Originaltitel: Two Weeks Notice
USA 2002
Sandra Bullock
Hugh Grant
Alicia Witt
Regie: Marc Lawrence
Verleih: Warner
Frisch aus dem Knast entlassen, wohin sie kurzfristig ihre umweltpolitischen Aktivitäten katapultierten, heuert Anwältin Lucy Kelson (Sandra Bullock) gegen bessere Überzeugung, aber für schnöden Mammon im Konzern des ebenso stinkreichen wie unselbständigen George Wade (Hugh Grant) an. Schon bald ist sie mehr für Wade als bloß eine Beraterin, doch zur finalen Romanze lässt es Lucy nie kommen. Bis Wade sich anderweitig (Alicia Witt) umsieht...
Romantische Komödie in bester Tracy-Hepburn-Tradition mit den zum Leinwandpaar geborenen Hugh Grant und Sandra Bullock.
Erst Kabbeln, dann Küssen: Zwischen Sandra Bullock und Hugh Grant funkt's erst in allerletzter Minute.
Was ist das Schöne an einer "romantic comedy"? Dass wir von Anfang an ahnen, wer wen bekommt, aber dennoch dem Happy End atemlos entgegenfiebern. Wie in dieser kapriziösen Tour d'amour.
Auch die Einser-Juristin Lucy Kelson und der Millionär George Wade sind füreinander geschaffen, nur wissen sie es noch nicht. Im Gegensatz zu uns, die darauf warten, dass die Zwei Stolpersteine auf dem Weg zum Glück wegräumen. Erst einmal sind sie sich nicht besonders grün.
Der schicke George hat die Immobilien- und Baufirma Wade Corporation im Rücken und die Angewohnheit, attraktive Anwältinnen schnellstmöglich ins Bett zu ziehen.
Deshalb sorgt sein seriöser Bruder (David Haig) für die Einstellung der umweltbewegten Harvard-Absolventin, der George's Pläne ein Dorn im Auge sind, plant der Geldfuchs doch glatt, ein Gemeindezentrum abzureißen, um lukrative Eigentumswohnungen zu bauen.
Zwar kann sie ihn davon abhalten, aber dafür behandelt sie der Egozentriker wie ein Dienstmädchen, sogar die Krawatte muss sie ihm aussuchen. Der kleine Unterschied: George residiert großzügig im Greenwich-Village-Penthouse, während das Arbeitstier bei den Eltern logiert, sogar im Schlafzimmer immer Laptop, Palm-Pilot und Handy griffbereit.
Denn wenn der Boss mitten in der Nacht Ratschläge benötigt, klingelt ihr Telefon. Irgendwann ist Schluss mit lustig, die Schöne wirft das Handtuch, darf aber nur gehen, wenn sie eine Nachfolgerin präsentiert.
Die macht auf ehrgeiziges Kuschelmäuschen und hat bald den allzeit bereiten Goldfisch an der Angel. Könnte alles paletti sein. Nur kriecht bei Lucy plötzlich Eifersucht hoch und bei George kribbelt's beim Gedanken an die Ex-Kollegin. Doch wer kennt sie nicht, diese Angst, sich dem anderen zu offenbaren und ganz einfach zu sagen "Ich liebe dich"?
In bewährter Form sorgt Marc Lawrence (Drehbuchautor von "Miss Undercover" und "Auf die stürmische Art") dafür, dass sich die klopfenden Herzen finden.
Erstmals stehen die schauspielerischen Hochkaräter Sandra Bullock und Hugh Grant gemeinsam vor der Kamera und toppen sich gegenseitig an Komik. Zum Kugeln, wie sich das Duo misstrauisch beäugt und keine Spitzfindigkeit auslässt.
