauspielerei ernster zu nehmen. Er hat mir beigebracht, die Kont-rolle zu übernehmen. Ich steuere meine Karriere bewusster, will mehr als Produzent arbeiten. Das hätte ich mir vor zwei Jahren noch nicht einmal träumen lassen. Und jetzt ist es Fakt.
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