Originaltitel: Friends with Benefits
USA 2011
Justin Timberlake
Mila Kunis
Patricia Clarkson
Regie: Will Gluck
Verleih: Sony Pictures
Dylan ist neu in New York, doch Jamie, die ihn aus Kalifornien für einen Traumjob nach Manhattan und aus seiner Reserve gelockt hat, sorgt für schnelle Akklimatisation. Der aufstrebende Art Director und die quirlige Headhunterin landen schnell zusammen im Bett, wollen aber trotz gelegentlichem Spaßsex nur beste Freunde bleiben. Beider Bindungsphobien machen sie blind dafür, wie perfekt sie tatsächlich zusammenpassen, und bewirken schließlich, dass auseinanderbricht, was eigentlich zusammengehört.

Justin Timberlake und Mila Kunis beweisen romantisch und komisch, dass guter Sex unter besten Freunden einfach nicht genug ist.
Nach Natalie Portman überprüft mit Kunis eine weitere "Black Swan"-Elevin die Tauglichkeit von "Freundschaft Plus", eines emotional ballastfreien sexuellen Arrangements unter Freunden. Parallelen zwischen Ivan Reitmans Vorgänger und Will Glucks Nachfolger sind unübersehbar, doch der etwas subtilere Ton und der frech-flippige Charme von Kunis, die in der Hitsitcom "Die wilden 70er" Timing und komödiantische Qualitäten entwickeln konnte, machen diesen zweiten Abzug einer vertrauten Folie zu einem unterhaltsamen Date.
In der harmlos Beziehungsoberflächen absurfenden Story spielt Kunis Miss Temperament, das Mr. Vernunft, verköpert von Justin Timberlake, aus der Reserve lockt. Dass sie eine Headhunterin ist, die einen aufstrebenden Blogger als Art Director zu einem Lifestyle-Magazin holt, bleibt nur eine Randnotiz in einem Plot, der sich auf seine jungen Stars und ihre prägenden Elternteile konzentriert. Dabei sorgen Patricia Clarkson als Jamies promiskuitive Mutter für einen Hauch schräge Exzentrik und Richard Jenkins als Dylans an Alzheimer erkrankter Vater für eine Spur Wehmut und Besinnlichkeit. Das Drehbuch führt Jamie und Dylan schnell als kompatibel zusammen, bevor beider Bindungsphobie das romantische Glück aufs Wartegleis stellt, wenn beide sich mit Freundschaft plus gelegentlichem Spaßsex begnügen. Fast genau nach einer Stunde und dem Ende des zweiten Aktes kompliziert sich dieses Arrangement durch gefühlsechte Intimität, ohne das Happy End ernsthaft in Frage zu stellen.
Der in den Plot eingebaute ironische Kommentar zu Hollywoods romantischen Komödien erweist sich als pure Selbsttäuschung, denn von der etablierten Rezeptur des Genres weicht auch dieser Film nicht ab. Das Formelhafte ist somit das größte Manko in dieser recht temporeichen Komödie, die zielgruppenkonform Trendiges wie Flashmobs oder Apps einbaut und zurecht auf ihre stärkste Waffe, die Chemie zwischen Kunis und Timberlake, setzt. "Einfach zu haben", der Titel von Glucks letzter Hit-Komödie, beschreibt auch den Zugang zu seiner RomCom, die keine unüberwindbaren Hindernisse für den Zuschauer aufbaut, sich ohne Klamaukexzesse recht charmant und amüsant unterhalten zu können. kob.
| Darsteller: | Justin Timberlake | als Dylan | |
|---|---|---|---|
| Mila Kunis | als Jamie | ||
| Patricia Clarkson | als Lorna | ||
| Jenna Elfman | als Annie | ||
| Bryan Greenberg | als Parker | ||
| Richard Jenkins | als Mr. Harper | ||
| Woody Harrelson | als Tommy | ||
| Nolan Gould | als Sam | ||
| Regie: | Will Gluck | ||
| Drehbuch: | Will Gluck | ||
| Keith Merryman | |||
| David A. Newman | |||
| Produzent: | Will Gluck | ||
| Liz Glotzer | |||
| Martin Shafer | |||
| Janet Zucker | |||
| Jerry Zucker | |||
| Ausf. Produzent: | Glenn S. Gainor | ||
| Buchvorlage: | Keith Merryman | ||
| David A. Newman | |||
| Kamera: | Michael Grady | ||
| Schnitt: | Tia Nolan | ||
| Produktionsdesign: | Marcia Hinds | ||
| Kostüme: | Renée Ehrlich Kalfus | ||
| Casting: | Lisa Miller Katz | ||
Will Gluck begann seine Karriere beim US-Fernsehen. Sein Kino-Regiedebüt gab er 2009 mit der Cheerleader-Komödie "Fired Up!". Bereits ein Jahr später erschien "Einfach zu haben"
Mila Kunis und Justin Timberlake sind "Freunde mit gewissen Vorzügen" - und bald auch mit einem Sex-Problem! (Foto: Sony Pictures)
Glauben Sie, dass in einer Zeit, in der sich die großen Studios scheinbar auf ein jugendliches Zielpublikum festgefahren haben, das erwachsene Publikum verstärkt nach erwachsenen, R-rated-Filmen, wie ihrer Komödie "Freunde mit gewissen Vorzügen", verlangt?
