Siegfried (Benno Fürmann), der als Findelkind bei dem Schmied Eywind (Max von Sydow) aufwächst, steht zwischen den beiden Frauen Brunhild (Kristanna Løken) und Kriemhild (Alicia Witt). Durch seinen Kampf mit dem Drachen Fafnir, den er tötet und durch dessen Blut er unverwundbar wird, gelangt er an den Schatz der Nibelungen. Doch Hagen (Julian Sands), der Berater des Königs Gunter (Samuel West), neidet ihm diesen Erfolg und beginnt, gegen Siegfried zu intrigieren...

Schon seit Jahrzehnten träumt Regisseur Uli Edel davon, die Saga zu verfilmen, die ihn als kleiner Junge faszinierte: die Nibelungen. Jetzt konnte sich der 57-Jährige mit "Die Nibelungen - Der Fluch des Drachen" diesen Traum erfüllen. Allerdings musste er weitgehend von dem Vorhaben abrücken, die "deutsche Ilias" auf die Leinwand zu bringen, denn mit ähnlich gelagerten Filmen wie der Big-Budget-Produktion "Troja" kann der immerhin 20 Mio. Euro teure Zweiteiler selbstredend nicht mithalten. Sat.1 dürfte das TV-Event mit seinen fantastischen Bildern jedoch einen veritablen Quotenerfolg bescheren.
Schwerterklirren und Kampfgetümmel weckt den vierjährigen Siegfried von Xanthen. Die Getreuen seiner Königsfamilie wehren sich verzweifelt gegen einen Angriff der Sachsenkönige Thorkilt (Ralf Moeller) und Thorkwin (Götz Otto). Siegfried muss mit ansehen, wie sein Vater brutal ermordert wird. Mit letzter Kraft kann die sterbende Königin ihren Sohn auf ein Stück Treibholz legen und den Fluten des Rheins überlassen. Der Junge wird von dem Waffenschmied Eyvind (Max von Sydow) gefunden und aufgezogen. Als eines Nachts, 15 Jahre später, ein Meteor vom Himmel stürzt und Siegfried (Benno Fürmann) den Ort des Einschlags aufsucht, begegnet er dort Brunhild (Kristanna Loken, "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen"), der Königin von Island. Die beiden spüren, dass sie füreinander bestimmt sind und schwören sich ewige Liebe. Doch das Schicksal - oder sind es die Götter? - haben anderes mit Siegfried vor. Er wird mit seinem Ziehvater an den Hof des Königs Gunter (Samuel West) gerufen, wo sich dessen Tochter Kriemhild (Alicia Witt) in ihn verliebt. Siegfried schmiedet ein magisches Schwert, tötet damit den Drachen Fafnir, badet in seinem Blut und wird so unverwundbar.
Als Drachentöter gehört ihm auch sagenhafte Nibelungenschatz, auf dem jedoch ein Fluch liegt. Siegfried wird derart gestärkt zum Vertrauten König Gunters, aber auch zum Spielball der Mächtigen: Gunters Vasall Hagen (Julian Sands ist mit dunkel gefärbten Haaren kaum wieder zu erkennen) will ihn mit allen Mitteln los werden und Kriemhild will ihn mit Hilfe eines Zaubertranks für sich gewinnen.
Nach lebensharten Literaturverfilmnungen wie "Christiane F." oder "Letzte Ausfahrt Brooklyn" widmete sich Uli Edel in den letzten Jahren vor allem internationalen TV-Events wie "Die Nebel von Avalon" (Sat.1, neun Emmy-Nominierungen) oder "Julius Caesar" (ARD). In seiner Adaption verarbeitet Uli Edel nun verschiedene Versionen der Nibelungen-Saga und die altnordische Wälsungensage und konzentriert sich dabei auf Siegfried als Drachentöter sowie seine tragische Liebe zu Brunhild und Kriemhild.
