An Figuren der RAF angelehntes Drama über deutsch-deutsche Wirklichkeiten und die Geschichte einer naiven Terroristin im speziellen. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf38/b0038997/b150x150.jpg Die Stille nach dem Schuss

Filmdetails

Die Stille nach dem Schuss

An Figuren der RAF angelehntes Drama über deutsch-deutsche Wirklichkeiten und die Geschichte einer naiven Terroristin im speziellen.


Die Stille nach dem Schuss
Start: 14.09.2000

Drama

Deutschland 2000
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Bibiana Beglau
Martin Wuttke
Nadja Uhl

Regie: Volker Schlöndorff
Verleih: Arthaus

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Inhalt

Nachdem sie eher aus Versehen einen Verkehrspolizisten tötet, muss die bundesdeutsche Terroristin Rita untertauchen. Sie lässt sich in der DDR eine neue Identität verschaffen und findet als Fabrikarbeiterin ein neues Leben und neue Freundschaften. Als ihre Vergangenheit entdeckt wird, wird sie gezwungen, erneut die Identität zu wechseln, bleibt ihrer Ideologie aber treu.


Kritik

Die Stille nach dem Schuss

Das politische Kino in Deutschland führt eine derartige Randexistenz, dass ein Regisseur wie Volker Schlöndorf wenn er brisante Themen aufgreift, beinahe automatisch ins Kreuzfeuer von Kritik und behandelter Personengruppe gerät. Die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett, an deren Lebenslauf sich Schlöndorf und sein Drehbuchautor, der DEFA-Profi Wolfgang Kohlhaase ("Solo Sunny", "Ich war 19") sehr frei orientiert haben, tut sich jedoch mit ihrem Unmut keinen Gefallen, da sei die Freiheit der Kunst vor. Der Mut, Terrorismus und DDR zu bündeln, wurde jedenfalls in Berlin gleich mit zwei Preisen (Silberner Bär für die Hauptdarstellerinnen und "Blauer Engel" für den besten europäischen Film) belohnt.

Was wie ein Fernsehspiel beginnt, kleine verzweifelte, schon sinnlose Aktionen von vier Terroristen, die Parolen im Mund führen, an die sie offensichtlich selbst nicht glauben, entwickelt sich nach der Exposition zu einem sehenswerten Diskurs über die politischen Träume einer naiven jungen Frau. Rita Voigt (starkes Debüt: Bibiane Beglau) sagt sich von den Genossen los, taucht mit Hilfe der Stasi in der DDR unter, erlebt in einer Stofffabrik eine Liebesgeschichte mit Tatjana (Nadja Uhl), die in den Westen will, wird enttarnt, muss eine dritte Existenz als Kinderbetreuerin führen und soll nach dem Fall der Mauer ausgeliefert werden. Rita flieht - in den Tod beim illegalen Grenzübertritt.

Schlöndorffs Anliegen ist weniger der Terrorismus, als sie politische Blauäugigkeit Ritas, die sich von den Ereignissen überwältigen lässt. Ihr Leben in der Arbeiterklasse entspricht, da sie Konsumverächterin ist, genau den realsozialistischen Verhältnissen der DDR. Schlöndorff zeichnet Rita bei aller Naivität überaus sympathisch, was durch die spontane Art Beglaus und die nicht weniger offene Darstellung Uhls bekräftigt wird, beinahe ein Paar wie "Aimée & Jaguar" (als die Maria Schrader und Juliane Köhler 1999 die Bären gewannen). Dass Beglau Angela Winkler, der unvergessenen "Katharina Blum" in Mimik und Gestik ähnelt, entspricht sicher Schlöndorffs Vorlieben. Als Schauspielerfilm und Film zum Diskussionsthema fürs Arthouse-Publikum wie geschaffen. ger.

Die Stille nach dem Schuss

Darsteller:  Bibiana Beglau   als Rita
  Martin Wuttke   als Hull
  Nadja Uhl   als Tatjana
  Harald Schrott   als Andi
  Alexander Beyer   als Jochen
  Jenny Schily   als Friederike
  Mario Irrek   als Klatte
  Franca Kastein   als Anna
  Thomas Arnold   als Gerngross
  Dietrich Körner   als General
  Alexander Hosfeld  
  Rudolf Donath  
  Monika Pietsch  
 
Regie:  Volker Schlöndorff  
Drehbuch:  Wolfgang Kohlhaase  
  Volker Schlöndorff  
Produzent:  Prof. Dr. Friedrich-Carl Wachs  
  Dr. Arthur Hofer  
  Emmo Lempert  
Kamera:  Andreas Höfer  
Schnitt:  Peter Przygodda  
Produktionsdesign:  Susanne Hopf  
Kostüme:  Anne-Gret Oehme  
Ton:  Detlev Fichtner  
  Manfred Arbter  

Star

Martin Wuttke

Martin Wuttke ist einer der profiliertesten deutschen Bühnenschauspieler. Seit 2008 kennt ihn das deutsche Fernsehpublikum außerdem als...

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