WILL GLUCK: Die allgemeine Vorstellung, wie Studiobosse in ihren Büros darüber brüten, wie sie das Publikum ins Kino locken könnten, stimmt so nicht. Es gibt bereits viele Filme, die für ein älteres Publikum gemacht wurden und die gut liefen. Wenn sich die Studios deren Erfolg zu Herzen genommen hätten, gäbe es viel mehr Filme dieser Art. Es mehr mit Zufall zu tun. In diesem Sommer gibt es in den USA so viele R-rated-Komödien, dass dies nicht geplant sein kann.
Sie sehen deren Erfolg also weniger als Ausdruck unserer Zeit?
Es könnte damit zusammenhängen, dass immer mehr Menschen Filme zu Hause auf DVD anschauen. Die Studios versuchen nun die wenigen Leute, die noch bereit sind Tickets zu lösen, noch öfters ins Kino zu holen. Und das sind die jungen Menschen. Aber bereits in den Achtzigerjahren gab es eine Vielzahl an R-rated-Filmen, gleich wohl das Bewertungssystems damals ein anderes war. In den Neunzigerjahren wiederrum gab es davon viel weniger. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, warum dem so ist.
Guter Humor ist alterslos. Was macht für Sie den besonderen Reiz einer Komödie für ein erwachseneres Publikum aus?
Mein letzter Film, "Einfach zu haben" hatte eine PG-13 Freigabe. Wenn ich ihn mir allerdings jetzt nochmal anschaue, wirkt er unecht. Die Figuren sprechen nicht so, wie man tatsächlich spricht. Anderenfalls hätte der Film ein "R" erhalten. Was mir ein "R" also bieten kann, ist, dass der Film echt wirkt. Zumal "Freunde mit gewissen Vorzügen" von Sex erzählt.
Fluchen die Amerikaner im wahren Leben so viel?
Die Regel besagt: Wird mehr als ein Mal "Fuck" gesagt, erhält der Film ein "R". Aber auch nur, wenn es nicht in der Bedeutung gebraucht wird, die das Wort wirklich hat. In dem Fall würde bereits ein "Fuck" reichen. Und ja, wir fluchen öfter als nur ein Mal.
Ihr Film handelt von einer modernen Beziehung, doch die Auflösung des Films ist recht traditionell.
Natürlich. Schließlich möchte jeder, auch wenn er es vielleicht nicht zugeben würde, die wahre Liebe kennenlernen. Die Leute, interessanterweise vor allem Männer, beschweren sich darüber, dass ich den ganzen Film über Klischees durch den Kakao ziehe, ihn dann aber doch mit einem Klischee enden lasse. Aber wie sähe die Alternative aus? Sie trennen sich? Damit hätte sich das Publikum nicht zufrieden gegeben.
Muss ein Film das Publikum immer zufriedenstellen?
Diese Art von Film unbedingt!
Sie sagten im Vorfeld, dass Sie ihren Film in der Tradition der alten Hepburn/Tracy-Filme sehen. Was macht deren Filme aus?
Ich liebe es Dialoge zu schreiben. Ich liebe es, wenn sich die Charaktere einen mündlichen Schlagabtausch liefern und eine Person den Satz des anderen beendet. Katharine Hepburn und Spencer Tracy hatten das perfektioniert. Doch die meisten der heutigen Komödien spielen weniger mit sprachlichem, als mit physischem Witz.
Mit "Freundschaft Plus" gab es dieses Jahr bereits einen Film mit fast identischem Thema.
Das war Zufall. Wir haben auch nicht den zweiten Film dieser Art gemacht, sondern den zehntausendsten. Im Grunde geht es um das alte Thema "Junge trifft Mädchen". Allerdings ist der Ton meines Films ein etwas anderer. Aber so etwas ist auch schon früher passiert, denken Sie etwa an "Volcano" und "Dante's Peak".
Der am 31. Januar 1981 in Memphis, Tennessee geborene Justin Randall Timberlake beginnt seine Karriere in den späten Achtziger Jahren...
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