Originaltitel: No Strings Attached
USA 2011
Natalie Portman
Ashton Kutcher
Cary Elwes
Regie: Ivan Reitman
Verleih: Paramount
Adam ist Regieassistent bei einer Fernsehserie, Emma angehende Ärztin in einem städtischen Krankenhaus. Beide haben schlechte Erfahrungen mit Liebe und Leben gemacht. Eher zufällig landen sie miteinander im Bett und beschließen kurzerhand, sich gegenseitig weiterhin als Sexpartner zur Verfügung zu stehen - ohne jede weitere Verantwortung. Das geht nur kurze Zeit gut: Zunächst verheimlicht Adam, dass er sich längst verliebt hat. Als er Emma seine Gefühle schließlich doch gesteht, lässt sie ihn stehen. Und merkt erst spät, dass ihr Leben ohne Adam auffallend leer ist.

"Evolution" macht auch vor Humorspezialist Ivan Reitman nicht Halt. Seine neue Komödie über Sex als Fluchtvergnügen für Beziehungsphobiker setzt auf Romantik und moderate Gags.
Nach den effektlastigen Genrezwittern "Evolution" und "Die Super-Ex" wagt sich Reitman an einen Beziehungsfilm, der das Romantische stärker betont als das Komische, zurückhaltender wirkt als frühere Filme des Regisseurs und so Anpassungsspuren an das Ouevre seines Sohns Jason zeigt, der mit "Juno" und "Up in the Air" sehr erfolgreich das Subtile und Schräge zelebrierte. An die Stelle der weit hergeholten Konzeptprämissen früherer Hits - schwangerer Mann ("Junior") oder kuriose Blutsverwandschaften ("Twins") - tritt ein realistischere Versuchsanordnung, die allerdings für skeptische Beobachter der Geschlechter ähnlich absurd klingen könnte.
Können Mann und Frau nur als "Sexfreunde" miteinander verkehren, ohne von aufkommenden romantischen Gefühlen belästigt zu werden? "Unmöglich", ruft ein Passant im Sekundenauftritt in die Kamera - und in 107 Minuten bestätigt der Film seine Aussage. Die Ouvertüre zeigt, wie Emma und Adam sich 1996 im Ferienlager kennenlernen, sich auf einer Uni-Party wiederbegegnen und nach weiteren Zufallskontakten mit Blitzsex übereinander herfallen. Damit ist das bevorzugte Kommunikationsmuster etabliert, zumindest, wenn es nach Emma (Natalie Portman) geht, während Adam (Ashton Kutcher) dem Arrangement zwar nicht abgeneigt ist, doch von Beginn an Ambitionen signalisiert, die darüber hinausgehen. Dass einmal exklusiv sie von Bindungsphobien geplagt ist, während er sich eine Beziehung wünscht, variiert das klassische Dilemma vieler Hollywood-Romanzen.
Im Debütdrehbuch von Elizabeth Meriwether wird die Untauglichkeit eines solchen Modells bis zum Happy End nachgewiesen, ohne etwas Unerwartetes einzubringen oder ausreichende Verhaltenserklärungen zu liefern - vor allem für die weibliche Hauptfigur. Der charmante und potente Adam deckt sich mit Ashton Kutchers Image, während Natalie Portman buchstäblich aus der gewohnten Rolle fällt, light und lüstern, betrunken und betörend, mit selbstsüchtigen Tendenzen sogar sporadisch unsympathisch sein darf. Dass Mila Kunis im Kinoherbst 2011 in "Freunde mit gewissen Vorzügen" in einer ganz ähnlichen Konstellation zu sehen sein wird, ist eine komische Randnotiz und führt die in "Black Swan" etablierte Rivalität der beiden Elfen-Beautys fort. Für Ivan Reitman ist der weitgehende Verzicht auf derbere Gags in einer thematisch sexlastigen Komödie ein Bruch mit früheren Arbeiten und im Trend drastischer Wort- und Situationskomik ein Wagnis. Aber genau das ist die Liebe eben auch. kob.
| Darsteller: | Natalie Portman | als Emma | |
|---|---|---|---|
| Ashton Kutcher | als Adam | ||
| Cary Elwes | als Dr. Metzner | ||
| Kevin Kline | als Alvin | ||
| Greta Gerwig | als Patrice | ||
| Lake Bell | als Lucy | ||
| Olivia Thirlby | als Katie | ||
| Ludacris | als Wallace | ||
| Ludacris | als Eli | ||
| Mindy Kaling | als Shira | ||
| Ophelia Lovibond | als Vanessa | ||
| Regie: | Ivan Reitman | ||
| Drehbuch: | Elizabeth Meriwether | ||
| Produzent: | Ivan Reitman | ||
| Jeffrey Clifford | |||
| Joe Medjuck | |||
| Koproduzent: | Ali Bell | ||
| Annette Savitch | |||
| Ausf. Produzent: | Gary Barber | ||
| Roger Birnbaum | |||
| Jonathan Glickman | |||
| Natalie Portman | |||
| Kamera: | Rogier Stoffers | ||
| Schnitt: | Dana E. Glauberman | ||
| Musik: | John Debney | ||
| Produktionsdesign: | Ida Random | ||
| Kostüme: | Julie Weiss | ||
Ivan Reitman ist eine Legende unter den Komödienregisseuren, der in den vergangenen 35 Jahren Klassiker wie "Ghostbusters", "Zwillinge" oder "Dave" geschaffen hat. Mit "Freundschaft Plus", der bereits mehr als 50 Mio. Dollar am US-Boxoffice einspielte, hält er seine erste Liebeskomödie parat.
