Originaltitel: Malèna
Italien/USA 2000
Monica Bellucci
Giuseppe Sulfaro
Luciano Federico
Regie: Giuseppe Tornatore
Verleih: Concorde
Nur ein Blick auf Malena, der Tochter seines schwerhörigen Mathelehrers, und der 13-jährige Renato ist gebannt. Schnell steigern sich seine Fantasien zur Obsession. Dabei ist sie eine tragische Gestalt, die nach der fälschlichen Nachricht vom Tod ihres Mannes als Hure beschimpft und aus der Stadt getrieben wird. Als der Ehemann aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, kann nur Renato helfen.

Oscar-Preisträger Giuseppe Tornatore kehrt mit seinem neuen Werk in eine kleine italienische Stadt und in seine sizilianische Heimat zurück. In der berührenden Coming-of-Age-Story erzählt er von der schönen "Malèna", die beim jungen Renato während der Kriegswirren für Herzschmerz sorgt, von erster Liebe und dem ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse.
Wie schon in Tornatores Meisterwerk "Cinema Paradiso" geht es um wehmütige Nostalgie, die Erinnerung an die Probleme des Erwachsenwerdens, den Verlust der Unschuld. Und wieder spielt die Geschichte am Ende des Zweiten Weltkrieges. Während ihr Mann als Soldat in Nordafrika kämpft, verdreht die hübsche Malèna allein durch ihre erotische Präsenz den Männern den Kopf. Aber nicht nur denen. Auch die Jungs kriegen nicht nur feuchte Hände, wenn sie lasziv über die Piazza stöckelt. Vor allem der 13-jährige Renato, wegen seiner kurzen Hosen noch als Kind gehänselt, wird ihr heimlicher Verehrer, schleicht ihr nach und muss beobachten, wie die Holde sich anderen hingibt. Während Malèna zu Beginn sich zwar ihrer Ausstrahlung bewusst ist, aber diese nicht bewusst einsetzt, ändert sich ihr Verhalten nach der Nachricht vom Tode ihres Mannes. Das Nötigste zum Leben verdient sie sich auf ihre Weise, ohne Rücksicht auf Religion und Moral. Das kann nicht gutgehen. Als sie dann noch deutschen Besatzern zu Dienste ist, kennt der Hass der Dorfweiber keine Grenzen mehr und entlädt sich auf grausame Weise beim Einzug der Amerikaner. "Der Zauber von Malèna" handelt nicht nur von einem Pubertierenden und seinen sexuellen Träumen, sondern ist auch eine politische Allegorie. Die Frau in ihrer Funktion als Prostituierte für deutsche Soldaten symbolisiert ein Italien, das mit dem Duce auf der falschen Seite stand, an ihr darf man den Zorn abreagieren, sich rächen für alle Demütigungen und enttäuschten Hoffnungen. Aber primär geht es in diesem Drama um typische Männerfantasien, die Tornatore wohl mit seinem jungen Protagonisten teilt. In seiner Imagination ist Renato mal Tarzan, mal Cowboy, mal Gladiator - aber immer rettet er die Beauty vor dem Beast. Und wenn der Krieg vorbei ist, Malèna mit dem wieder aufgetauchten Gatten am Arm durchs Dorf geht, nicht mehr in aufreizender Kleidung, sondern in sizilianische weibliche Norm gepresst, unattraktiv und unauffällig, weiß man, es ist wieder Ordnung eingekehrt. Aber kein Glück. Das Leben ist nicht schön. Leider erschließen sich weder Charakter noch Beweggründe von Malèna. Monica Bellucci als pralles Objekt der Begierde hält sich mimisch äußerst zurück, sie bleibt eine sexuelle Phantasmagorie, keine Frau aus Fleisch und Blut, mit der man leiden und lieben kann. So mag Tornatore hier nicht die Magie von "Cinema Paradiso" entfalten, die Anhänger des italienischen Kinos sollten ihm dennoch ihren Tribut zollen. mk.
Mel Gibson beweist Steherqualitäten: Der Hollywood-Star möchte seinen Spielfilm über die letzten zwölf Stunden im Leben von Jesus Christus unbedingt in die Tat umsetzen - ungeachtet der Tatsache, dass sich die US-Verleiher nicht gerade darum reißen. Deren vornehme Zurückhaltung ist nicht ganz unverständlich: Gibson plant schließlich, "The Passion" in lateinisch und aramäisch abzudrehen - und möchte sogar auf Untertitel verzichten.
"Offensichtlich möchte sich niemand an einem Film, der in zwei ausgestorbenen Sprachen verfilmt wird, die Finger verbrennen", so Gibson, der erstmals seit "Braveheart" wieder Regie führen wird. "Ich hoffe es gelingt mir, die Sprachbarrieren zu überwinden, indem ich die Bilde sprechen lasse."
Mutig, mutig - doch so unkonventionell das Projekt auch sein mag, so hochkarätig wird aller Voraussicht nach die Besetzung: So soll James Caviezel ("Angel Eyes") die Rolle des Jesus übernehmen, Monica Bellucci ("Der Zauber von Maléna") ist als Maria Magdalena im Gespräch.
Gibsons Schlußwort: "Die denken alle, ich bin verrückt und vielleicht bin ich das auch. Aber vielleicht bin ich auch ein Genie!"
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