Christian Ulmen
Lola Dockhorn
Lucas Reiber
Regie: Anja Jacobs
Verleih: Movienet (24 Bilder)
Seit dem Tod ihrer Mutter lebt die 13-jährige Radost mit ihrem geistig zurückgebliebenen Vater Bruno in einer kleinen Wohnung. Das Jugendamt führen sie listig an der Nase herum, denn eigentlich betreut der Teenager den Erzeuger, und nicht umgekehrt. Als sie sich in den neuen Schulschwarm Benny verknallt, wird das Versteckspiel zur Qual und mit einsetzender Pubertät steigert ihre Sehnsucht nach einem normalen Leben das Konfliktpotenzial. Das labile Vater-Tochter-Verhältnis gerät aus den Fugen.

Christian Ulmen liefert eine große Show als geistig behinderter Vater in einer tragikomischen Coming-of-Age-Geschichte mit vertauschten Rollen.
Ob Ulmens outriertes Spiel dem Verhalten eines geistig auf dem Stand eines sechsjährigen Gebliebenen wirklich gerecht wird, ist Ansichtssache. Aber sein Hang zu schrägen Typen krönt er mit einer mit Verve dargebotenen Show zwischen liebenswertem Kind und randalierendem Rüpel. Klar, dass seine Filmtochter Radost (eine echte Entdeckung: Lola Dockhorn in ihrer ersten Hauptrolle), die sensibel und zurückhaltend einen idealen Kontrapunkt darstellt, sich nichts sehnlicher wünscht, als einen normalen Vater zu haben.
In Anja Jacobs Kinodebüt um ein hinreißendes Vater-Tochter-Gespann haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Das erzählt die Regisseurin, die bereits Erfahrung im Fernsehen gesammelt hat, in einer leise dramatischen, sozialrealistischen Tragikomödie.
Seit dem Tod ihrer Mutter sorgt die 13-Jährige für ihren unselbständigen Vater Bruno, um von Amtswegen nicht getrennt zu werden. Radost verliert darüber ihre Jugend, muss sie notgedrungen Erwachsene, Mutter und Betreuerin in einem sein. Mit einsetzender Pubertät entwickelt sich ein nicht nur, aber vor allem für den kindlichen Vater schmerzvoller Lösungsprozess. Radosts Schwarm, der neu in die Klasse gekommene Benny, droht ihr eisern gehütetes Geheimnis in der Schule zu enthüllen. Seine Eltern mögen normal sein, doch auch Benny hat Probleme mit ihnen. Wie das Mädchen sich in diesem Versteckspiel aufreibt, ist weder als trister Problemfilm noch als launiges Feel-Good erzählt, sondern als einfühlsames, nahezu lebensechtes Jugenddrama mit vielen komischen, aber auch poetischen Tupfern. Die sanfte Regie erlaubt, mit den Figuren zu fühlen. Das Schicksal dieses Odd Couple geht zu Herzen, erst recht, wenn es beide emotional durch die Mangel dreht. tk.
| Darsteller: | Christian Ulmen | als Bruno Markowitsch | |
|---|---|---|---|
| Lola Dockhorn | als Radost Markowitsch | ||
| Lucas Reiber | als Benny Schmidtbauer | ||
| Peter Kurth | als Karli Fichtner | ||
| Teresa Harder | als Frau Corazon | ||
| Hans Löw | als Supermarkchef Gerd | ||
| Fritz Roth | als Hausmeister Hochstätter | ||
| Hans-Werner Meyer | als Rolf Schmidtbauer | ||
| Ursina Lardi | als Hanna Schmidtbauer | ||
| Janina Fautz | als Sonja | ||
| Alwara Höfels | als Gitti | ||
| Regie: | Anja Jacobs | ||
| Drehbuch: | Marc O. Seng | ||
| Produzent: | Alexander Funk | ||
| Uwe Schott | |||
| Christian Pape | |||
| Kamera: | Daniel Möller | ||
| Schnitt: | Ronny Mattas | ||
| Musik: | Matthias Klein | ||
| Produktionsdesign: | Benedikt Herré | ||
| Kostüme: | Nicole Stoll | ||
| Maske: | Aniko Kamchen | ||
| Ton: | Matthias Richter | ||
| Stephan Engl | |||
| Casting: | Simone Bär | ||
| Maria Schwarz | |||
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