Dieser Ansatz kommt der vorwiegend weiblichen Sat.1-Zuschauerschaft vermutlich entgegen, die besonders mit Kristanna Loken - übrigens tatsächlich die Tochter norwegischer Einwanderer - als heißkalter Kriegerin eine attraktive Identifikationsfigur geboten bekommen. Auch Benno Fürmann passt perfekt auf die Rolle des zeitweise selbstverliebten Helden Siegfried. Trotz der fast ausschließlich vor Blue-Screen-gedrehten Szenen gelingt Edel eine gute Schauspielführung. Besonders der heidnische Aspekt der Story wird von ihm, wie bereits in der Verfilmung der Artus-Saga "Die Nebel von Avalon", sehr stimmungsvoll umgesetzt. Einen angemessen sagen-haft artifiziellen Touch bekommt der Zweiteiler durch die insgesamt 670 VFX, die von Volker Engels und Marc Weigerts Uncharted Territory verantwortet wurden: Schiffe, Burgen und Landschaften stammen aus dem Computer, genauso wie der sehr überzeugende Drache, mit dem sich Siegfried einen mehrminütigen Kampf liefern darf.
Die Kombination aus althergebrachter, sehr bekannter Saga und einer modernen Umsetzung dürfte Sat.1 eine entsprechend hohe Quote bescheren. Und Tandem-Produzentin Rola Bauer hat mit "Die Nibelungen - Der Fluch des Drachen" nach u.a. "Dune - Der Wüstenplanet" erneut eine international attraktive Produktion, die - trotz des vorrangig im deutschsprachigen Raum bekannten Themas - auch auf dem Weltmarkt reüssieren dürfte. sw.
| Darsteller: | Benno Fürmann | als Siegfried | |
|---|---|---|---|
| Kristanna Loken | als Brunhild | ||
| Alicia Witt | als Kriemhild | ||
| Julian Sands | als Hagen | ||
| Samuel West | als König Gunther | ||
| Max von Sydow | als Eyvind | ||
| Robert Pattinson | als Giselher | ||
| Mavie Hörbiger | als Lena | ||
| Ralf Moeller | als Thorkilt | ||
| Götz Otto | als Thorkwin | ||
| Regie: | Uli Edel | ||
| Drehbuch: | Diane Duane | ||
| Peter Morwood | |||
| Uli Edel | |||
| Produzent: | Konstantin Thoeren | ||
| Volker Engel | |||
| Marc Weigert | |||
| Koproduzent: | Alan Latham | ||
| Ausf. Produzent: | Rola Bauer | ||
| Tim Halkin | |||
| Andreas Schmid | |||
| Andreas Grosch | |||
| Kamera: | Elemér Ragályi | ||
| Produktionsdesign: | Albrecht Konrad | ||
| Kostüme: | Barbara Baum | ||
| Maske: | Giannetto De Rossi | ||
Kommende Woche beginnen die Dreharbeiten zu Uli Edels groß angelegter Leinwand-Adaption des Nibelungenliedes. Für die drei Hauptrollen hat der Hollywood-erfahrene Regisseur ein illustres Trio gewinnen können.
Wer wird Siegfried? Als Uli Edel vor rund einem Monat mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit ging, wurden viele Fragen beantwortet - über die Besetzung seiner Wagner-Adaption mit dem Arbeitstitel "Der Ring" konnte er allerdings keine Auskunft geben. Mittlerweile ist der 56-jährige Filmemacher fündig geworden. Kurz vor Drehbeginn hat Edel nun die drei Schauspieler präsentiert, die seinem Wunschprojekt die nötige Starpower verleihen sollen.
Held und Hauptdarsteller wird Benno Fürmann: Der 31-Jährige übernimmt die Rolle des Siegfried und steht damit vor einer der größten Herausforderungen seiner noch jungen Karriere - nicht zuletzt, weil dem smarten Berliner zwei umwerfend schöne Hollywood-Beauties zur Seite stehen. Die beiden weiblichen Hauptdarsteller hat Regisseur Edel nämlich nicht in seiner Heimat Deutschland, sondern im kalifornischen Filmmekka gefunden.
Kristanna Loken, vor wenigen Monaten noch als verführerische Gegenspielerin von Arnie Schwarzenegger in "Terminator 3" zu sehen, schlüpft ins Walküren-Kostüm von Brunhild, der verschmähten Geliebten des Helden. Alicia Witt, in "Ein Chef zum Verlieben" noch der Büro-Quickie von Hugh Grant, mimt Siegfrieds neue Herzdame Kriemhild.
Der Startschuss für das 20 Millionen Euro teure Projekt fällt voraussichtlich am Montag im südafrikanischen Kapstadt. Spätestens im Herbst 2004 will Edel sein "Ring"-Spektakel fertiggestellt haben.
Kraftvoll, vital, zupackend, draufgängerisch, gutaussehend mit durchtrainiertem Körper, zu melancholischen Tönen, manischen Anwandlungen,...
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