Mal tragischer, als komischer, aber stets bewegender Liebesreigen mit Katja Riemann und Olli Dittrich in mehreren Rollen. http://images.kino.de/flbilder/max10/mbiz10/mbiz47/z1047504/b150x150.jpg Die Relativitätstheorie der Liebe

Filmdetails

Die Relativitätstheorie der Liebe

Mal tragischer, als komischer, aber stets bewegender Liebesreigen mit Katja Riemann und Olli Dittrich in mehreren Rollen.


Die Relativitätstheorie der Liebe
Start: 26.05.2011

Komödie / Drama

Deutschland 2011
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Katja Riemann
Olli Dittrich
Leonard Carow

Regie: Otto Alexander Jahrreiss
Verleih: Universal

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Inhalt

Zehn Großstadtmenschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, auf der Suche nach der idealen Beziehung: Da ist Agenturchef Frieder, der seine esoterisch veranlagte Frau seit Jahren mit deren Schwester betrügt, oder Fahrlehrer Paul, der glaubt, dass seine Frau, eine rassige Venezolanerin, ein Verhältnis mit dem Tanzlehrer hat. Und dann wäre da noch Daily-Soap-Star Alexa, die nach vielen Enttäuschungen in Pianospieler Stevie den Richtigen findet, während sich die spröde Beamtin Peggy doch tatsächlich in den Döner-Mann Youssef verliebt.


Kritik

Die Relativitätstheorie der Liebe

In Otto Alexander Jahrreiss' "Short Cuts"-Reigen der einsamen Seelen liefern Katja Riemann und Olli Dittrich mit einem doppelten Fünffachauftritt ein schauspielerisches Kabinettstückchen ab.

"Tauben auf dem Dach" war einmal der Arbeitstitel dieses tragikomischen Liebesreigens, in dem Regisseur Otto Alexander Jahrreiss in seinem ersten Kinofilm seit zwölf Jahren ("Alles Bob!") den Geheimnissen und Irrwegen der Liebe auf den Grund gehen möchte. Dass man schließlich das nüchtern-sachliche Wort "Relativitätstheorie" in den Titel packte, drückt zum einen aus, wie schwierig es ist, unsere Gefühlswelt in strukturierte Bahnen zu lenken (sofern wir dies überhaupt wollen?), zum anderen steht der Einsteinsche Begriff auch für die vielen emotionalen Facetten und Beziehungs-Konstellationen, denen die Protagonisten in diesem episodenartig angelegten Werk unterworfen sind. Zehn Großstadtmenschen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, befinden sich auf der Suche nach der idealen Partnerschaft. Und sie alle - und das ist der eigentliche Clou des Films - werden gespielt von lediglich zwei Schauspielern, Katja Riemann und Olli Dittrich.

Da ist zum Beispiel der Agenturchef Frieder, der seine esoterisch veranlagte Frau seit Jahren mit deren Schwester betrügt, während diese in der Meditationsgruppe ihren Yogi Swami Helmut (Dittrich mit graumeliertem Rauschebart) anhimmelt. Oder Fahrlehrer Paul, der nach 35 Jahren Ehe plötzlich glaubt, dass seine Frau, die rassige Venezolanerin Gabriela, ein Verhältnis mit ihrem Tanzlehrer hat. Dann wäre da noch deren Tochter, der Daily Soap-Star Alexa, die immer wieder auf den falschen reinfällt und schließlich ausgerechnet mit dem potenziellen Samenspender für ihr lang ersehntes Baby, dem Pianospieler Stevie, anbandelt. Zu guter Letzt findet sogar die spröde Beamtin Peggy ihr Glück. Sie soll eigentlich die Döner-Bude von Youssef aus gesundheitspolizeilichen Gründen zu sperren, doch nach und nach findet sie Gefallen an dem charmanten Araber mit Goldkettchen und Ganzkörperbehaarung.

