Radikal inszenierter Thriller, in dem eine junge Frau während der Zeit der Depression auf der Flucht vor Gangstern und Polizei in einer kleinen Gemeinde der Rocky Mountains Zuflucht sucht. http://images.kino.de/flbilder/max03/mbiz03/mbiz42/z0342505/b150x150.jpg Dogville

Filmdetails

Dogville

Radikal inszenierter Thriller, in dem eine junge Frau während der Zeit der Depression auf der Flucht vor Gangstern und Polizei in einer kleinen Gemeinde der Rocky Mountains Zuflucht sucht.


Dogville
Start: 23.10.2003

Drama

Dänemark/Schweden/Großbritannien/Frankreich/Deutschland/Niederlande 2003
Laufzeit: 178 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Nicole Kidman
Harriet Andersson
Lauren Bacall

Regie: Lars von Trier
Verleih: Concorde

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Auf der Flucht vor einer dunklen Vergangenheit landet Grace (Nicole Kidman) Anfang der 30er Jahre in einem scheinbar idyllischen, abgelegenen Bergdorf in den Rocky Mountains. Unter den Bewohnern macht sich die schöne, junge Frau nach anfänglichem Misstrauen mit ihrer freundlichen, grenzenlos gütigen Art zunächst einige Freunde, was sich jedoch ändert, als man ihre Notlage erkennt und auszunutzen beginnt. Weil von Gangstern und der Polizei gesucht, muss Grace Schikanen und Übergriffe ertragen, sich ausnutzen und versklaven lassen.

Mit einfachsten und zugleich radikalsten Mitteln auf fünfzig Quadratmeter Studiobühne vor aufgemalten Stadt- und Landkulissen zelebriert Ex-Dogmatiker Lars von Trier knallhartes Schuld- und Sühnedrama mit einer absoluten Starbesetzung. Neben Kidman gehen Altstars wie Lauren Bacall, Blair Brown, Ben Gazzara, James Caan, John Hurt und Germanys Udo Kier an den Start.


Kritik

Radikal inszenierter Thriller, in dem eine junge Frau in den 30er Jahren auf der Flucht vor Gangstern und Polizei in einer kleinen Gemeinde der Rocky Mountains Zuflucht sucht.

Großansicht Nicole Kidman als mysteriöse Fremde (Foto: Concorde)

Nicole Kidman als mysteriöse Fremde (Foto: Concorde)

In einem amerikanischen Bergdorf in den Rocky Mountains im Jahr 1930 taucht wie aus dem Nichts eine geheimnisvolle junge Frau auf und findet Unterschlupf.

Zunächst nehmen die Einwohner die einfache Frau freundlich und hilfsbereit auf. Doch schon bald ändern sich die Gefühle, als sich herausstellt, dass die Fremde von der Polizei und ihrem Vater, einem einflussreichen Mafiaboss, gesucht wird.

Wie in seiner Golden-Heart-Trilogie ("Breaking the Waves", "Idioten" und "Dancer in the Dark") fragt Lars von Triers neuestes Meisterwerk nach Werten wie Menschlichkeit und Güte - um diesen knallhart das Bestialische im Homo Sapiens gegenüberzustellen.

Großansicht Noch ahnen die Bewohner nichts von Graces Vergangenheit (Foto: Concorde)

Noch ahnen die Bewohner nichts von Graces Vergangenheit (Foto: Concorde)

Weniger ist mehr

Auf 50 mal 50 Meter Studiobühne mit aufgemalten Straßen und lediglich stilisierten Gebäuden spitzt sich das Drama, das bei den Filmfestspielen von Cannes wegen angeblichem Antiamerikanismus die Gemüter erhitzte, bis aufs Äußerste zu.

Nicole Kidman, Lauren Bacall, James Caan, Stellan Skarsgård und Jeremy Davies brillieren in den Hauptrollen.

