Bruno Ganz
Alexandra Maria Lara
Corinna Harfouch
Regie: Oliver Hirschbiegel
Verleih: Constantin
April 1945 im Führerbunker in Berlin: Während draußen die russischen Streitkräfte im mühsamen Straßenkampf die Reichshauptstadt von Ost nach West einnehmen, versuchen die einstigen Granden hinter meterdickem Beton die letzten Angelegenheiten zu ordnen. Hitler (Bruno Ganz) diktiert seiner Sekretärin den letzten Willen und heiratet seine Eva (Juliane Köhler). Das Ehepaar Goebbels vergiftet seine Kinder, bevor es Hitler in den Freitod folgt. Unterdessen sinnieren die Generäle vergeblich, wie man sich der russischen Gefangennahme entziehen könnte.
Oliver Hirschbiegel schildert unter der Produktionsägide von Bernd Eichinger die letzten Tage des Dritten Reiches. Als Vorlage dienten der gleichnamige Bestseller von Joachim C. Fest und die Aufzeichnungen der Hitlersekretärin Traudl Junge ("Bis zur letzten Stunde"), die von Alexandra Maria Lara dargestellt wird.
Was geschah in den letzten Tagen des Dritten Reiches? Erfolgsproduzent Bernd Eichinger zeigt das wichtigste Kapitel deutscher Geschichte.
Sie ist jung, sie ist bildhübsch, und sie wird Hitlers Privatsekretärin: Im November 1942 engagiert der Führer persönlich die 22-jährige Münchnerin Traudl Junge (Alexandra Maria Lara).
Nach ihren Erinnerungen "Bis zur letzten Stunde" und Joachim C. Fests Buch "Der Untergang" entstand unter der Regie von Oliver Hirschbiegel ("Das Experiment") ein atemberaubendes Filmevent aus der Endzeit des Dritten Reiches.
In seinem Drehbuch verknüpft Erfolgsproduzent und Regisseur Bernd Eichinger ("Der Name der Rose") Traudls persönliches Schicksal mit dem schrecklichsten und zugleich wichtigsten Kapitel deutscher Geschichte.
April '45, Berlin brennt. Adolf Hitler (erschütternd überzeugend: Bruno Ganz) und ein letztes Trüppchen seiner Getreuen haben sich im Bunker unter der Reichskanzlei häuslich eingerichtet.
Die Feierlichkeiten zum 56. Geburtstag des Führers werden getrübt von den Meldungen, die von außen eindringen: Hitlers Truppen sind zerschlagen, die Rote Armee ist bis auf wenige Kilometer herangerückt. Die Hauptstadt wird nicht mehr lange zu halten sein.
Doch obwohl ihn seine blind ergebenen Untertanen beschwören, sich in Sicherheit zu bringen, will Hitler Berlin nicht verlassen. Kampf bis zum Endsieg oder Untergang, ist seine Devise, eine Kapitulation lehnt er kategorisch ab.
Die Leiden der Zivilbevölkerung interessieren ihn nicht, im Gegenteil, er beauftragt seinen Rüstungsminister, den Architekten Speer (Heino Ferch), dem Feind nur "verbrannte Erde" zu hinterlassen.
Der widersetzt sich allerdings seinem Befehl, und auch Himmler und Göring gehen eigene Wege. Eine schreckliche Treue bis in den Tod halten ihm dagegen Propagandaminister Goebbels (Ulrich Matthes) und dessen Frau Magda (Corinna Harfouch). Und natürlich Eva Braun (Juliane Köhler), mit der er in den bis ins letzte Detail geplanten Selbstmord geht.
Die Außenaufnahmen entstanden in St. Petersburg, wo auch heute noch erschreckende Bilder von Trümmer-Stätten möglich sind.
Mit einer sensationellen Riege der besten deutschen Schauspieler ist Hirschbiegel und Eichinger ein zutiefst beeindruckender Film gelungen.
Mutig, dass sie die Protagonisten des Bösen, die einem noch heute Schauer über den Rücken jagen, im Film auferstehen lassen.
Ihre Annäherung an das "Phänomen" Hitler entlarvt dessen zynische, menschenverachtende Haltung, zeigt den Massenwahn, dem weite Teile der Bevölkerung verfallen waren, den Zusammenbruch eines wahnhaften Systems.
Ohne den Versuch zu unternehmen, etwas erklären zu wollen, gelingt durch die Beschreibung der überlieferten Fakten ein Stück Aufarbeitung einer Vergangenheit, der man sich nicht entziehen kann.
So erhält auch Traudl Junge die Chance, ihr Leben im Nachhinein zu kommentieren. Sicher ein schwieriger Stoff, aber es ist großes Kino daraus geworden.
