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Der weiße Afrikaner

Der weiße Afrikaner

Abenteuer - Deutschland/Südafrika 2004
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Afrika: endlose Weiten, unberührte Natur. Der dunkle Kontinent zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts ist Schauplatz einer Rivalität zwischen zwei Adoptivbrüdern: Weil ihn Hans (Bergmann) einst öffentlich brüskierte, schlüpft Albrecht (Meyer) nun in das Leben des anderen. Stets ist er ihm dabei eine Nasenlänge voraus, ganz gleich, ob es sich um Frauen oder um Goldadern handelt. Weder die Liebe noch tragische Ereignisse können den Wettstreit der ungleichen Brüder mildern.
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KRITIK
Der weiße Afrikaner
Afrika: endlose Weiten, unberührte Natur. Hier ist der Mensch noch Mensch, reduziert auf's Wesentliche: Leben und Überleben. Selbst Afrika aber ist nicht weit genug weg, wenn einer auf Rache sinnt: Wolfgang Stauchs Geschichte von den beiden ungleichen Brüdern, die einander doch so ähnlich sind, ist ein Abenteuer mit Anleihen bei Melodram und Romanze. Zum großen Wurf allerdings fehlen dem aufwändigen Zweiteiler ein paar entscheidende Elemente; eines davon ist der Humor.

Dabei beginnt die Afrika-Saga zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar recht grimmig: "Er hat einen Speer und wir haben Gott", klärt der Missionar seinen Sohn angesichts eines Zulu-Kriegers auf. Kurz drauf durchbohrt der Speer den guten Mann hinterrücks, und das Dasein des Kleinen gerät völlig aus den Fugen. Martin Enlen, ein Fachmann für überwältigende Gefühle, inszeniert die kindliche Verwirrung allerdings überraschend lakonisch: Der junge Hans wird vom besten Freund seines Vaters adoptiert, einem preußischen Offizier. Erst später wird klar, wie sehr das Leben bei Familie Sterenberg vom Schweigen geprägt war. Keiner sprach je offen über Gefühle, weshalb es bei einer Feierstunde gegen Ende des Geologiestudiums zum Eklat kommt: Anstatt Adoptivschwester Charlotte (Katja Studt) zu ehelichen, zieht es Hans nach Afrika.

Genau genommen ist all dies bloß der Prolog einer Jagd, die geprägt ist von Rivalität und Besessenheit: Hans, von Tim Bergmann mitunter wie eine etwas verunglückte Hommage an Indiana Jones angelegt, wird zum Glücksritter. Dank eines nahezu unfehlbaren Gespürs für Bodenschätze bringt er es zu einem gewissen Wohlstand. Sein Gegenspieler ist zunächst der reiche Südafrikaner van Tonderen (Gerd Silberbauer), dessen Mätresse (gespielt von der Südafrikanerin Nathalie Boltt) es Hans angetan hat. Als sich van Tonderen verspekuliert und erschießt, schnappt erneut ein anderer dem armen Hans die rote Rosa vor der Nase weg: Adoptivbruder Albrecht (Hans Werner Meyer) ist ihm nach Südafrika gefolgt und wird ihm fortan bei allen vielversprechenden Geschäften stets um eine Nasenlänge voraus sein.

Sieht man mal davon ab, dass Bergmanns Oberlippenbart ziemlich angeklebt aussieht und sein mimischer Fundus auch sonst etwas limitiert wirkt, hat Enlens Saga durchaus ihre großen Momente. Meyers ebenso schurkischer wie tragischer Albrecht ist ein Vergnügen, das nur noch durch Philipp Timmes prachtvolle Bildgestaltung übertroffen wird. Allzu oft allerdings sieht man voraus, was gleich passieren wird. Van Tonderens Selbstmord zum Beispiel ahnt man, noch bevor er von seinem finanziellen Desaster erfährt; mitunter weiß man sogar, was die Figuren im nächsten Moment sagen werden. Das reduziert den Reiz des Films mitunter doch beträchtlich. tpg.
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Zuletzt veröffentlicht am: 30.12.2005