TV-Melodram: In Rückblenden erzählte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung 1969. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto20/09200207/b150x150.jpg Fünf Tage Vollmond

Filmdetails

Fünf Tage Vollmond

TV-Melodram: In Rückblenden erzählte Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung 1969.


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Kritik

Fünf Tage Vollmond

Es ist eine kleine Geschichte, eigentlich kaum der Rede wert; und auch die Inszenierung ist ganz und gar unprätentiös. Doch der Film ist von derart ergreifender Anmut, dass man beinahe von einem kleinen Meisterwerk sprechen kann.

Maria Bachmanns Drehbuch beginnt mit dem Ende. Der Brief, den Johanna Thamsen (Nicole Heesters) erhält, kommt aus der Vergangenheit, aber aufgegeben wurde er im Jenseits. Der Umschlag enthält eine Todesanzeige sowie eine grüne Glasscherbe. In langer Rückblende erzählen Bachmann und Regisseur Matthias Steurer von einem Ereignis, dass sich vier Jahrzehnte zuvor zugetragen hat, zur Zeit der Mondlandung: 1969 bekommt die winzige Nordseehallig, auf der Johanna (Aglaia Szyszkowitz) mit ihrem Mann Ole (Stephan Kampwirth) und den zwei Kindern lebt, Besuch von einem Geologen (Klaus J. Behrendt). Anton Brunner hat die besten Absichten: Er will den Boden testen, denn demnächst sollen endlich Wasserrohre verlegt werden. Eigentlich eine schöne Sache. Bloß Fiete Petersen (Michael Lott) und seine Frau (Petra Kleinert) sind nicht begeistert, denn Fiete transportiert das Trinkwasser vom Festland und wäre arbeitslos, wenn das Wasser plötzlich aus der Leitung kommt. All das ist Johanna völlig egal, denn während der Gatte mit den Kindern unterwegs ist, bringt der weltgewandte und vielgereiste Gast eine Saite in ihr zum Klingen, die schon lange verstummt ist. Als der Abschied naht, beschwört er sie mitzukommen. Sie jedoch entscheidet sich für ihre Familie, legt ihm aber jene Glasscherbe in die Brotdose, auf die sie barfuß getreten ist, bevor sie sich zum ersten Mal geküsst haben.

Eine einfache, überschaubare Geschichte, mit einfachen, überschaubaren Emotionen, die man gerade deshalb gut nachvollziehen kann. Natürlich sind die Parallelen zu Clint Eastwoods traurig-romantischem Meisterwerk "Die Brücken am Fluss" offenkundig, aber Maria Bachmann ist weit mehr als bloß eine mühsam kaschierte Variation gelungen. Dank der vorzüglichen Hauptdarsteller vermeidet es Steurer zudem, Wehmut zu hinterlassen: "Fünf Tage Vollmond" ist kein Film über eine verpasste Chance, sondern vielmehr eine Hommage an das andere, das stille Glück. Dass Nicole Heesters und ihre Tochter Saskia Fischer (als erwachsene Tochter Verena) erstmals gemeinsam vor der Kamera stehen, ist außerdem eine hübsche Fußnote. Und weil der Film so schön ist, verzeiht man ihm auch, dass Aglaia Szyszkowitz (41) entweder zu alt für die Rolle der jungen Johanna oder Heesters (72) zu jung für die alte Johanna ist. Steurer macht das mit seiner gleichermaßen zärtlichen wie reifen Inszenierung ohnehin spielend wieder wett. tpg.

Fünf Tage Vollmond

Darsteller:  Aglaia Szyszkowitz   als Johanna Thamsen - 1969
  Klaus J. Behrendt   als Anton Brunner - 1969
  Stephan Kampwirth   als Ole Thamsen - 1969
  Petra Kleinert   als Ines Petersen - 1969
  Michael Lott   als Fiete Petersen - 1969
  Emily-Dorothea Linow   als Verena Thamsen - 1969
  Lukas Kieback   als Knut Thamsen - 1969
  Gerhard Karau   als Bauer - 1969
  Nicole Heesters   als Johanna Thamsen - heute
  Saskia Fischer   als Verena Hansen - heute
  Joshy Peters   als Gunnar Hansen - heute
  Thomas Lehmann  
  Arne Czock  
  Sylvia Wintergrün  
 
Regie:  Matthias Steurer  
Drehbuch:  Maria Bachmann  
Produzent:  Uli Aselmann  
Kamera:  Helmut Pirnat  
Schnitt:  Veronika Zaplata  
Musik:  Joe Mubare  
Produktionsdesign:  Sonja Strömer  
Kostüme:  Bettina Catharina Proske  
Maske:  Tatjana Luckdorf  
  Isabel Schanze  
Ton:  Rainer Plabst  
Casting:  Silke Fintelmann  

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