Originaltitel: Smilla's Sense of Snow
Deutschland/Dänemark/Schweden 1997
Julia Ormond
Gabriel Byrne
Richard Harris
Regie: Bille August
Verleih: Constantin
Nur zu einem kleinen, grönländischen Nachbarsjungen entwickelt die verschlossene, vom Leben enttäuschte Smilla eine innige Beziehung. Als die Leiche des Jungen gefunden wird, will Smilla nicht an einen Unfall glauben. Sie beginnt mit Nachforschungen, die sie nach Umwegen ins ewige Eis zu einem geheimnisvollen Meteoriten führen.

Zum zweiten Mal, nach "Das Geisterhaus", beweist das bewährte Regie- und Produktions-Duo Bille August/Bernd Eichinger seine Schwäche (und damit seine Stärke) für Großproduktionen. Die unter großem Aufwand und mit Produktionskosten von ca. 35 Mio. Mark entstandene Bestseller-Verfilmung nach Peter Hoegs aufsehenerregendem Romandebüt erfüllt alle Ansprüche eines "großen Kinofilms".
Ganz sicher war es ein schwieriges Unterfangen, der hintergrundreichen Stofffülle der Vorlage, die weltweit ein Bestseller war, gerecht zu werden. Der komplexe Thriller-Plot ist im Drehbuch von Ann Biderman größtenteils erhalten geblieben und steht im Mittelpunkt von Smillas Reise ans Ende der Welt, ins Packeis Grönlands.
Ein kleiner Grönländer-Junge, der sich nie heimisch fühlte im fremden Kopenhagen, kommt auf tragische Art zu Tode. Smilla, seine einzige Freundin, bezweifelt die offizielle Version der Unfall-Ursache und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren. Die junge Mathematikerin, in deren Adern selbst grönländisches Blut fließt, kommt einem internationalen Komplott auf die Spur, dem todbringende wirtschaftliche und wissenschaftliche Interessen zugrundeliegen. Deren zentrale Figur ist Tork, und als sie auf dessen Schiff ins ewige Eis fährt, kommt es zum Kampf auf Leben und Tod.
Julia Ormond als Smilla Jasperson führt in ihrer ersten tragenden Rolle mühelos durch den Film, beherrscht jede Actionszene, jeden Stunt perfekt und gibt glaubhaft die verletzt-zurückgezogene Einzelkämpferin, die nur ungern jemanden an sich heranläßt. Nur Gabriel Byrne, hinreißend als Mechaniker in geheimer Mission, darf ihr nahe kommen und für die nötige Portion Romantik im winterlich kalten Nordlicht sorgen. Bisweilen fehlt dieser Smilla, vergleicht man sie mit der literarischen Figur, allerdings etwas die Gebrochenheit, die im Roman durch die kulturelle Zerissenheit zwischen den ethnischen Polen Dänemark und Grönland so wichtig ist. Die vielen Großaufnahmen zeigen sie bisweilen einfach "zu schön um wahr zu sein".
Oscar-Preisträger Bille August ("Pelle der Eroberer") erweist sich der komplexen Produktion allzeit gewachsen und verliert auch beim schwierigen Dreh vor Ort in Grönland nie seine Geschichte und seine Schauspieler aus den Augen. In Höchstform präsentiert sich einmal mehr Jürgen Vogel als gebeutelter Matrose Jakkelsen, während Mario Adorf als sein Vater, Kapitän Lukas, eher blaß bleibt. Die Besetzungsliste ist international (Vanessa Redgrave gibt einen Kurzauftritt als Elsa Lübing), gute Chancen auf dem Weltmarkt sollten dem Eis-Märchen sicher sein. boe.
| Darsteller: | Julia Ormond | als Smilla | |
|---|---|---|---|
| Gabriel Byrne | als Mechaniker | ||
| Richard Harris | als Tork | ||
| Vanessa Redgrave | als Elsa Lübing | ||
| Robert Loggia | als Moritz Jasperson | ||
| Jim Broadbent | als Lagermann | ||
| Mario Adorf | |||
| Bob Peck | |||
| Jürgen Vogel | |||
| Emma Croft | |||
| Peter Capaldi | |||
| Tom Wilkinson | |||
| Clipper Miano | |||
| Agga Olsen | |||
| Regie: | Bille August | ||
| Drehbuch: | Ann Biderman | ||
| Produzent: | Bernd Eichinger | ||
| Martin Moszkowicz | |||
| Buchvorlage: | Peter Hoeg | ||
| Kamera: | Jörgen Persson | ||
| Schnitt: | Janus Billeskov Jansen | ||
| Musik: | Harry Gregson-Williams | ||
| Hans Zimmer | |||
| Produktionsdesign: | Anna Asp | ||
Vielbeschäftigt und unersättlich zeigt sich derzeit Julianne Moore. Gerade erst ist ihr aktueller Film "Dem Himmel so fern" in den USA gestartet. Demnächst wird sie in "The Hours" neben Nicole Kidman und Meryl Streep zu sehen sein. Und die Verhandlungen zu ihrem neuen Projekt sind auch schon in der Endphase.
In "Without Apparent Motive" wird die elegante Schönheit neben Richard Gere die Leinwand schmücken. Dabei ist sie alles andere als nur ein hübsches Accessoire. Julianne Moore wechselt nämlich die Fronten und wandelt auf den Pfaden ihres ehemaligen Widersachers Hannibal Lecter. Als Femme Fatale aus gehobenen Kreisen gerät sie unter Verdacht, Businessmänner serienmäßig ins Jenseits zu befördern.
Inszeniert wird der Thriller von dem dänischen Regisseur Bille August, der bereits "Les Misérables" und "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" glanzvoll in Bilder umgesetzt hat. Mit "Without Apparent Motive" feiert er zudem seinen Einzug in Hollywood. Da heißt es: anstrengen!
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