Originaltitel: The Mummy
USA 1998
Brendan Fraser
John Hannah
Rachel Weisz
Regie: Stephen Sommers
Verleih: UIP
Die schusselige Bibliothekarin und Schriftspezialistin Evelyn und ihr chaotischer Bruder Jonathan befreien Fremdenlegionär Rick aus dem Gefängnis, damit er ihnen den Wüstenweg zur verschollenen ägyptischen Totenstadt Hamunaptra zeigt. Sie liefern sich nicht nur ein Rennen mit einer konkurrierenden, amerikanischen Expedition, sondern werden auch noch vom dort begrabenen, mumifizierten Hohepriester gebührend empfangen.

Die Entscheidung, den gleichnamigen Boris-Karloff-Horrorklassiker von 1932 aus den Archiven auszugraben und in ein neues familienfreundliches Zelluloid-Gewand mit aufwendigen Spezialeffekten zu schnüren, hat sich für das krisengeschüttelte Universal-Studio als Glücksgriff erwiesen. Am vergleichbar selben Wochenende wie der letztjährige Überraschungshit "Deep Impact" gestartet, konnte das humorvolle Actionabenteuer im Stile der "Indiana Jones"-Filme rekordbrechende 44,7 Mio. Dollar einspielen und die Sommer-Blockbustersaison würdig eröffnen.
Regisseur Stephen Sommers ("Das Dschungelbuch", "Deep Rising"), der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, war deutlich daran gelegen, kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie zu bieten. Das düster-romantische Schockeroriginal dient nach gründlicher Entstaubung auch bestenfalls als Anlehnung an das prächtige Popcorn-Spektakel, das sich in knapp 120 Minuten entfaltet. Es wurde genau darauf geachtet, die von ILM kreierten Effekte nicht allzu furchterregend zu gestalten. Stattdessen wird beherzt im selben augenzwinkernd-selbstironischen Sand wie schon "Die Jäger des verlorenen Schatzes" (oder zuletzt "Die Maske des Zorro") gewühlt. Die Harrison Ford/Errol Flynn-Rolle des charmant-schlagfertigen Haudegens ging an den sympathischen Unschuldsbolzen Brendan Fraser, der mit "George, der aus dem Dschungel kam" eine generationsumspannende Fangemeinde gewinnen konnte. Er spielt hier äußerst passabel den wagemutigen Fremdenlegionärs-Offizier Rick O'Connell, der sich anno 1923 mit der bildhübschen Bibliothekarin Evelyn (Rachel Weisz aus "Amy Foster - Im Meer der Gefühle") und deren weichlichen Bruder (John Hannah) auf eine Expedition nach Hamunaptra, der ägyptischen Stadt der Toten, begibt. Wie der opulente Prolog offenbart, handelt es sich dabei um die letzte Ruhestätte des verwerflichen Hohepriesters Imhotep, der vor über 3000 Jahren für seinen Mord am Pharao lebendig begraben wurde. Es dauert auch nicht lange, bis die mordlustige Mumie neues Leben erlangt und sich mit den Körperteilen verschiedener Expeditionsmitglieder vom mit glitschig-grauen Fleischresten bedeckten Skelett zum garstigen Glatzkopf in Gestalt von Arnold Vosloo vollständig regeneriert. Er hat es auf Evelyn als Menschenopfer abgesehen, um seine tote Geliebte ebenfalls auferstehen lassen zu können. Seine Jagd auf die junge Maid eröffnet nun die Bühne für die eigentliche Attraktion des Films: die teils atemberaubenden, teils kitschigen - ab und an allzu offensichtlich als computergeneriert erkennbaren - Effekte (eine weitere Parallele zu "Deep Impact"). So veranlaßt Imhotep eine Heuschreckenplage, es hagelt Feuerbälle vom Himmel, und die Sonne verfinstert sich. Er wirbelt als spektakulär-schreckeinflößender Sandsturm über die weitreichende Wüstenlandschaft, ist der Herr fleischfressender Skarabäus-Käfer (die unter der Haut ihrer Opfer zu knabbern beginnen) und kommandiert eine finstere Armee von Zombies und Skelettsoldaten, daß selbst Sam Raimi seine wahre Freude hätte. Doch Rick und Freunde bieten ihm leichtherzig mit parodistischen Einlagen Paroli.
