Karl Markovics
Ottfried Fischer
Karl Merkatz
Regie: Nikolaus Leytner
Verleih: Movienet
Drei liebenswürdige, höfliche Herren sollen aus einer geschlossenen Anstalt zur Sommerfrische überstellt werden. Nach einem Unfall bleiben sie aber mit ihrem Chauffeur in einem kleinen Dorf hängen. Die Dorfbewohner haben Angst und beginnen Jagd auf die vermißt gemeldeten "Irren" zu machen. Keiner hat aber die drei Fremden in Verdacht.

Das österreichische Kino boomt. Auch jenseits der Alpen - so dreht Stefan Ruzowitzky, dessen "Die Siebtelbauern" sich zum Kinogeheimtip mauserte, gerade an "Anatomie" mit Franka Potente. Neben "Hinterholz 8", dem größten österreichischen Filmerfolg seit Sissi-Zeiten, war "Drei Herren" von Nikolaus Leytner einer der heimischen österreichischen Kinohits. Hier sind drei "Irre" im niederösterreichischen Waldviertel unterwegs auf Sommerfrische. Was oberflächlichen Klamauk vermuten läßt, entwickelt sich aber doch zu einer mal derben, mal aber auch melancholischen Komödie, in der die vermeintlich Irren die normalen Menschen sind, die sich ihre Phantasie und Herzenswärme erhalten haben.
Niemand würde in den drei Herren, die eines schönen Sommertages in einem Dorf im niederösterreichischen Waldviertel auftauchen, Patienten aus der Psychiatrie vermuten. Ein gnädiger Zufall, hat den drei höflichen Männern die Tür zur Freiheit geöffnet, als der Chauffeur des Busses, der sie zur Sommerfrische überstellen sollte, einen Herzanfall erleidet. So machen sich die drei Herren auf ins nahegelegene Dorf.
Ezechiel Dölken (Karl Merkatz) schläft schon lange nicht mehr, spricht in gespreiztem Hochdeutsch und archiviert mit seinem altmodischen Tonbandgerät Schnarchgeräusche. Der Exiltscheche Ivo (Karl Markovics) hat bei einem Autounfall seine Familie verloren, sich in eine Traumwelt geflüchtet und trägt dauernd ein Goldfischglas mit sich rum. Sichel (Ottfried Fischer) schließlich, der jüngste der drei Herren, ist nicht nur immens dick, sondern auch ebenso stark und spricht den ganzen Film über nur ein Wort. Die drei "Wahnsinnigen" treffen im Dorf auf andere Außenseiter. Sichel (immer noch stumm) bandelt mit Kamilla (Regina Fritsch) an, die von ihrem Vater als Dorfhure gehalten wird. Beide wären ein schönes Liebespaar, jedoch stört, daß Kamilla als Figur gezeigt wird, die ihren sexuellen Dienste gerne verkauft. Auch Ivo und Dölken beseitigen zusammen mit der Landbevölkerung einige Traumata, so daß die drei schon beinahe integriert werden. Die Nachricht jedoch, daß drei Irre aus der Anstalt entkommen seine, bringt die Dorfbewohner auf Trab und sie organisieren eine schlagkräftige Bürgerwehr. Leider hält die Hatz auf die Irren nur für Verwechslungskomik her, denn wie erwartet, hält keiner die drei sympathischen Männer für die Gesuchten. Nikolaus Leytners Komödie, die einmal kein verfilmtes Erfolgsstück des österreichischen Kabaretts ("Indien", "Hinterholz 8") ist, pendelt zwischen beinahe schon nostalgischer Unterhaltung und derben Späßen (ein Folterversuch mit einer Melkmaschine!) und verlangt vom Zuseher eine große österreichische Seele. An der Sprache sollte es nicht hapern, vielmehr könnte sich der österreichische Hang zu interessanten Ausrottungs- und Sterbeweisen für ein Publikum nördlich der Germknödel-Sphäre befremdlich erweisen. Leytner läßt die Kamera bevorzugt weite Fluren und saftige Wiesen betrachten, doch der liebevolle, harmlose (Sonntagnachhmittags-) Unterhaltungsfilm mit einer Portion Moral lebt hauptsächlich von seinen wirklich guten Darstellern, die eigentlich völlig gegen ihr Image besetzt wurden. Karl Markovics ("Stockinger") als tschechischer weiser Mann mit einer Vorliebe und Ottfried Fischer in seiner ersten stummen Rolle. zyk.
| Darsteller: | Karl Markovics | als Ivo | |
|---|---|---|---|
| Ottfried Fischer | als Sichel | ||
| Karl Merkatz | als Dölken | ||
| Regina Fritsch | als Kamilla | ||
| Erni Mangold | als Alte Frau | ||
| Franz Buchrieser | als Karli | ||
| Dietmar Mössmer | als Wessely | ||
| Peter Faerber | als Vater | ||
| Uwe Schweiger | als Wolfi | ||
| Jaromir Borek | als Wirt | ||
| Johann Lurf | als Fritz | ||
| Johannes Silberschneider | als Gendarm | ||
| Klaus Ofczarek | als Postenkommandant | ||
| Werner Wultsch | als Lederjacke | ||
| Andreas Kunze | als Notar | ||
| Regie: | Nikolaus Leytner | ||
| Drehbuch: | Nikolaus Leytner | ||
| Produzent: | Helmut Grasser | ||
| Koproduzent: | Peter Rommel | ||
| Kamera: | Hans Selikovsky | ||
| Schnitt: | Andreas Prochaska | ||
| Musik: | Haindling | ||
| Christoph Dienz | |||
| Produktionsdesign: | Susanne Quendler | ||
| Kostüme: | Ursula Leitner | ||
| Ton: | Michael Etz | ||
| Casting: | Markus Schleinzer | ||
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