Dogville

Darsteller:  Nicole Kidman   als Grace
  Harriet Andersson   als Gloria
  Lauren Bacall   als Ma Ginger
  Jean-Marc Barr   als Der Mann mit dem großen Hut
  Paul Bettany   als Tom Edison Jr.
  Blair Brown   als Mrs. Henson
  James Caan   als Big Man
  Patricia Clarkson   als Vera
  Jeremy Davies   als Bill Henson
  Ben Gazzara   als Jack McKay
  Philip Baker Hall   als Tom Edison Sr.
  Siobhan Fallon   als Martha
  John Hurt   als Erzähler
  Zeljko Ivanek   als Ben
  Udo Kier   als Der Mann im Mantel
  Cleo King   als Olivia
  Miles Purinton   als Jason
  Bill Raymond   als Mr. Henson
  Chloë Sevigny   als Liz Henson
  Shauna Shim   als June
  Stellan Skarsgård   als Chuck
 
Regie:  Lars von Trier  
Drehbuch:  Lars von Trier  
Produzent:  Vibeke Windeløv  
Koproduzent:  Gillian Berrie  
  Bettina Brokemper  
  Anja Grafers  
  Els Vandevorst  
Ausf. Produzent:  Peter Aalbæk Jensen  
Kamera:  Anthony Dodd Mantle  
Schnitt:  Molly Stensgård  
Produktionsdesign:  Peter Grant  
  Karl Júlíusson  
Kostüme:  Manon Rasmussen  
Ton:  Per Streit  
Casting:  Avy Kaufman  
  Joyce Nettles  

Norwegischer Killer beruft sich auf "Dogville", Macher Lars von Trier geschockt

Provokation ist sein Geschäft.

Großansicht Diente "Dogville" als Vorlage für die Morde in Norwegen? (Foto: Concorde)

Diente "Dogville" als Vorlage für die Morde in Norwegen? (Foto: Concorde)

Zuletzt hat Lars von Trier bei den Filmfestspielen in Cannes mit einer unüberlegten, scherzhaften Sympathiebekundung für Adolf Hitler für Missfallen gesorgt. Die Kritik und den Festivalausschluss schüttelte von Trier damals noch ab, indem er seine Äußerung als misslungenen Witz erklärte. Außerdem provoziere er generell gerne.

Nun steht Lars von Trier wegen seines provokanten Films "Dogville" im Mittelpunkt der Öffentlichkeit - und diesmal bereut der Däne dies aus tiefstem Herzen. Denn der Attentäter Anders Behring Breivik, der in Norwegen kaltblütig 77 Menschen tötete, hat von Triers brutales Drama "Dogville" als Inspiration angegeben. Der Regisseur reagiert zutiefst geschockt:

"Es macht mich total krank, wenn ich daran denke, dass er (Breivik, die Redaktion) 'Dogville' - für mich mein bester Film - als Art Drehbuch benutzt haben könnte. Die letzten Szenen in 'Dogville' weisen eine schmerzhafte Ähnlichkeit mit den Ereignissen auf Utoeya auf."

Was ist mit Ridley Scott und Zack Snyder?

Tatsächlich werden in "Dogville" nach einem unerträglichem Martyrium von Nicole Kidmans Filmfigur alle daran beteiligten Einwohner eines Dorfes systematisch erschossen. Die Ähnlichkeiten mit den Bildern von Anders Bering Breiviks Taten auf der Insel Utoeya, auf der dieser 69 Besucher eines Ferienlagers tötete, sind in der Tat erschreckend.

Deshalb bekannte Lars von Trier: "Wenn Sie mich fragen, ob ich traurig bin, dass ich den Film gemacht habe, dann sage ich 'Ja, wenn sich herausstellt, dass 'Dogville' Breivik wirklich zu seinen Taten inspiriert hat, dann tut es mir Leid, dass ich den Film jemals gemacht habe!'"

Laut von Trier sollte "Dogville" den Menschen etwas beibringen und nicht Gewalt hervorrufen. Über das Drama hatte es schon beim Kinostart 2003 kontroverse Ansichten gegeben: Nicole Kidmans Figur wird darin unfassbaren seelischen und körperlichen Qualen ausgesetzt, dabei auch vergewaltigt - die Rache dafür ist ebenfalls extrem brutal.

Als weitere Lieblingsfilme hat Anders Beiring Breivik "Gladiator" und "300" angegeben. Hier gibt es noch keine Reaktionen der Macher oder Beteiligten.

Dabei wäre es sicher zu kurz gegriffen, den Machern von Kunstwerken, die ein Täter besonders schätzt, eine direkte Verantwortung für dessen Handlungen anzulasten. Schließlich lassen sich für derart abnorme Taten wie Breiviks generell schwerlich genaue Ursachen finden. Man darf aber wohl davon ausgehen, dass die Bereitschaft dafür schon vor Ansehen eines Films in einem solchen Menschen angelegt ist. Trotzdem wird natürlich niemand gerne mit den Taten von Menschen wie Breivik in irgendeine Art von Verbindung gebracht.

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Nicole Kidman

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