Ein Workaholic mit psychiatrischer Vorgeschichte gerät in die Fänge eines Geistes. Origineller, atmosphärisch dichter Horror mit Christian Berkel. http://images.kino.de/flbilder/max11/mbiz11/mbiz41/z1141500/b150x150.jpg Der letzte Angestellte

Filmdetails

Der letzte Angestellte

Ein Workaholic mit psychiatrischer Vorgeschichte gerät in die Fänge eines Geistes. Origineller, atmosphärisch dichter Horror mit Christian Berkel.


Der letzte Angestellte
Start: 27.10.2011

Horror / Thriller

Deutschland 2010
Laufzeit: 88 Min.
FSK: ab 16 Jahre

Christian Berkel
Jule Ronstedt
Bibiana Beglau

Regie: Alexander Adolph
Verleih: Zorro

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Inhalt

Der Jurist David hat endlich wieder Arbeit: Als Insolvenzverwalter soll er für einen dubiosen Auftraggeber dessen Firma liquidieren, die Mitarbeiter entlassen und die Unterlagen des Großraumbüros abwickeln. Der sozial unsichere, überprotektive Vater will einer verzweifelten Angestellten helfen - und wird sie nicht mehr los. Erst recht nicht mehr, nachdem er sie erhängt in ihrer Wohnung gefunden hat. Fortan lauern dem psychisch labilen David im Büro gewalttätige Geister auf, die nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und den kleinen Sohn bedrohen.


Kritik

Der letzte Angestellte

Ein Workaholic mit psychiatrischer Vorgeschichte gerät in die Fänge eines Geistes. Origineller, atmosphärisch dichter Horror mit Christian Berkel.

Der zweite Kinofilm von Alexander Adolph, der mit "So glücklich war ich noch nie" einen Betrüger porträtierte, hat genau das, was anderen teutonischen Genrefilmen fehlt: Anspruch, Ernsthaftigkeit und Subtilität. Das liegt schon an den Vorbildern, denn diesmal stand keine amerikanische Scareware, sondern asiatischer Einfluss Pate sowie Meister des Unbehagens wie Polanski und Haneke, deren Motivik und Stilistik indirekt in einen ungewohnt eigenständigen psychologischen Schreckenstrip eingehen.

Einmal mehr erweist sich "Das kleine Fernsehspiel" als progressives Qualitätslabel, das nach "Rammbock" diesmal das Grauen im Büro entdeckt. Dort muss der Jurist David (Christian Berkel stark) nach längerer Arbeitslosigkeit eine kleine Firma abwickeln. In Namen eines dubiosen Auftraggebers hat er die Belegschaft entlassen und liquidiert einsam die Akten eines Großraumbüros, dessen kühle Atmosphäre von steriler Künstlichkeit, flackernden Neonröhren und Störgeräuschen im Radio sich zur permanenten Bedrohung auswächst.

Sein unbeholfener Umgang mit einer depressiven Mitarbeiterin erweist sich als Einladung für die unangenehme Person, ihn zu stalken - auch, nachdem er sie erhängt in ihrer Wohnung gefunden hat. Von da an wird aus der anfangs etablierten Misere des Sozialdramas um einen Mann, der seine Frau und den jungen Sohn ernähren will, ein immer mysteriöseres Schreckensbild zwischen Geisterhorror, Angst-Komplex und Wahnvorstellungen.

Davids psychiatrische Vorgeschichte wird nie näher erläutert, bildet aber das Sprungbrett für unheimliche Begegnungen, die zwischen "Shining" und "Jacob's Ladder" angesiedelt sind. Adolph vertraut nicht nur auf düstere visuelle Perfektion und eine dämonisch gute Tonspur, sondern gibt den Schauspielern die Chance, ihre Charaktere zu entfalten. Selbst eine übergriffige Schwiegermutter-Figur passt in diese Aura des Unerklärlichen, die zu Interpretationen einlädt - bis hin zur Burn-out-Metapher auf die Arbeitswelt. Die Geschichte eines Mannes, der das Verderben aus dem Büro in seine Familie trägt, beherrscht kernige Schocks ebenso wie kriechendes Unbehagen und ein paar heftige (von Olaf Ittenbach perfekt gewirkte) Splattereffekte. Ein ausgereiftes Werk auf erstaunlichem Niveau.

tk.

Der letzte Angestellte

Darsteller:  Christian Berkel   als David Böttcher
  Jule Ronstedt   als Irina Böttcher
  Bibiana Beglau   als Helenia Augusta Blochs
  Leopold Conzen   als Simon Böttcher
  Paul Faßnacht   als Dr. Manz
  Gundi Ellert   als Greta
  Heinz-Josef Braun   als Filialleiter
  Julia Eder   als Erzieherin
  Helmfried von Lüttichau   als Norbert Otto
  Johannes Herrschmann   als Dr. Goetz
  Elisabeth Krojer   als Lara
 
Regie:  Alexander Adolph  
Drehbuch:  Alexander Adolph  
Produzent:  Philip Voges  
  Alban Rehnitz  
Kamera:  Jutta Pohlmann  
Schnitt:  Christel Suckow  
Musik:  Dieter Schleip  

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