Sinnliche, ironisch gebrochene, mysteriöse Adaption von "Der Club Dumas" mit Johnny Depp als Bücherjäger. http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf01/b0001996/b150x150.jpg Die neun Pforten

Filmdetails

Die neun Pforten

Sinnliche, ironisch gebrochene, mysteriöse Adaption von "Der Club Dumas" mit Johnny Depp als Bücherjäger.


Die neun Pforten
Start: 16.12.1999

Originaltitel: The Ninth Gate

Horror / Thriller

Frankreich/Spanien 1999
Laufzeit: 133 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Johnny Depp
Frank Langella
Lena Olin

Regie: Roman Polanski
Verleih: Fox

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Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
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Temperatur

lau

Inhalt

Dean Corso erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines mit teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Das Buch hatte den Vorbesitzer zum Selbstmord getrieben. Dessen Witwe verfolgt Corso hartnäckig auf seiner Suche, aber auch ein geheimnisvolles Mädchen scheint über seine Schritte zu wachen.


Kritik

Die neun Pforten

Eine elegant ironische Teufelei, ein intensiver Film über die Stille, suggestiv erzählt wie ein fesselnd geschriebener Roman, in dem man sich gern versenkt, intellektuell wie emotional: Roman Polanskis Film ist ein spielerisch spannendes Kinovergnügen. Sinnlich, witzig, mysteriös und mit einer guten Dosis Zwielichtigkeit kommentiert er Okkultismus, Esoterik und andere Übernatürlichkeiten ziemlich originell. Johnny Depp ist eine Art phantastischer Philip Marlowe auf den Spuren eines satanischen Buches, sexuell verfolgt von einem furiosen Weibsteufel (Lena Olin) und erotisch beschützt von einem pfiffigen jungen Mädchen (Emanuelle Seigner).

Schon in "Tanz der Vampire" vor gut 30 Jahren hat er das Horror-Genre parodiert, das den Rationalisten Polanski jetzt wieder zu einer selbstironischen Leinwanderzählung inspiriert. Den spanischen Bestsellerroman "Der Club Dumas" von Arturo Perez-Reverte hat er filmisch bearbeitetet und sich dabei vor allem auf die Geschichte von den neun Toren zum Reich der Schatten konzentriert. Dean Corso (Depp) erhält von einem reichen Sammler alter Bücher in Manhattan den Auftrag, die einzigen zwei weiteren Exemplare eines mit teuflischer Mitarbeit entstandenen Buches aus dem 17. Jahrhundert aufzutreiben. Der Autor des Buches war auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden, der New Yorker Sammler Boris Balkan (Frank Langella) besitzt das Exemplar, das den vorherigen Eigentümer in den Suizid getrieben hat. Dessen Witwe (Olin) will es unbedingt zurück haben und drangsaliert Corso deshalb auf heftige Weise. Die Ich-Erzählung des Films setzt den Zuschauer von Anfang an in die Situation des Bücherjägers Corso, der ein bißchen erinnert an Jack Nicholons Gittes in Chinatown, ein Privatdetektiv, der immer wieder in die Irre geführt, in Verlegenheit gebracht, manipuliert und provoziert wird. Der Film hat, trotz aller Leichtigkeit der Inszenierung, etwas Klaustrophobisches. Ganz im Sinne besten Suspense fühlt, man sich an jedem neuen Ort, den der Buchexperte Corso besucht, wohlig unwohl und unheimlich, ob in New York, Toledo, Cintra in Portugal oder Paris. Und überall taucht überraschend und immer gerade im richtigen Moment ein geheimnisvolles Mädchen in Jeans und Sneakers als eine Art Schutzengel auf und verhindert, daß er sich in dem teuflisch hermetischen Labyrinth total verheddert. Wird er die fehlenden zwei Bücher finden und, auf alle drei verteilt, jene neun Illustrationen ermitteln, die angeblich vom Teufel selbst stammen und das Geheimnis des Zugangs zu seinem Reich enthalten? Aus der Finsternis, die einen Geschmack von Asche hinterläßt, tritt am Ende das Licht - und Roman Polanski lacht sich ins Fäustchen. Er und sein Kameramann Darius Khondji spielen virtuos auf dem Klavier der Genres und deren Stereotypen und Klischees, um sie in der extrem sinnlichen Bildästhetik melancholisch bedrohlicher Brauntöne und imposanter Großaufnahmen zu brechen.

Wer einen Mainstream-Horror-Schocker erwartet, wird entweder enttäuscht oder angenehm überrascht sein. Das ist auch nie Polanskis Filmstil gewesen, weil er viel subtiler erzählt und die Ambiguität von Geschichten liebt. So dürfte er wieder eine künstlerisch anspruchsvolle, cineastische Zuschauergemeinde finden und ganz sicher noch all jene anlocken, die intelligent unterhalten werden wollen und sich gern eine klassisch spannenden Geschichte erzählen lassen, ohne daß die Spezialeffekte dauernd um die Ecke knallen. Denn auch die sind bei Polanski leise, subtil, unauffällig. fh.

Die neun Pforten

Darsteller:  Johnny Depp   als Dean Corso
  Frank Langella   als Boris Balkan
  Lena Olin   als Liana Telfer
  Emmanuelle Seigner   als Mädchen
  Barbara Jefford   als Baronin Kessler
  Jack Taylor   als Victor Fargas
  Jose Lopez   als Pablo Ceniza / Pedro Ceniza
  James Russo   als Rodero Bernie
  Tony Amoni  
  Willy Holt  
  Maria Ducceshi  
  Jacques Collard  
 
Regie:  Roman Polanski  
Drehbuch:  Enrique Urbizu  
  John Brownjohn  
  Roman Polanski  
Produzent:  Roman Polanski  
Koproduzent:  Inaki Nunez  
  Antonio Cardenal  
  Alain Vannier  
  Mark Allan  
Ausf. Produzent:  Wolfgang Glattes  
  Michael Cheyko  
Buchvorlage:  Arturo Pérez-Reverte  
Kamera:  Darius Khondji  
Schnitt:  Hervé de Luze  
Musik:  Wojciech Kilar  
Produktionsdesign:  Dean Tavoularis  
  Gérard Viard  
Kostüme:  Anthony Powell  
Ton:  Jean-Marie Blondel  

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Hinter der Fassade lauern Abgründe: Johnny Depp

Hinter der Fassade lauern Abgründe: Johnny Depp

Zum Glück können Schauspieler ihre Schattenseite in Filmen ausleben. Johnny Depp hat daran sogar so viel Spaß, dass er sich immer wieder gerne auf gruselige Stories einlässt. "Sleepy Hollow", "Die neun Pforten" und "From Hell" reichen ihm da noch lange nicht.

Also schnappt sich der eigensinnige Darsteller eine Novelle vom Horror-Autor Nr. 1 und verfasst sein eigenes Drehbuch. "Two Past Midnight: Secret Window, Secret Garden" heißt die Vorlage von Stephen King.

Es geht um den frisch geschiedenen Schriftsteller Mort Rainey, der sich depressiv in ein abgelegenes Seehaus in die Einsamkeit zurückgezogen hat - bis ein Fremder namens John Shooter auftaucht und ihn beschuldigt, seine bisher beste Idee für ein Buch geklaut zu haben.

Die Regie übernimmt David Koepp, der das Drehbuch zu "Spider-Man" geschrieben hat. Sein glückliches Händchen für Grusel-Schocker stellte er bereits 1999 mit "Stir of Echoes" unter Beweis. "Window" soll im Juli in Produktion gehen.

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