"All american girl" Sandra Bullock beweist wieder ihre Begabung für besten Slapstick. Womanizer Hugh Grant entpuppt sich erneut als gewiefter Charmeur mit Witz und ist - nach anfänglicher Fiesheit und trotz ausgeprägter Faulheit - wirklich "ein Chef zum Verlieben". Die dritte Hauptrolle in dieser Love-Story spielt Big Apple mit seinen versteckten romantischen Ecken. Fazit: Schlaflos in New York, nirgends ist es schöner.
| Darsteller: | Sandra Bullock | als Lucy Kelson | |
|---|---|---|---|
| Hugh Grant | als George Wade | ||
| Alicia Witt | als June Carter | ||
| Dana Ivey | als Ruth Kelson | ||
| Robert Klein | als Larry Kelson | ||
| Heather Burns | als Meryl Brooks | ||
| David Haig | als Howard Wade | ||
| Dorian Missick | als Tony | ||
| Joseph Badalucco | als Vorarbeiter | ||
| Jonathan Dokuchitz | als Tom | ||
| Veanne Cox | als Melanie Corman | ||
| Janine LaManna | als Elaine Cominsky | ||
| Iraida Polanco | als Rosario | ||
| Charlotte Maier | als Helen Wade | ||
| Katheryn Winnick | als Tiffany | ||
| Jason Antoon | als Norman | ||
| Rocco Musacchia | als Fischer | ||
| Wynter Kullman | als Tyler | ||
| Francie Swift | als Lauren Wade | ||
| Adam Grupper | als Anwalt von Wades Exfrau | ||
| Regie: | Marc Lawrence | ||
| Drehbuch: | Marc Lawrence | ||
| Produzent: | Sandra Bullock | ||
| Koproduzent: | Scott Elias | ||
| Ausf. Produzent: | Mary McLaglen | ||
| Bruce Berman | |||
| Kamera: | László Kovács | ||
| Schnitt: | Susan E. Morse | ||
| Musik: | John Powell | ||
| Produktionsdesign: | Peter S. Larkin | ||
| Ray Kluga | |||
| Kostüme: | Gary Jones | ||
| Ton: | Danny Michael | ||
| Casting: | Ilene Starger | ||
Es ist der Traum jedes Schauspielers: einmal den Oscar gewinnen und danach so richtig durchstarten! Doch die diesjährige Favoritin Sandra Bullock macht's genau andersherum, sie hat erstmal alle Filmpläne gestoppt.
Steht vor dem Oscar wie das Kaninchen vor der Schlange: Sandry Bullock (Foto: Kurt Krieger)
Bei Sandra Bullock ist das sicher keine Koketterie. Immerhin hat sie in über zwanzig Jahren Hollywood-Karriere und nach Megaerfolgen als Komödienstar in "Miss Undercover", "Ein Chef zum Verlieben" und zuletzt "Selbst ist die Braut" schon so ziemlich alles erlebt. Dass sie nun aber für eine ernste Rolle in "Blind Side - Die große Chance" erstmals für einen Oscar nominiert ist, bringt Sandra doch aus der Fassung:
"Ich habe noch nie in meinem Leben solche Angst gehabt", gesteht Sandra Bullock. "Irgendwie fragt man sich 'Was soll ich danach nur tun?' Dieser Moment ist unvergleichlich, in dieser Chance steckt eine derartige Energie, dass ich beschlossen habe mich überhaupt nicht mehr mit Arbeit zu beschäftigen, bis die Oscars vorbei sind."
Im Klartext heißt das, dass Sandra Bullock derzeit sämtliche Rollenangebote ausschlägt. Das soll aber kein Dauerzustand sein. "Ich will noch zehn bis fünfzehn Jahre hart in diesem Geschäft arbeiten. Wenn mir das jetzt dabei hilft, dann bin ich bereit für alles!"
In der Tat gilt Sandra Bullock bei US-Experten als Favoritin für den Hauptrollen-Oscar. Ihr Drama "Blind Side", in dem sie nach einer wahren Geschichte ein scheinbar chancenloses schwarzes Football-Talent unterstützt, war DER Überraschungserfolg in den amerikanischen Kinos und liegt auch thematisch voll auf Academy-Linie. Anders als bei Sandra Bullocks bisherigen Ausflügen ins Charakterfach wie in "28 Tage", "Mord nach Plan" oder "Die Vorahnung" gab's diesmal auch von der Kritik großes Lob. Sandra Bullocks größte Konkurrentinnen sind Meryl Streep für "Julie & Julia" und Helen Mirren für "Ein russischer Sommer", die haben aber beide bereits Goldjungen im Schrank. Den Jungstars Carey Mulligan für "An Education" und Gabourey Sidibe für "Precious" werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.
Es wird spannend, ob Sandra Bullock sich im Fall eines Sieges ausschließlich noch ernsten Rollen verschreibt, oder ob sie ihre Fans zumindest gelegentlich auch weiter als sympathische Spaßmacherin verzückt.
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