Originaltitel: Father of the Bride 2
USA 1995
Steve Martin
Diane Keaton
Martin Short
Regie: Charles Shyer
Verleih: Buena Vista
Der Vater der Braut hat kaum die Hochzeit seiner Tochter verdaut, als sie ihm eröffnet, schwanger zu sein. Den bevorstehenden Großvater-Status kontert er mit neuem jugendlichem Elan. Nicht ohne Folgen: Bald ist auch seine Frau in anderen Umständen. Trotz kurzer Midlife-Krise fügt er sich bald hingebungsvoll in seine anstrengende Doppelrolle.

Zu jung, um Großvater und zu alt, um erneut Vater zu werden - in dieser verzwickten Situation findet sich Steve Martin bei seinem zweiten Filmauftritt als George Banks in der amüsanten, emotionsschwangeren Familienkomödie "Ein Geschenk des Himmels - Vater der Braut 2" wieder. Kaum hat sich der dauergestreßte George vom Trauma des erfolgreichen ersten Teils erholt, in dem er seiner Tochter Annie (Kimberley Williams) eine aufwendige - und für ihn äußerst anstrengende - Hochzeit ermöglichte, da muß er schon die Kunde von ihrer Schwangerschaft verdauen. Die Aussicht, Großvater zu werden, stürzt ihn in eine köstliche Midlife-Krise, die ihn veranlaßt, seine Haare dunkel einzufärben und ein Fitneßstudio aufzusuchen. Sein neu gewonnener jugendlicher Elan bleibt nicht ohne Folgen: Seine Frau Nina (Sympathiemagnet Diane Keaton) befindet sich kurz darauf ebenfalls in anderen Umständen. Plötzlich erscheint George sein bevorstehender Seniorenstatus gar nicht mehr so unattraktiv, da ein weiteres Kind die sorgenlose Freiheit als Rentner zunichte machen würde. Doch da das Drehbuch von Regisseur Charles Shyer und Produzentin und Ehefrau Nancy Myers (Skript für "I Love Trouble") traditionelle Familienwerte an allererster Stelle setzt, fügt George sich bald hingebungsvoll in seine anstrengende Doppelrolle und hält seine hochschwangeren Lieben bei Laune. Der logistischen Einfachheit halber gebären beide am selben Tag, Tür an Tür im selben Krankenhaus. Mit zwei knuddeligen Babies im Familienkreis ist das zuckersüße Idyll nun absolut perfekt. Die extrem vorhersehbare Story bietet Komikertalent Martin zahlreiche Gelegenheiten zum Einsatz seiner elastischen Gelenke für slapstickartige physische Komödienmomente, die sich immer wieder mit gefühlvollen Momenten abwechseln. Ein Subplot, in dem George das traute Heim an einen arabischen Immobilienhai (herrlich barsch: Eugene Levy) verkauft, überträgt die Sentimentalität über den Verlust der Tochter auf das Haus - für George eine Art Identifikationsobjekt für eine intakte Familie. Aber das Team Shyer/Myers hätte hier keinen Spaß in der Tradition von "Nine Months" gezimmert, würde es nicht bisweilen gnadenlos dick auftragen: Der schmalztriefende musikalische Sentimentalschnickschnack von Alan Silvestri berührt ebenso peinlich wie die in Zeitlupe festgehaltenen Momente, in denen besondere Ergriffenheit dargestellt werden soll. Als Publikumsliebling dürfte sich jedoch erneut Martin Short als geckenhafter Designer/Partyorganisator Franck Eggelhofer erweisen, der neben Steve Martin für die entsprechenden komischen Highlights sorgt. Die technische Realisation mit einem schicken, traditionsverbundenen Produktionsdesign in warmen, transparenten Tönen und die solide Kameraarbeit verleihen dieser bekömmlichen, komödiantischen Hausmannskost eine runde Note. Ein Familien-Favorit für die Feiertage in den USA dürfte somit gewährleistet sein. ara.
| Darsteller: | Steve Martin | ||
|---|---|---|---|
| Diane Keaton | |||
| Martin Short | |||
| Kimberly Williams | |||
| George Newbern | |||
| Kieran Culkin | |||
| B.D. Wong | |||
| Peter Michael Goetz | |||
| Kate McGregor-Stewart | |||
| Jane Adams | |||
| Eugene Levy | |||
| Regie: | Charles Shyer | ||
| Drehbuch: | Nancy Meyers | ||
| Charles Shyer | |||
| Produzent: | Nancy Meyers | ||
| Ausf. Produzent: | Sandy Gallin | ||
| Carol Baum | |||
| Kamera: | William A. Fraker | ||
| Schnitt: | Stephen A. Rotter | ||
| Musik: | Alan Silvestri | ||
Diane Keaton und Jack Nicholson in einer Komödie - das muss doch ein Erfolg werden.
So ähnlich hat wohl auch Nancy Meyers gedacht. Die Regisseurin, die in "Vater der Braut", "Ein Geschenk des Himmels - Vater der Braut 2" und "Baby Boom" bereits mit Keaton zusammengearbeitet hatte, holte sich die beiden Hollywoodveteranen als Hauptdarsteller für ihre neue Produktion ins Boot.
In dem Film, für den bisher noch kein offizieller Titel bekanntgegeben wurde, spielt Nicholson einen älteren Mann, der eigentlich alles hat: Er ist erfolgreicher Geschäftsmann, hat Geld wie Heu und eine wundervolle, blutjunge Freundin, die seine eigene Tochter sein könnte.
Doch dann verliebt er sich in Diane Keaton, die in die Rolle der Mutter seiner Lebensgefährtin schlüpft. Nur dumm, dass sie nicht sonderlich gut auf Nicholson zu sprechen ist, nachdem er ihrem jungen und unschuldigen Nachwuchs den Kopf verdreht hat.
Die erste Klappe zu den Dreharbeiten wird im Frühling 2003 fallen.
Allround-Talent, dem der erfolgreiche Übergang vom Stand-up-Comedian über Filmkomiker hin zu ernsthaften, dramatischen Hauptrollen gelungen ist...
Im positiven Sinne überdreht, quirlig und temperamentvoll, ist Diane Keaton (geb. 1946) eine Komödiantin von hohem Rang, die fast nie den...
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