Originaltitel: The Motorcycle Diaries
USA/Deutschland/Argentinien/Großbritannien 2003
Gael García Bernal
Rodrigo De la Serna
Mía Maestro
Regie: Walter Salles
Verleih: Constantin
In den frühen 50er Jahren unternehmen die Studenten Che Guevara (Gaël García Bernal) und Alberto Granado (Rodrigo De la Serna) eine abenteuerliche Reise quer durch Südamerika über Chile, Peru und Venezuela. Zunächst starten sie mit einem alten Motorrad, dann geht es zwangsweise zu Fuß weiter, auf Schiffen oder den Ladeflächen freundlicher Fernfahrer. Im Laufe der Reise knüpft man nicht nur romantische Bande, sondern lernt auch die soziale Wirklichkeit und politische Ungerechtigkeit auf dem gesamten Kontinent kennen.
Die politische Bewusstwerdung und Selbstfindung des größten Revolutionärs des 20. Jahrhunderts dient als Basis eines romantischen Coming-of-Age-Roadmovies frei nach den Tagebüchern des Ernesto Ché Guevara.
Shooting-Star Gael Garcia Bernal findet als Ernesto "Che" Guevara auf einem abenteuerlichen Trip seine Wurzeln.
Es geht gut los: Noch sausen Ernesto und Freund Alberto auf ihrer Norton übers Land (Foto: Constantin)
Es ist eine gewagte Reise, die der junge Ernesto "Che" Guevara 1952 mit seinem Freund Alberto Granado durch Lateinamerika unternimmt: Zuerst auf einem alten Norton-500 Motorrad, dann, als dieses seinen Geist aufgibt, zu Fuß, per Amazonas-Dampfer und auf den Ladeflächen klappriger Lastwagen.
Es soll ein Trip werden, der ihr ganzes späteres Leben bestimmt und aus dem bürgerlichen Argentinier Ernesto, der Arzt werden will, den charismatischen Kämpfer und Revolutionär "Che" macht.
Denn die fröhlichen Studenten, die sorglos in den Tag hineinleben und mit fantasievollen Abenteuergeschichten die lokalen Dorfschönheiten bezirzen, erfahren im Laufe der Reise die wahren Tragödien Lateinamerikas am eigenen Leib.
Was er auf seiner Reise sieht und erlebt, stimmt den jungen Ernesto ziemlich nachdenklich (Foto: Constantin)
Es ist eine endlose Geschichte von Armut und Reichtum, Stolz und Tradition, Temperament und Lebensfreude, Unterdrückung und Ungerechtigkeit, die sie schließlich zu nachdenklichen Männern macht, die sich ganz den Notwendigkeiten der politischen Veränderung verschreiben.
Walter Salles' ("Central Station") poetisch-intensives Road-Movie, entstanden nach Ernestos Tagebuchaufzeichnungen, trifft mitten ins Herz. Robert Redford produzierte die bereits weltweit gefeierte, unvergessliche Expedition in die Weiten Lateinamerikas und in die Seele eines Mannes, der Weltgeschichte schrieb.
| Darsteller: | Gael García Bernal | als Ernesto Guevara de la Serna | |
|---|---|---|---|
| Rodrigo De la Serna | als Alberto Granado | ||
| Mía Maestro | als Chichina Ferreira | ||
| Mercedes Morán | als Celia de la Serna | ||
| Jean Pierre Noher | als Ernesto Guevara Lynch | ||
| Lucas Oro | als Roberto Guevara | ||
| Susana Lanteri | als Tante Rosana | ||
| Gustavo Bueno | als Dr. Hugo Pesce | ||
| Jorge Chiarella | als Dr. Bresciani | ||
| Ulises Dumont | |||
| Regie: | Walter Salles | ||
| Drehbuch: | José Rivera | ||
| Produzent: | Michael Nozik | ||
| Edgar Tenenbaum | |||
| Karen Tenkhoff | |||
| Koproduzent: | Daniel Burman | ||
| Diego Dubcovsky | |||
| Ausf. Produzent: | Hanno Huth | ||
| Robert Redford | |||
| Paul Webster | |||
| Buchvorlage: | Ernesto Ché Guevara | ||
| Alberto Granado | |||
| Kamera: | Eric Gautier | ||
| Schnitt: | Daniel Rezende | ||
| Musik: | Gustavo Santaolalla | ||
| Jorge Drexler | |||
| Produktionsdesign: | Carlos Conti | ||
| Laurent Ott | |||
| Coco Oderigo | |||
| Maria Eugenia Sueiro | |||
| Kostüme: | Beatriz De Benedetto | ||
| Marisa Urruti | |||
| Ton: | Jean-Claude Brisson | ||
| Casting: | Walter Rippell | ||
Bis kurz vor Schluss kam alles wie erwartet. Doch der Gewinner der letzten und wichtigsten Kategorie hieß dann doch nicht "Aviator".
