Zweiter, ausgeklügelt-stimmig inszenierter Spreewaldkrimi des Drehbuchautors Thomas Kirchner. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto10/09100357/b150x150.jpg Der Tote im Spreewald

Filmdetails

Der Tote im Spreewald

Zweiter, ausgeklügelt-stimmig inszenierter Spreewaldkrimi des Drehbuchautors Thomas Kirchner.


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Inhalt

Die Leiche von Fährmann Daniel Bartko wird im Biosphärenreservat in ein Schlageisen verfangen aufgefunden. So geraten zunächst die illegal arbeitenden polnischen Pelzjäger unter Mord-Verdacht. Bartko gehörte der sorbischen Minderheit an, war den Traditionen aber zum Ärger seiner Familie nicht sehr verbunden, seine Heirat mit Tanja, der Tochter des Revierförsters, wurde als Affront angesehen, auch mit Tanjas Vater und den anderen Fährleuten lag er im Streit. Hat er vielleicht sogar gemeinsame Sache mit den Nutria-Jägern gemacht?


Kritik

Der Tote im Spreewald

Der zweite Spreewaldkrimi des Drehbuchautors Thomas Kirchner ist aus verschiedenen Gründen erstklassig, nicht zuletzt durch Christian von Castelbergs ausgeklügelt-stimmige Inszenierung.

Durch Matti Geschonnecks Krimidrama "Mord am Meer" war ZDF-Redakteur Pit Rampelt auf Thomas Kirchner aufmerksam geworden und beauftragte ihn mit "Das Geheimnis im Moor", der Film von Kai Wessel war 2006 mit über 6,7 Mio. Zuschauern ein veritabler Erfolg; inzwischen machte Kirchner auch international mit "Das Wunder von Berlin" (u.a. Emmy-Nominierung) auf sich aufmerksam.

Im Zentrum von "Der Tote im Spreewald" steht erneut Kommissar Krüger (Christian Redl), der den Mord an Fährmann Daniel Bartko (Hinnerk Schönemann) im Biosphärenreservat untersucht. Da die Leiche Bartkos in ein Schlageisen verfangen war, geraten zunächst die illegal arbeitenden polnischen Pelzjäger unter Verdacht. Im Laufe der Ermittlungen blättert sich jedoch ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht auf: Bartko gehörte der sorbischen Minderheit an, war den Traditionen aber zum Ärger seiner Familie nicht sehr verbunden, seine Heirat mit Tanja (Nadja Uhl) der Tochter des Revierförsters wurde als Affront angesehen, auch mit Tanjas Vater und den anderen Fährleuten lag er im Streit. Hat er vielleicht sogar gemeinsame Sache mit den Nutria-Jägern gemacht? Schweigsam, aber genau beobachtend, setzt Kommissar Krüger die Puzzleteile zusammen und findet in der jungen Witwe eine verwandte Seele.

Die Erzählweise dieses Filmes ist ungewöhnlich komplex: Man verfolgt den Kommissar wie üblich bei den Ermittlungen, gleichzeitig aber wird in einem Off-Text und Rückblenden das Schicksal des Ermordeten und seiner Familie gezeigt. Die Tonart des Filmes ist meist düster-mystisch, der Märchenwald an der Spree ist dafür die perfekte Kulisse; kontrastierend wird die Vergangenheit in weichen Sommerfarben gezeigt. Der Regisseur und sein Kameramann Martin Farkas finden dafür faszinierende Bilder, in denen sie teilweise mit Überblendungen arbeiten. Musik und Sounddesign sowie viele Dialoge unterstreichen den Eindruck des märchenhaft-poetischen. Gleichzeitig schwingt die Geschichte der Region und speziell der Sorben - von den Nazis unterdrückt, in der DDR bestenfalls ignoriert - immer mit. "Der Tote im Spreewald" ist in vielfacher Hinsicht preiswürdig, alle Schauspieler überzeugen, besonders hervorhebenswert ist Nadja Uhl, die eine ungewöhnliche Durchlässigkeit beweist. sw.

Der Tote im Spreewald

Darsteller:  Nadja Uhl   als Tanja Bartko
  Christian Redl   als Thorsten Krüger
  Hinnerk Schönemann   als Daniel Bartko
  Anne Ratte-Polle   als Maria Jaruski
  Hermann Beyer   als Bodo Tankmann
  Steffi Kühnert   als Therese Bartko
  Thorsten Merten   als Hauptwachtmeister Fichte
  Claudia Geisler   als Marlene Seefeldt
  Ivan Shvedoff   als Thomas Jaruski
  Anja Schneider   als Katrin Schlegel
  Niels Bruno Schmidt   als Jens Schlegel
 
Regie:  Christian von Castelberg  
Drehbuch:  Thomas Kirchner  
Produzent:  Wolfgang Esser  
Kamera:  Martin Farkas  
Musik:  Ulrich Reuter  
Produktionsdesign:  Thilo Mengler  
Ton:  Frank Ahrens  
Casting:  Tina Böckenhauer  

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