| Darsteller: | Bruno Ganz | als Adolf Hitler | |
|---|---|---|---|
| Alexandra Maria Lara | als Traudl Junge | ||
| Corinna Harfouch | als Magda Goebbels | ||
| Ulrich Matthes | als Joseph Goebbels | ||
| Juliane Köhler | als Eva Braun | ||
| Heino Ferch | als Albert Speer | ||
| Christian Berkel | als Prof. Schenck | ||
| Matthias Habich | als Prof. Dr. Werner Haase | ||
| Thomas Kretschmann | als Hermann Fegelein | ||
| Ulrich Noethen | als Heinrich Himmler | ||
| Michael Mendl | als Helmuth Weidling | ||
| André Hennicke | als Wilhelm Mohnke | ||
| Birgit Minichmayr | als Gerda Christian | ||
| Justus von Dohnanyi | als General Wilhelm Burgdorf | ||
| Julia Jentsch | als Hanna Potrowski | ||
| Alexander Held | als Walter Hewel | ||
| Rolf Kanies | als General Hans Krebs | ||
| Dieter Mann | als Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel | ||
| Christian Redl | als Generaloberst Alfred Jodl | ||
| Götz Otto | als Otto Günsche | ||
| Thomas Limpinsel | als Heinz Linge | ||
| Thomas Thieme | als Martin Bormann | ||
| Bettina Redlich | als Constanze Manziarly | ||
| Heinrich Schmieder | als Rochus Misch | ||
| Anna Thalbach | als Hanna Reitsch | ||
| Dietrich Hollinderbäumer | als Robert Ritter von Greim | ||
| Ulrike Krumbiegel | als Dorothee Kranz | ||
| Karl Kranzkowski | als Wilhelm Kranz | ||
| Donevan Gunia | als Peter Kranz | ||
| Thorsten Krohn | als Leibarzt Dr. Ludwig Stumpfegger | ||
| Jürgen Tonkel | als Erich Kempka | ||
| Devid Striesow | als Feldwebel Tornow | ||
| Fabian Busch | als Obersturmbannführer Stehr | ||
| Christian Hoening | als Dr. Ernst-Robert Grawitz | ||
| Alina Sokar | als Helga Goebbels | ||
| Amelie Menges | als Heide Goebbels | ||
| Charlotte Stoiber | als Hilde Goebbels | ||
| Gregory Borlein | als Helmut Goebbels | ||
| Julia Bauer | als Hedda Goebbels | ||
| Laura Borlein | als Holde Goebbels | ||
| Dirk Borchardt | als Panzerkommandant | ||
| Michael Brandner | als Hans Fritzsche | ||
| Martin Butzke | als SS-Soldat | ||
| Mathias Gnädinger | als Hermann Göring | ||
| Bohdan Graczyk | als Oberst Clausen | ||
| Norbert Heckner | als Standesbeamter Wagner | ||
| Enno Hesse | als Oberleutnant | ||
| Michael Kind | als SA-Mann | ||
| Elisabeth von Koch | als Margarete Lorenz | ||
| Michael Lippold | als junger Offizier | ||
| Stefan Mehren | als verwundeter Soldat | ||
| Tanja Schleiff | als russische Ärztin | ||
| Christian Schmidt | als SS-Mann Greifkommando | ||
| August Schmölzer | als Hans Baur | ||
| Jurij Schrader | als Dolmetscher | ||
| Oliver Stritzel | als Maschinist Hentschel | ||
| Veit Stübner | als SS-Obergruppenführer Tellermann | ||
| Klaus-Jürgen Steinmann | als Offizier | ||
| Klaus B. Wolf | als junger Marinesoldat | ||
| Regie: | Oliver Hirschbiegel | ||
| Drehbuch: | Bernd Eichinger | ||
| Produzent: | Bernd Eichinger | ||
| Buchvorlage: | Joachim C. Fest | ||
| Traudl Junge | |||
| Kamera: | Rainer Klausmann | ||
| Schnitt: | Hans Funck | ||
| Musik: | Stefan Zacharias | ||
| Produktionsdesign: | Bernd Lepel | ||
| Kostüme: | Claudia Bobsin | ||
| Casting: | An Dorthe Braker | ||
"Die Blechtrommel" und "Nirgendwo in Afrika" haben es geschafft.
An beide deutschen Filme ging der begehrte Academy Award. Auch die Macher von "Das Leben der Anderen" können jetzt bei der Oscar-Verleihung 2007 auf den Preis hoffen. Die Auslandsvertretung der deutschen Filmbranche hat das Drama als Beitrag in der Kategorie bester nicht englischer Film ausgewählt. "'Das Leben der Anderen' beschreibt nicht nur ein Kapitel des geteilten Deutschlands", begründet die Kommission ihre Wahl, "sondern auch die Geschichte eines Mannes, der sich selbst findet, indem er das Leben anderer beobachtet."
Bevor sich Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck einen Oscar für sein Erstlingswerk ins Regal stellen kann, muss erst noch eine weitere Hürde genommen werden. Denn erst am 23. Januar 2007 nominiert die Aacademy of Motion Picture Arts and Sciences fünf Filme aus allen internationalen Bewerbungen, die schließlich um den begehrten Award konkurrieren. Bereits in den letzten beiden Jahren wurden die deutschen Beiträge "Der Untergang" sowie "Sophie Scholl - Die letzten Tage" nominiert, aber die Regisseure Oliver Hirschbiegel und Marc Rothemund gingen leer aus.
Das Team von "Das Leben der Anderen" wurde bereits mit Auszeichnungen überhäuft: Es hat bereits sieben Lolas beim deutschen Filmpreis gewonnen und auch den Bayerischen Filmpreis abgesahnt.
Bereits über 1,5 Millionen deutsche Besucher waren seit dem 23. März 2006 in den deutschen Kinos, um Ulrich Mühe, Sebastian Koch und Martina Gedeck in den Hauptrollen zu sehen. Im Frühjahr 2007 soll das Politdrama auch in den amerikanischen Kinos laufen.
Und am 25. Februar 2007 heißt es dann hoffentlich: And the Oscar goes to "The Lives of the Others".
Er ist einer der größten Schauspieler deutscher Sprache und seit 1996 Träger des Iffland-Ringes, der höchsten auf dem Theater vergebenen...
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