Ivan Reitman: Mit "Freundschaft Plus" kehrt der Erfolg zurück, sehr zur Freude von Hauptdarsteller Ashton Kutcher (Foto: Paramount)
"Freundschaft Plus" ist Ihre erste Regiearbeit seit fünf Jahren. Warum machen Sie sich so rar?
IVAN REITMAN: Zunächst muss ich sagen, dass ich natürlich nicht untätig war in all der Zeit. Meine Hauptaufmerksamkeit galt der Produktionsfirma, die ich gemeinsam mit Tom Pollock betreibe, The Montecito Company. Aber ich gestehe auch, dass ich mich als Regisseur etwas ausgebrannt gefühlt habe. "Evolution" und "Die Super-Ex" waren nicht meine besten Arbeiten, und ich wollte nicht weiter in dieser Richtung arbeiten.
Dafür haben Sie nun die erste romantische Komödie Ihres Lebens gedreht.
Stimmt. Ich vergleiche "Freundschaft Plus" gern mit "Harry und Sally". Damals ging es darum, ob es Männern und Frauen überhaupt möglich ist, noch miteinander befreundet zu sein, wenn die Liebe ins Spiel kommt. Wir drehen die Schraube weiter: Bei uns geht es darum, ob es möglich ist, die Gefühle aus dem Spiel zu halten, wenn man Sex miteinander hat. Ich bin sehr stolz auf den Film. Schon beim Dreh hatte ich das Gefühl, dass es gut läuft. Es war ein bisschen wie in alten Tagen, als wir "Meatballs" und "Ich glaub, mich knutscht ein Elch" gedreht haben.
Aber es geht um ein Thema, das Sie - wie ich hoffe - nur als Beobachter kennen?
Danke der Nachfrage. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Aber ich habe immer gesagt, dass die wichtigste Qualität für einen Komödienregisseur ein gutes Auge ist. Ich bin ein guter Beobachter. Und diese gesellschaftliche Entwicklung, dass man zu Zeiten sozialer Netzwerke und dauernder Vernetzung versucht, seine sexuellen Kontakte ohne große Gefühlskomplikationen abzuwickeln, ist mir vor ein paar Jahren verstärkt aufgefallen. Ich dachte, dass es eine gute Prämisse für eine moderne romantische Komödie wäre, die einen Nerv treffen könnte. Vor etwa dreieinhalb Jahren fing ich mit der Autorin Elizabeth Meriwether an, die Geschichte zu entwickeln.
Ein Glücksgriff.
Oh ja, sie schreibt wunderbar. Ihre Dialoge haben einen ganz eigenen Stil. Sie sind frech, manchmal derb, aber immer auf den Punkt und vor allem witzig. Das Gelingen von "Freundschaft Plus" ist zunächst einmal ihrer Arbeit zu verdanken. Wir haben auch immer versucht, ihrer Vorlage gerecht zu werden. Entsprechend haben wir den Film ein bisschen gegen den Strich besetzt, mit Ashton Kutcher und Natalie Portman, aber eben auch Typen wie Greta Gerwig, Olivia Thirlby oder Ludacris in den Nebenrollen.
Sie sind seit vier Jahrzehnten im Filmgeschäft. Hat sich die Branche zum Guten oder Schlechten entwickelt?
Ich kann mit Gewissheit sagen, dass sie sich grundlegend gewandelt hat. Ich habe im Lauf der Jahre den Aufstieg und den Fall des unabhängigen Kinos miterlebt. Und natürlich sind die Spontaneität und Möglichkeit zur Kreativität ein wenig auf der Strecke geblieben. Meine frühen Komödien könnte man heute nicht mehr so drehen. Das ist schade. Aber als Produzent muss ich sagen, dass die heutige Nüchternheit und die Konzentration auf Zahlen auch ihr Gutes hat.
Sie sind willens, 22 Jahre nach dem letzten Film einen dritten Teil von "Ghostbusters" zu drehen. Warum?
Es ist eine gute Marke. Nichts ist wertvoller im heutigen Klima, als mit starken Marken zu arbeiten. Und ich finde auch, dass die Geschichte noch nicht auserzählt ist. Da steckt noch viel Leben drin. Allerdings müssen wir erst Bill Murray überzeugen. Wenn er nicht mitmacht, wird es keinen "Ghostbusters III" geben.
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