Experimentelles, desillusionierendes Psychogramm einer arbeitslosen Architektin, die immer tiefer in die soziale Isolation taumelt. http://images.kino.de/flbilder/max10/auto10/auto49/10490050/b150x150.jpg Eine flexible Frau

Filmdetails

Eine flexible Frau

Experimentelles, desillusionierendes Psychogramm einer arbeitslosen Architektin, die immer tiefer in die soziale Isolation taumelt.


Eine flexible Frau
Start: 06.01.2011

Drama

Deutschland 2009
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Mira Partecke
Katharina Bellena
Laura Tonke

Regie: Tatjana Turanskyj
Verleih: Filmgalerie 451

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Inhalt

Architektin Greta wurde gerade entlassen und versucht sich als Freischaffende. Auf dem leergefegten Arbeitsmarkt findet sie aber nur etwas im Callcenter. Den Job behält sie nicht lange, weil sie sich den Regeln nicht unterwerfen will. Ihr zwölfjähriger Sohn hält sie für eine Versagerin, und auch ihre Freunde stehen nicht hinter ihr. Zynisch ergibt sie sich dem Alkohol und stürzt vollends ab.


Kritik

Eine flexible Frau

Experimentelles, desillusionierendes Psychogramm einer arbeitslosen Architektin, die immer tiefer in die soziale Isolation taumelt.

So brüchig wie die Arbeitsbiografie von Greta (Mira Partecke aus "Der Letzte macht das Licht aus") ist auch die Dramaturgie dieser Studie einer modernen Frau in einem ungemütlichen Berlin. Ihre Unfähigkeit, sich dem brutalen Wettbewerb anzupassen, bezahlt sie mit einem haltlosen Abstieg. Cassavetes "Eine Frau unter Einfluss" oder auch Kolleks "Sue" kommen in den Sinn, wenn Mira Partecke wie eine deutsche Tilda Swinton in einer Kaskade von mitunter experimentellen Szenen ein Falling Down ins Nichts hinlegt. Der ironische Titel des Spielfilmdebüts von Tatjana Turanskyj verweist auf den Hintersinn eines anspruchsvollen, unorthodoxen Autorenfilms.

Zunächst tritt Greta als selbstbestimmte Freiberuflerin auf, die von ihrem Architekturbüro entlassen wird. Auf dem leergefegten Arbeitsmarkt findet sie nur einen Job im Callcenter, den sie nicht lange behält, weil sie keine Lust hat zu funktionieren. Weder bei Freunden, ihrem zwölfjährigen Sohn Lukas, der die Mutter als Versagerin apostrophiert, noch beruflich kann sie andocken; auch weil sie spröde auf Distanz geht. Turanskyj entwirft einen unbequemen Charakter, den man schwerlich mögen kann. An ihm erforscht sie immer entfremdetere Formen des Daseins bis hin zum Vollabsturz im Alkohol, nachdem die überschuldete Protagonistin den zynischen Rückzug angetreten ist. Bin ich meine Arbeit oder auch ohne Job noch ein Mensch und obendrein etwas wert? Das sind die zentralen Fragen, deren Antworten deprimierend ausfallen.

Es wird prekär, in erster Linie auf einem psychologischen Level, denn der stilistisch harte, zerklüftete Anti-Heimatfilm bebildert Seelenarchitekturen einer Unangepassten, die ihre Haltung bewahren will - was im Berufsleben einfach unmöglich ist. Tatjana Turanskyjs Wurzeln im Theater und in der Performance schlagen sich im Film deutlich sichtbar nieder, der zwar sperrig und mitunter prätentiös wirkt, sich aber mit fast surrealistischen Impressionen und auswegloser Unnachgiebigkeit an eine Figur heftet, die wie geschaffen für Programmkinos ist.

tk.

Eine flexible Frau

Darsteller:  Mira Partecke   als Greta
  Katharina Bellena   als Loretta, polnische Ökonomin, jetzt Kosm
  Laura Tonke   als Ann, Callcenterchefin
  Andina Weiler   als Fee, die Sekretärin
  Bastian Trost   als Kluge, Blogger und Stadtführer
  Sven Seeger   als Sven, Tänzer
  Torsten Haase   als Torsten, Tänzer
  Fabio Pink   als Fabio, Tänzer
  Ilia Papatheodorou   als Francesca, Architektin
  Michaela Benn   als Marlene, Mutter und Architektin
  Thorsten Heidel   als Max, Studienkollege
  Ninoschka Schlothauer   als Schulungscallcenteragent
  Franziska Dick   als Frau Zeller, Lehrerin
  Gisela Gard   als Der Coach
  Mattis Hausig   als Lukas, Sohn
  Birgit Acar   als Maria, eine alte Freundin
  Anna Schmidt   als Kracht, eine Sachbearbeiterin
  Anna Eger   als Die gefährliche Mutterschaft
  Saskia Draxler   als Saskia, ein Consultant
  Chunchun Qian   als Sue, eine Designerin
  Aizhen Xu   als Lili, eine Designerin
  Weihua Wang   als Dolmetscherin
  Roman Weiler   als Tim, sein Fussballfreund
  Horst Markgraf   als Paul, der Vater von Lukas, Exmann
  Sean Patten   als Sean, der englische Banker
  Timur Isik   als Mann in der Bar
  Dorothea Moritz   als Schauspielerin, Hölderlinkennerin
 
Regie:  Tatjana Turanskyj  
Drehbuch:  Tatjana Turanskyj  
Kamera:  Jenny Barth  
Schnitt:  Ricarda Zinke  
Musik:  Niels Lorenz  
Kostüme:  Ingken Benesch  
Maske:  Miriam Jacks  
  Verena Lindauer  
  Patricia Makosch  
  Khaoula Selmi  
  Katharina Thieme  
  Claudia Zweifel  
Ton:  Matthias Gauerke  
Casting:  Anna Schmidt  

Star

Laura Tonke

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