Natürlich ist "Die Relativitätstheorie der Liebe" die ideale Plattform für ein schauspielerisches Kabinettstückchen von Riemann und Dittrich. Doch während man ihm seine verschiedenen Charaktere - vor allem den Proleten Paul, aber auch den knuddeligen Libanesen Youssef und den arroganten, überkandidelten Werbe-Fuzzi Frieder - durchaus abnimmt, gelingt es Riemann nur bedingt, ihre Figuren mit Leben zu füllen. So wirkt etwa der spanische Akzent von Gabriela aufgesetzt und trotz aller maskenbildnerischen Anstrengung scheitert sie beim Versuch, gleichzeitig Mutter und Tochter glaubwürdig zu verkörpern. Neben Authentizität und moderner Frische fehlt ein wenig der Spaßfaktor, weil sich die Protagonisten zuweilen schlichtweg zu ernst nehmen. Spannend wird es dann, wenn die Make-Up-Künstler besonders effektiv zuschlagen und ihre Schauspieler in völlig verschiedene Menschen verwandeln, oder in jenen Szenen, wenn die digitale Tricktechnik zur Entfaltung kommt. Zum Beispiel bei der Vernissage in einer Galerie, bei der sich gleichzeitig zwei "Dittrichs" und drei "Riemanns" in einer Einstellung tummeln. Weil der - vielleicht etwas üppig geratene - Soundtrack ein paar Ohrwürmer wie "What a Wonderful World" oder "Yes Sir, I Can Boogie" bereit hält und Momente wie der leise Furz, der die Stille im Meditationsraum jäh durchbricht, oder die gebratene "Taube vom Dach" (siehe Arbeitstitel), die Gabriela ihrem lieben Ehemann serviert, für überwiegend Heiterkeit sorgen, ist diese "Short Cuts"-Version über einsame Seelen und andere traurige Randgruppen unserer Gesellschaft nicht nur "theoretisch", sondern auch "relativ", um Einstein ein letztes Mal zu bemühen, kurzweilig geraten. lasso.

Die Relativitätstheorie der Liebe

Darsteller:  Katja Riemann   als Peggy/Eva/Maria /Gabriela /Alexa
  Olli Dittrich   als Frieder/Paul/Stevie/Youssef/Yogi Swami Helmut
  Leonard Carow   als Hanno
  Sara Fazilat   als Merat
  Jochen Wigand   als Texter
  Tobias Schulze   als Kontakter
  Mirko Lang   als Grafiker
  Pujeh Taghdisi   als Sekretärin
  Gabriele Schäfer   als Moni
  Norman Karl   als Karl
  Christoph Hemrich   als Udo Geyer
  Broder B. Hendrix   als Arzt
  Jennifer Boadu   als Gladys
  Gisela Weismann   als Dr. Fränkel
  Katharina Groth   als Nadja Heppner
  Daniel Borgwardt   als Stumpe
  Stefan Nagel   als Hallstein
  Fawzi Rehmo   als Ahmad Al Safa
  Andrea Badey   als Beraterin Samenbank
  Bruno F. Apitz   als Helmut
  Nadine Pasta   als Tanja
 
Regie:  Otto Alexander Jahrreiss  
Drehbuch:  Otto Alexander Jahrreiss  
Produzent:  Prof. Nico Hofmann  
  Thomas Peter Friedl  
  Nina Maag  
  Dr. Jürgen Schuster  
  Wolf Bauer  
Koproduzent:  Hans-Wolfgang Jurgan  
Ausf. Produzent:  Nina Maag  
Kamera:  Hannes Hubach  
Schnitt:  Piet Schmelz  
Musik:  Martin Todsharow  
Produktionsdesign:  Sabine Rudolph  
Kostüme:  Ute Paffendorf  
  Michael Zinn  
Maske:  Jeanette Latzelsberger  
  Gregor Eckstein  
  Brigitte Frank  
  Michele Thevenet  
Ton:  Wolfgang Wirtz  
Casting:  Nadine von Volkmann  

"Alle Männer sind Muttersöhnchen"

Otto Alexander Jahrreiss kehrt nach Jahren als Regisseur der Komödie "Die Relativitätstheorie der Liebe" ins Kino zurück. Olli Dittrich und Katja Riemann spielen darin gleich mehrere Rollen. Jahrreis über Testscreenings und den deutschen Film an sich.

Großansicht In "Die Relativitätstheorie der Liebe" von Otto Alexander Jahrreis spielt sich Olli Dittrich die Seele aus dem Leib - in sechs verschiedenen Rollen! (Foto: Universal)

In "Die Relativitätstheorie der Liebe" von Otto Alexander Jahrreis spielt sich Olli Dittrich die Seele aus dem Leib - in sechs verschiedenen Rollen! (Foto: Universal)

Zwei Schauspieler spielen jeweils fünf unterschiedliche Rollen. Ist das nicht ein ziemliches Wagnis?
OTTO ALEXANDER JAHRREISS: Zunächst einmal ja, aber es hat dann doch so gut funktioniert, dass, als Universal das erste Testscreening von "Die Relativitätstheorie der Liebe" abhielt, um herauszufinden, wie der Film ohne Vorkonditionierung des Publikums funktioniert, es viele Zuschauer gar nicht merkten und einige sich danach schüchtern meldeten und glaubten, Olli Dittrich hätte zwei Rollen gespielt. Ich war anfangs gegen so ein unkonditioniertes Testscreening, weil die Verabredung mit dem Publikum später durch das Marketing auch so erfolgen würde, dass man von vornherein weiß, Olli Dittrich und Katja Riemann spielen hier gleich mehrere Rollen. Dieses Konzept soll genau den besonderen Reiz des Films ausmachen.

