Originaltitel: The Spanish Prisoner
USA 1997
Campbell Scott
Rebecca Pidgeon
Steve Martin
Regie: David Mamet
Verleih: Arthaus
Joe Ross hat eine revolutionäre Erfindung gemacht, die Milliarden wert ist. Mit seinem kleinlichen Boß befindet er sich auf einer Karibikinsel, um das strenggeheime Projekt potentiellen Investoren vorzustellen. Zugleich lernt er zufällig Jimmy Dell kennen, der sich bald als äußerst undurchsichtig erweist. Ross schaltet das FBI ein, doch das Intrigennetz schnürt sich immer enger.

David Mamets ("Haus der Spiele") Filme gleichen in ihrer Verzwicktheit einem magischen Würfel: Wie man ihn auch dreht und wendet, erst nach zahlreichen falschen Anläufen erkennt man die Lösung. Auch sein neuestes cineastisches Puzzlespiel "The Spanish Prisoner" um subtil eingefädelte Wirtschaftskriminalität versteht den Zuschauer in ein meisterhaft gewebtes Intrigennetz zu verwickeln. Darüberhinaus sind es die kühl-spröde Eleganz der Sprache und die Kameraführung des klassischen Krimis, die Erinnerungen an Alfred Hitchcock wachwerden lassen.
Protagonist Campbell Scott mimt den Erfinder Joe Ross, der in bester James-Stewart-Tradition als unschuldiger Jedermann aufgrund seiner Naivität zum Spielball in einem aufwendig ausgeführten Betrugscoup wird. Seinen Ausgangspunkt nimmt das präsize durchkalkulierte Katz- und Mausspiel bei einem Geschäftstreffen auf einer fiktiven karibischen Insel, wo Joes revolutionäre Erfindung potentiellen Investoren vorgestellt wird. Als der von seinem Boß finanziell kurzgehaltene Joe zufällig die Bekanntschaft des schwerreichen Jimmy Dell (Komiker Steve Martin gibt hier alles andere als einen Grund zum Lachen) schließt, ist er mächtig beeindruckt. Zurück in den USA scheint sich das Verhältnis freundschaftlich zu vertiefen, und Joe ist von der Aussicht, die attraktive Schwester Dells kennenzulernen, hingerissen. Doch bald schleichen sich verdächtige Ungereimheiten ein, die Joe veranlassen, sich an eine bereits auf der Insel anwesende FBI-Agentin zu wenden. In schneller Folge nimmt eine regelrechte Tortour unvorhergesehener Ereignisse ihren Lauf.
Eine weitere wichtige Figur in dem betrügerischem Schachspiel ist die hübsche Sekretärin Susan Ricci, die von Mamets Ehefrau Rebecca Pidgeon fabelhaft gespielt wird. Ihre leicht schräge Darstellung fügt sich wunderbar in den Gesamtkontext einer unterschwellig verzerrten Realität ein. Niemand ist das, was er oder sie vorgibt zu sein, außer der Identifikationsfigur Ross, dem von seiner Eitelkeit und den Verlangen nach Anerkennung einen schweren Schicksalsstolperstein nach dem anderen vor die Füße geworfen wird.
Nichts geschieht in diesem nicht so ohne weiteres durchschaubaren Zelluloid-Rätsel ohne triftigen Grund, wobei der Schwierigkeitsgrad für den Hauptdarsteller von einer Phase seines ausgetüffelten Set-Ups zur nächsten immer verschlungener gerät. Zudem werden der geneigten Programmhaus-Klientel so manche aparte Bilderallegorien geboten, die zum Genuß eines schnürend-spannenden Thriller, ganz ohne Tote, beitragen.ara.
| Darsteller: | Campbell Scott | als Joe Ross | |
|---|---|---|---|
| Rebecca Pidgeon | als Susan Ricci | ||
| Steve Martin | als Jimmy Dell | ||
| Ricky Jay | als George Lang | ||
| Ben Gazzara | als Klein | ||
| Felicity Huffman | als Pat McGune | ||
| Ed O'Neill | als FBI Team Leader | ||
| Regie: | David Mamet | ||
| Drehbuch: | David Mamet | ||
| Produzent: | Jean Doumanian | ||
| Koproduzent: | Sarah Green | ||
| Ausf. Produzent: | J. E. Beaucaire | ||
| Kamera: | Gabriel Beristain | ||
| Schnitt: | Barbara Tulliver | ||
| Musik: | Carter Burwell | ||
| Produktionsdesign: | Timothy Galvin | ||
| Kostüme: | Susan Lyall | ||
| Ton: | John Patrick Pritchett | ||
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