Chris Messina
Logan Marshall-Green
Jenny O'Hara
Regie: John Erick Dowdle
Verleih: Universal
Es ist eine vertraute Alltagsszene in einem Bürogebäude: Ein Fahrstuhl, gefüllt mit einer Gruppe von Menschen, bleibt stecken. Zunächst wundert man sich, denkt sich aber nichts Böses. Plötzlich spielen sich mysteriöse Dinge in dem beengten Raum ab, die die fremden Personen nach und nach das Fürchten lehren. Ganz offenbar hat sich der Teufel höchstpersönlich in die Kabine eingeschlichen, um einen nach dem anderen zu richten. Ein Entkommen scheint unmöglich.

Von M. Night Shyamalan ("Die Legende von Aang") produzierter Horrorthriller, um fünf in einem Fahrstuhl festsitzende Fremde, die vom Teufel heimgesucht werden.
Shyamalans einst mit dem Blockbuster "The Sixth Sense" (1999) zementierter guter Ruf als Regisseur mit Gespür für Hochspannung und überraschende Schlusswendungen gilt seit Filmen wie "Das Mädchen aus dem Wasser" und "The Happening" als alles andere als "Unzerbrechlich". So liegt es auf der Hand, dass er sich für seine geplante "Night Chronicles"-Reihe in den Hintergrund zurück zog und lediglich die Storyidee lieferte und produzierte. Der erste Eintrag wurde von John Erick Dowdle nach einem Drehbuch vom "30 Days of Night"-Skripter Brian Nelson inszeniert. Dabei zeigen sich einige Parallelen zu Dowdles vorherigem Zombieschocker "Quarantäne", bei dem ebenfalls in klaustrophobischen Setting mehr auf subtilen Terror denn vordergründigen Splatter gesetzt wurde.
Mit dem Opening-Shot vom auf den Kopf gestellten Stadtpanorama Philadelphias erzeugt Kameramann Tak Fujimoto ("The Sixth Sense", "Das Schweigen der Lämmer") gleich zum Einstieg eine unter die Haut gehende unheilvoll-bedrohliche Atmosphäre. Es folgt der Selbstmord eines Mannes, der aus einem Hochhaus springt. Im selben Gebäude bleibt kurz darauf ein Fahrstuhl mit fünf Personen stecken. Diese umfassen einen nervösen Aushilfs-Sicherheitsmann, eine chice junge Frau, einen überheblichen Matratzenverkäufer, eine quengelige alte Dame und einen stillen Ex-Soldaten. Als das Licht kurz ausgeht, zieht sich eine der Frauen eine unerklärliche Bisswunde am Rücken zu und die ohnehin bereits gereizten Gemüter beginnen überzukochen. Jeder verdächtigt jeden, Misstrauen und Angst steigern sich und als das Licht erneut ausflackert, liegt eine Leiche am Fahrstuhlboden. Derweil versuchen Sicherheitsangestellte des Gebäudes eine Befreiungsaktion, während der herbei gerufene Detective Bowen (Chris Messina) die fragwürdige Vergangenheit aller feststeckenden Personen aufdeckt. Mehrfach geht in Folge das Licht aus, und nach einigem Gepolter ist nach Agatha Christies bewährten "Zehn kleine Negerlein"-Prinzip ein weiteres Mordopfer zu verbuchen.
In übernatürliche Bahnen gelenkt wird diese an eine Episode von "Twilight" erinnernde Gruselmär sowohl mit Storystützen vermittelndem Voiceover als auch den Dialogzeilen eines der religiösen Sicherheitsmännern, der umgehend vermutet, dass der Teufel seine Hand im Spiel haben muss. Manche Plotpunkte mögen dabei etwas plump wirken, doch insgesamt wird mit geringem Aufwand und unbekannter Schauspielerriege effektiv ein solides Maß an Spannung heraufbeschworen. ara.
| Darsteller: | Chris Messina | als Detective Bowden | |
|---|---|---|---|
| Logan Marshall-Green | als Tony, Mechaniker | ||
| Jenny O'Hara | als alte Frau | ||
| Bojana Novakovic | als Sarah, junge Frau | ||
| Bokeem Woodbine | als Ben, Wachmann | ||
| Geoffrey Arend | als Vince, Verkäufer | ||
| Jacob Vargas | als Ramirez | ||
| Matt Craven | als Lustig | ||
| Joshua Peace | als Detective Markowitz | ||
| Caroline Dhavernas | als Elsa Nahai | ||
| Joe Cobden | als Dwight | ||
| Zoie Palmer | als Cheryl | ||
| Vincent Laresca | als Henry | ||
| Regie: | John Erick Dowdle | ||
| Drehbuch: | Brian Nelson | ||
| Produzent: | M. Night Shyamalan | ||
| Sam Mercer | |||
| Ausf. Produzent: | Drew Dowdle | ||
| Trish Hofmann | |||
| Buchvorlage: | M. Night Shyamalan | ||
| Kamera: | Tak Fujimoto | ||
| Schnitt: | Elliot Greenberg | ||
| Musik: | Fernando Velazquez | ||
| Produktionsdesign: | Martin Whist | ||
| Kostüme: | Erin Benach | ||
Rums, der Lift bleibt mitten zwischen zwei Stockwerken mit einem Ruck stehen, das Neonlicht flackert kurz, dann ist es still, dunkel und nichts geht mehr ...
"Devil"-Clips: Wenn Luzifer mitfährt, hört beim US-Fernsehpublikum der Spaß auf (Foto: Universal)
Im Aufzug steckenbleiben, das ist sowieso schon eine Horrorvorstellung. Wenn sich die zufällig mitgefangenen Mitbürger dann auch noch als echte Ekelpakete erweisen, wird's umso ungemütlicher. Auf die Spitze getrieben hat das nun Mystery-Meister M. Night Shyamalan. In seinem Horrorschocker "Devil" ist nicht etwa nur ein schwitzender Klaustrophobiker oder der notgeile Nerd aus der Poststelle mit an Bord des defekten Lifts, sondern gleich der Leibhaftige persönlich! Zwei im US-Fernsehen gezeigte Clips dazu waren einigen zartbesaiteten Zusehern zu viel: Sie protestierten beim Sender.
Dabei sind in den Trailern zu "Devil" eigentlich keine explizit brutalen oder schrecklichen Szenen enthalten. Dennoch ist die Atmosphäre extrem bedrohlich. Das liegt auch daran, dass sich M. Night Shyamalan, seines Zeichens eher Experte für Mystery denn für harten Horror, diesmal auf das Drehbuch und die Produktion des Films beschränkte. Den Regiestuhl überließ der "Sixth Sense"-Macher bei "Devil" den Brüdern John Erick und Drew Dowdle, die sich mit "The Poughkeepsie Tapes" und "Quarantäne" als Schockerprofis etablierten.
Auf youtube finden Sie die Clips unter:
www.youtube.com/watch?v=OZ7DLN_v__c
www.youtube.com/watch?v=GDMW3NQIqZc
In Deutschland kommt "Devil" am 25. November ins Kino.
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