Gedreht wurde bereits im Herbst 2009. Woran lag es, dass der Film erst im Mai 2011 ins Kino kommt?
Da müsste man die Leute von Universal genauer fragen. Mir gegenüber wurde gesagt, es hätte marktspezifische Gründe. Das heißt, dass Umfeld zu dem eigentlich anvisierten Starttermin war zu voll mit ähnlichen oder zielgruppenrelevanten Filmen. "Die Relativitätstheorie der Liebe" wird jetzt so eingeschätzt, dass der Film wahrscheinlich eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda haben und somit über einen längeren Zeitraum sein Geld einspielen wird.

Bereits in der von Ihnen inszenierten Kampagne für Media Markt tauchte Olli Dittrich in verschiedenen Maskeraden auf. Ist daraus die Idee zu einem gemeinsamen Kinofilm entstanden?
So ähnlich, wir hatten uns durch die insgesamt drei Kampagnen kennen und schätzen gelernt. Ich war von seiner schauspielerischen Qualität, im speziellen seiner Verwandlungskunst, die fast schon autistische Züge annehmen kann, so angetan, dass ich dachte, man könnte das vielleicht mal für einen Film nutzen. Es gab zunächst ein paar lose Ideen, bis ich dann eines Tages zufällig Nico Hofmann traf, der auch die Werbekampagnen gesehen hatte und mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, einen Kinofilm mit Olli zu machen. Ich sagte natürlich ja und kam dann relativ schnell mit der Idee, das Konzept der Maskerade nicht nur auf Olli, sondern sozusagen auf den ganze Film anzuwenden und somit einen Reigen für einen Schauspieler und eine Schauspielerin in mehreren Rollen zu entwickeln, also quasi ein bisschen das Theater und seine spezifische Verabredung mit dem Publikum aufs Kino zu übertragen.

Wobei man bei Olli Dittrich gleich an Anke Engelke denkt, mit der er bereits öfters vor die Fernsehkamera getreten ist.
Natürlich trafen wir uns auch mit Anke Engelke, die auch wahnsinnige Lust dazu gehabt hätte. Gleichzeitig diskutierten wir aber auch, ob das nicht zu nah an dem wäre, was das Publikum schon aus dem Fernsehen kennt. All diese Überlegungen erledigten sich dann ganz schnell, als Anke Engelke schwanger wurde und für einen Dreh in 2009 nicht zur Verfügung gestanden hätte.

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Und so kam Katja Riemann an Bord?
Ja und auch Nein, denn wir haben schon parallel darüber nachgedacht, welche Schauspielerin noch in Frage kommen könnte. Top of the List war Katja Riemann, die ich über die Jahre, egal was sie spielte, immer wieder großartig fand. Wir trafen uns und von da an war relativ klar, dass sie das auf jeden Fall machen kann. Sie verstand sofort, dass es um mehr geht als sich verschiedene Perücken aufzusetzen. Wie Olli hat auch Katja das besondere Talent, sich in unterschiedlichste Charaktere hineinzuversetzen.

Teilweise sind sowohl Katja Riemann als auch Olli Dittrich mehrmals im Bild zu sehen. Wie groß war der technische und logistische Aufwand für solche Szenen?
Das war natürlich eine Kostenfrage, weshalb es dann gar nicht so umfangreich war, wie ursprünglich mal geplant. Ich hatte Motion Control bereits mehrfach in der Werbung eingesetzt und wusste, dass es technisch machbar, aber auch zeitraubend wäre. Somit mussten wir nach dem Budget entscheiden, wie viele Szenen mit dieser Technik gedreht werden konnten.

Wie teuer war der Film letztendlich?
Das kann der Produzent sicherlich besser beantworten. Ich habe mal etwas von 4,3 Mio. Euro gehört, womit der Film deutlich günstiger als mal geplant war. Wir wissen alle, wo das Problem beim Deutschen Film steckt. Es gibt bedingte Quellen für das Filmemachen, und es gibt bedingte Möglichkeiten, das Geld wieder einzuspielen. Da haben die Amerikaner einen unschätzbaren Vorteil. Ein mutiger Produzent legt dort einfach noch eine Million drauf, und dann hat man einen vernünftigen Film für den Weltmarkt. Aber hierzulande wird ein Film für das gemacht, was unterm Strich zur Verfügung steht - ohne wenn und aber.

Haben Sie schon Projekte, die Sie als nächstes in Angriff nehmen wollen?
Es sind mehrere Sachen in Planung, aber man weiß nie, welcher der nächste Film dann wirklich wird. Es kann sein, dass ich schon im Oktober wieder drehe, vielleicht aber auch erst im nächsten Jahr. Im Moment steht "Ungefilte Fisch" auf der Liste ganz oben, ein zum Teil autobiographischer Film über eine Mutter-Sohn-Beziehung, an dem ich schon seit langem arbeite und der versuchen soll, uns die Frage zu beantworten, warum wir Männer am Ende wahrscheinlich doch alle Muttersöhnchen sind.

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