Gedreht wurde in Marokko, nicht unweit von der Location des ultimativen Wüstenepos "Lawrence von Arabien", dem zu Beginn mit einer explosiven Kampfszene zwischen Legionären und den Tuareg Hommage gezollt wird. Neben der majestätischen Wüstenlandschaft wird mit den beeindruckenden Bauten ansehnlicher Augenschmaus geboten. Insgesamt mag Sommers sich mit seiner etwas unzusammenhängenden Inszenierung zwar nicht gerade als neuer Spielberg empfehlen, doch die erquickliche Verblendung von Action, Abenteuer, Camp und Romantik wird es auch in Deutschland es mit links verstehen, ein breites Publikum um seinen mumifizierten Finger zu wickeln. ara.
| Darsteller: | Brendan Fraser | als Rick O'Connell | |
|---|---|---|---|
| John Hannah | als Jonathan | ||
| Rachel Weisz | als Evelyn | ||
| Arnold Vosloo | als Imhotep | ||
| Kevin J. O'Connor | als Beni | ||
| Jonathan Hyde | als Ägyptologe | ||
| Oded Fehr | als Ardeth Bay | ||
| Erick Avari | als Museumsdirektor | ||
| Stephen Dunham | als Henderson | ||
| Corey Johnson | als Daniels | ||
| Tuc Watkins | als Burns | ||
| Omid Djalili | als Aufseher | ||
| Aharon Ipale | als Pharao | ||
| Bernard Fox | als Winston | ||
| Patricia Velasquez | als Anck-Su-Namun | ||
| Carl Chase | als Hook | ||
| Mohammed Afifi | als Henker | ||
| Regie: | Stephen Sommers | ||
| Drehbuch: | Stephen Sommers | ||
| Produzent: | James Jacks | ||
| Sean Daniel | |||
| Koproduzent: | Patricia Carr | ||
| Ausf. Produzent: | Kevin Jarre | ||
| Buchvorlage: | Stephen Sommers | ||
| Lloyd Fonvielle | |||
| Kevin Jarre | |||
| Kamera: | Adrian Biddle | ||
| Schnitt: | Bob Ducsay | ||
| Musik: | Jerry Goldsmith | ||
| Produktionsdesign: | Allan Cameron | ||
| Tony Reading | |||
| Giles Masters | |||
| Peter Russell | |||
| Clifford Robinson | |||
| Kostüme: | John Bloomfield | ||
| Ton: | Chris Munro | ||
Evanora und Theadora haben nichts Gutes mit dem Reiche Oz vor.
Rachel Weisz ist im Gespräch für Sam Raimis "Oz: The Great and Powerful", ein Prequel zum Leinwandklassiker "Der Zauberer von Oz" aus dem Jahr 1939. Weisz soll die Rolle der Evanora spielen, einer bösen Hexe, die das ganze Wunderland regieren möchte. Evanora stammt aus bester Verwandtschaft, denn sie ist die Schwester von Theadora, auch berühmt als Böse Hexe des Westens. Theadora wird von "Black Swan"-Beauty Mila Kunis verkörpert und den Zauberer von Oz gibt James Franco.
Erzählt werden soll die Vorgeschichte des Mannes, der sich später Zauberer von Oz nannte und im Grunde gar kein richtiger Zauberer ist. Soviel ist bekannt: Der Herrscher über die Smaragdenstadt war früher ein Quacksalberhändler, bevor er mit einem Heißluftballon im Wunderland Oz strandete. Dort hielten die Einwohner ihn, ganz vom Anblick des ungewöhnlichen Luftgefährts verwirrt, für einen großen Magier.
Rachel Weisz, Star aus "Die Mumie" und "Der ewige Gärtner", sorgt derweil noch anderweitig für Aufregung: Die Schauspielerin steht angeblich 007-Spion Daniel Craig recht nahe und wird immer wieder knutschend mit ihm gesichtet. Vor einiger Zeit gab es weiterhin das Gerücht, dass Weisz für den 23. James Bond gehandelt wird - allerdings nicht als Bondgirl, sondern für die Rolle einer Bond-Gegenspielerin.
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