Zumindest eine Überraschung gab es bei der 77ten Verleihung der Academy Awards: Eigentlich rechneten alle damit, dass die zwei wichtigsten Oscars für den besten Film und die beste Regie zwischen zwei Altmeistern der Traumfabrik aufgeteilt würden. Doch am Ende ging Martin Scorsese mit "Aviator" auch im sechten Anlauf leer aus und Clint Eastwood konnte sich für "Million Dollar Baby" über beide Goldjungs in den Königsklassen freuen.
Der elffach nominierte "Aviator" wurde seinem Favoritenstatus damit nicht ganz gerecht. Mit fünf Statuetten ergatterte das Howard-Hughes-Biopic zwar die meisten Auszeichnungen, dies jedoch vor allem in Nebenkategorien wie Kostüme und Ausstattung. So musste sich auch Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio erwartungsgemäß dem haushohen Favoriten Jamie Foxx in der Rolle der Soul-Legende "Ray" Charles geschlagen geben. Zumindest Cate Blanchett durfte über die Anerkennung als beste Nebendarstellerin für "Aviator" jubeln.
Mehrfacher Oscarsegen war ansonsten nur wenigen Filmen gegönnt. Neben dem "Aviator" waren dies der eigentliche Gewinner des Abends, Eastwoods "Million Dollar Baby" mit vier, sowie "Ray" und "Die Unglaublichen - The Incredibles" mit je zwei Preisen.
Deutsche Hoffnungen erfüllten sich an diesem Abend leider nicht. Sowohl "Die Geschichte vom weinenden Kamel" als auch "Der Untergang" konnten sich nicht gegen die hochkarätige Konkurrenz durchsetzen. Ausgezeichnet wurden stattdessen die Kindesmissbrauchs-Anklage "Born Into Brothels" als beste Dokumentation und das Sterbehilfe-Drama "Das Meer in mir" als bester nicht-englischsprachiger Film.
Hilary Swank durfte für ihren Part als leidgeprüfte Nachwuchsboxerin in "Million Dollar Baby" zum zweiten Mal über einen Punktsieg gegen Annette Bening jubeln. War Swank 1999 gegenüber "American Beauty" Bening noch Außenseiterin, kam der diesjährige Triumph nicht überraschend. Bening trug die Niederlage denn auch mit Fassung.
Moderator Chris Rock sparte sich bei seiner Oscar-Premiere die befürchteten Gags unter der Gürtellinie und blieb gegenüber Vorgänger Billy Crystal ziemlich blass. Dass erstmals bei einigen Preisen alle Nominierten auf die Bühne durften, sorgte zwar für frischen Wind - dafür wirkte die Show aber oft lieblos und gehetzt. Jamie Foxx wiederholte seine Mitsing-Einlage von den Golden Globes mit dem Publikum und sorgte mit Tränen für seine verstorbene Großmutter für einen der wenigen emotionalen Höhepunkte.
Doch die schönsten Dankesreden kamen von Jorge Drexler, der einfach nur einen Vers seines Siegerliedes "Al Otro Lado del Rio" aus "Die Reise des jungen Che" anstimmte und von Sidney Lumet, der einen Ehren-Oscar erhielt: Der Altmeister bedankte sich schlicht "beim Film".
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