Jürgen Tonkel
Inka Friedrich
Michael Kranz
Regie: Sebastian Stern
Verleih: Movienet
Pit Handlos hat als Selfmademan im Direktvertrieb für Kosmetikprodukte die hohlen Erfolgsformeln wie Mantras verinnerlicht. Sein Erfolg ist aber nur schöner Schein, tatsächlich räumt ihm der Zwangsvollstrecker die Wohnung leer, weil das Geschäft partout nicht laufen will. So muss er beim Sohn und dessen Freundin einziehen und trifft sich mit alten Freundinnen wieder, um ihnen den überteuerten Kram aufzuschwatzen. Nur bei der unglücklich verheirateten Christiane kommen längst vergessene Gefühle wieder ins Spiel.

Verlierer-Tragikomödie um einen Vertreter für Schönheitsprodukte, der in Niederbayern mit seinen Lebenslügen konfrontiert wird.
Für seine Diplomarbeit an der Münchner HFF zog Sebastian Stern ins niederbayrische Deggendorf, um einer gelungenen Tragikomödie provinziellen Charme zu verleihen, ohne damit gleich beim Heimatfilm-Revival einzusteigen - auch wenn in seinem auf dem Filmfest München gezeigten Spielfilmdebüt Jürgen Tonkel aus "Wer früher stirbt, ist länger tot" die Hauptrolle übernahm. Das Lokalkolorit bildet nur den Hintergrund für ein melancholisch-komischen Reigen über die Einsamkeit der Menschen bei miesen Abzocke-Jobs und ihren Glücks-Lügen, bis ihre bisherige Existenz kollabiert und die Tür zu Veränderungen aufstößt. Die Figuren sind wie Hummeln: eigentlich zu schwer, um zu fliegen - aber da sie das nicht wissen, können sie es dennoch (wenn auch nur schlecht).
Pit Handlos (Tonkel) hat als Selfmademan im Direktvertrieb für Kosmetik-Produkte die hohlen Erfolgsformeln wie Mantras verinnerlicht. Sein Erfolg ist nur schöner Schein, den er mit elenden Lügen bewahrt. Tatsächlich räumt ihm der Zwangsvollstrecker die Wohnung leer, weil das Geschäft partout nicht laufen will. Deshalb trifft er Ex-Freundinnen wieder, um ihnen den überteuerten Kram aufzuschwatzen - nur bei der unglücklich verheirateten Christiane (Inka Friedrich aus "Sommer vorm Balkon") kommen längst vergessene Gefühle wieder ins Spiel. Daraus entspinnt sich eine Romanze mit schlechten Erfolgsaussichten, während Pit bei seinem Sohn Flo und dessen Freundin einzieht, die gemeinsam einen Gruftie-Versand betreiben. Außerdem versucht Pit den verschüchterten Hermann in sein Schneeballsystem zu integrieren, indem er ihn auf halbseidene Motivationsseminare schleppt.
Daraus entsteht ein Panoptikum von unglücklichen, einsamen Menschen, die ihren Job und ihr Leben eigentlich hassen, es aber teilweise noch nicht wissen und erst lernen müssen, ihr Loser-Dasein zu durchschauen, den Mut zur Wahrheit zu entwickeln und dabei ihre Würde wiederzugewinnen. Allen voran Pit. Sebastian Stern inszeniert das souverän und augenzwinkernd, gewinnt jedem Klischee wahrhaftige Seiten ab, entwickelt daraus eine fröhliche Studie des Scheiterns, die ihre Sinnkrisen und Besinnungen heiter und doch mit spürbaren Respekt und Tiefgang anbringt. Ein überzeugender Erstling, der Illusionen wie Sehnsüchte charmant und mit Empathie aufreiht.
tk.
| Darsteller: | Jürgen Tonkel | als Pit Handlos | |
|---|---|---|---|
| Inka Friedrich | als Christiane | ||
| Michael Kranz | als Flo | ||
| Stefanie Reinsperger | als Moni | ||
| Gerhard Wittmann | als Hermann | ||
| Christian Pfeil | als Klaus | ||
| Andreas Borcherding | als Karl | ||
| Christian Hoening | als Herr Novak | ||
| Sonja Beck | als Conny Müller | ||
| Barbara Dorsch | als Frau Hiebel | ||
| Sigrid Bennett | als Yvonne | ||
| Martin Wenzl | als Olli | ||
| Manni Gläser | als Lars | ||
| Regie: | Sebastian Stern | ||
| Drehbuch: | Sebastian Stern | ||
| Peter Berecz | |||
| Produzent: | Ralf Zimmermann | ||
| Mark von Seydlitz | |||
| Kamera: | Sven Zellner | ||
| Schnitt: | Wolfgang Weigl | ||
| Musik: | Markus Lehmann-Horn | ||
| Produktionsdesign: | Markus Dicklhuber | ||
| Tobias Maier | |||
| Kostüme: | Claudia Braun | ||
| Maske: | Sylvia Niehues | ||
| Heiner Niehues | |||
| Ton: | Udo Steinhauser | ||
| Casting: | Nicole Fischer | ||
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